Cochstedt l Die neu gebaute Brücke über den Goldbach in der Marktstraße ist nach ihrer Fertigstellung und einer viermonatigen Bauzeit jetzt wieder befahrbar. Das alte marode Bauwerk war wegen einem Mangel an Standsicherheit seit vier Jahren auch für Fußgänger gesperrt. Vor allem für die älteren Bürger, die auf einen Rollator angewiesen sind, ist die Brücke über den Goldbach eine Erleichterung, wenn sie zum Bäcker oder zur Sparkasse gehen. Denn seit gestern müssen sie keinen langen Umwege mehr über die Böklinger Straße in Kauf nehmen.

Die neue gebaute Brücke verbindet den unteren Bereich Cochstedts mit der oberen Ortslage. Sie ist zugleich Rettungsweg, dient der Feuerwehr als Zufahrt. Hecklingens Bürgermeister Uwe Epperlein (Wählergemeisnschaft hecklingen (WGH) sprach gestern von einer „Verbesserung der Wohnqualitäten und Verkehrsverhältnisse in Cochstedt“. Anlass war die offizielle Freigabe des Ersatzneubaus im Beisein vieler Vertreter der am Projekt Beteiligten Firmen, Institutionen, Vertreter der Kommunalpolitik und Mitarbeiter der Verwaltung.

Auch Bürger nutzten die Gelegenheit, das neue Bauwerk zu sehen. Außerdem konnten sie Hintergründe erfahren. Denn eigentlich sollte der Brückennaubau schon 2013 in Angriff genommen werden, damals scheiterte Vorhaben aber, weil beantragte Fördermittel nicht bewilligt wurden. Bemühungen um Geld gingen weiter. Im Jahr 2016 erreichte die Stadt ein positiver Zuwendungsbescheid vom Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF).

Kosten von 250.000 Euro

Insgesamt wurden 250.000 Euro in den Neubau der Brücke investiert. Finanziert wurde das Projekt über den Zuschuss einer Förderung vom ALFF in Höhe von rund 153.600 Euro sowie Eigenmittel.

Die Arbeiten dazu starteten im Juli. Das alte Brücken-Bauwerk wurde abgerissen. Danach lief nicht alles nach Plan. Während der Arbeiten stellte sich heraus, dass Schmutz-, und Trinkwasserrleitungen komplett umverlegt werden müssen. Epperlein sprach gestern von einem „schwierigen Baugrund.“ „Eine flächige Gründung musste durchgeführt werden.“ Das habe am Ende Mehrkosten verursacht. Eine Förderung hierfür musste nachträglich beantragt werden. So kam es zu Verzögerungen, die aber in Kauf genommen werden mussten.

Die Brücke konnte schließlich als geschlossenes Rahmensystem gesetzt werden. Dafür nötige Stahlbetonfertigrahmenteile wurden im Sommer mit Schwerlasttransportern angeliefert. Auch der Grabenquerschnitt der Brücke wurde beidseitig neu profiliert. Der Übergang vom Graben zur Brücke wurde mit Böschungspflaster ausgeglichen. Die seitliche Begrenzung besteht aus Winkelstützwandelementen.

Das Pflaster der Brücke bewahrt den dörflichen Charakter. Zufahrten zu anliegenden Grundstücken wurden wieder hergestellt.

Für Cochstedts Ortsbürgermeister Wolfgang Weißbart (Fraktion die Linke) ist die neue Brücke ein wichtiges Projekt, dessen erfolgreiche Umsetzung dem Ort wieder einen Übergang ermöglicht, der auch in seinen Augen sehr bedeutend ist. „Auch im Namen des Ortschaftrates ist das heute hier für uns ein großer Tag“ sagte der Stadtrat. Weißbart sagte, froh darüber zu sein, dass der Ersatzneubau trotz der Schwierigkeiten im Baugrund, die zuvor nicht absehbar waren, umgesetzt werden konnte.

Zusammen mit Bürgermeister Uwe Epperlein nutzte er den offiziellen Termin, um allen am Projekt Beteiligten zur danken. Im Anschluss durften die Kinder der Kita „Hakelspatzen“ das neue Bauwerk mit einem ersten symbolischen Scherenschnitt freigeben. Sie weihten es auch als erste Fahrer ein. Mit ihren vielen Tretautos düsten sie über den neuen Aspahlt zum Stand der Schützen. Die mit Würstchen und Getränken ihren Dank zum Ausdruck brachten.