Staßfurt l Eigentlich wollte Oberbürgermeister Sven Wagner seinem Stadtrat exklusiv an diesem Donnerstag erklären, was sich bei der Stadtverwaltung alles seit Monaten im Hintergrund abspielte, als die Postbank die Schließung ihrer Filiale in Staßfurt ankündigte. Jetzt aber ist die Sache raus: Am 27. November verlässt der Konzern die Wassertorstraße, stattdessen geht es mit dem Postservice in der Steinstraße 5 weiter.

Dass der Service für Post- und Paketdienstleistungen in Staßfurt auch nach der Schließung weiter besteht, ist letztendlich auf die Bemühungen der Stadt zurückzuführen. „Was haben wir hier wochenlang Gespräche und Verhandlungen mit der Post geführt“, blickt Sven Wagner zurück. Die Stadt Staßfurt war über das Vorhaben der Schließung bereits früher als die Öffentlichkeit informiert worden, um noch reagieren zu können. Zu dem Zeitpunkt wollte die Postbank sowohl den Service für Bankkunden als auch für Postkunden streichen.

Service in der Kernstadt halten

„Eine Post in Staßfurt für die Bürger vorzuhalten, steht für uns als Stadt aber mit an oberster Stelle“, erklärt der Oberbürgermeister. „Also haben wir die Vertreter von der Post hergeholt.“ In langwierigen Verhandlungen verfolgten die Stadtvertreter ihr Ziel, wenigstens den Postservice in der Kernstadt halten zu können.

Die Wirtschaftsförderer der Stadt wurden in die Spur geschickt: Es gibt nämlich die Möglichkeit, dass andere Geschäfte den Service von Post- und Paketdienstleistungen in ihren Läden mit anbieten und eine Partnerschaft mit der Deutschen Post eingehen. Die Mitarbeiter der Stadt hielten dabei vor allem nach einem Laden in der Innenstadt Ausschau, möglichst in der Steinstraße, wo sich Dienstleistungen und Handel konzentrieren.

Nachdem mit mehreren Geschäftsinhabern gesprochen wurde, erklärte sich schließlich der Betreiber des Schreibwarenladens bereit, den Service anzubieten. Dieses Geschäft wird demnächst neu in der Steinstraße 5 eröffnet – dort war kürzlich ein Fotograf ausgezogen, um mit einer Floristin weiter oben in der Steinstraße neu zu eröffnen. „Das neue Geschäft wird den unteren Teil der Steinstraße maßgeblich beleben und ist ein absolutes Plus auf unserem Weg der Innenstadtentwicklung“, so Wagner.