Staßfurt l Manfred Ernst aus Magdeburg, der den Verein in Sachsen-Anhalt ehrenamtlich leitet, wurde durch die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Staßfurt, Christine Fischmann, auf die Idee gebracht, auch in Staßfurt über das Thema Trennung und Scheidung regelmäßig zu informieren.

Die erste Veranstaltung in Staßfurt findet am Donnerstag, 16. Februar, im Jugend- und Bürgerhaus, Straße der Solidarität 15, ab 18.30 Uhr statt. Dann informiert die Staßfurter Fachanwältin Dörte Stein zum Thema „Krise, Chaos, Katastrophe – Rechtliche Hinweise und praktische Tipps bei Trennung und Scheidung“.

Motivation für die neue Vortragsreihe ist die Hilfestellung für Betroffene. Manfred Ernst erklärt der Volksstimme: „Oft ist es nicht allein damit getan, die seelische Belastung in der Trennungs- und Scheidungssituation zu verarbeiten. Man wird gezwungen, sich zusätzlich mit Fragen rechtlicher Art auseinanderzusetzen.“ Dies seien lebenswichtige Fragen wie: Wer zieht aus? Was passiert mit den Kindern? Wer hat in welcher Höhe Anspruch auf Unterhalt und wer muss zahlen? Wer bekommt das Haus?

Bundesweiter Verein

Der „Interessenverband Unterhalt und Familienrecht“ möchte bei diesen Fragen beratend und begleitend zur Seite stehen und Menschen in der schweren Situation nicht alleine lassen. Der vor über 40 Jahren gegründete, gemeinnützige Verein hat es sich bundesweit zur Hauptaufgabe gemacht, Betroffene zu informieren und zu unterstützen. Auch in Staßfurt möchte man jetzt bei der neuen Vortragsreihe die wichtigsten Fakten näherbringen und die Möglichkeiten geben, Fragen an die Fachleute zu stellen.

Manfred Ernst leitet den Interessenverband Sachsen-Anhalt seit 14 Jahren ehrenamtlich. Von Magdeburg aus hat er in Sachsen-Anhalt an neun Orten Kontaktstellen des Verbandes aufgebaut, auch Staßfurt soll ab sofort eine solche Kontaktstelle sein. Kontaktstelle bedeutet kein Büro in Staßfurt, sondern regelmäßige Information durch Experten bei der Vortragsreihe und Manfred Ernst als Ansprechpartner, der auch in Magdeburg für Betroffene erreichbar ist.

Was der Verband genau macht, erklärt Manfred Ernst: „Wir bieten allen Menschen, die von Trennung und Scheidung betroffen sind, Probleme mit Unterhalt, elterlicher Sorge, Umgangsrecht, Vermögensteilung, aber auch Aufteilung der Schulden haben, unseren rechtlichen Rat, Hilfe zur Selbsthilfe durch erfahrene ISUV-Aktive und Rechtsberatung durch ISUV-Kontaktanwälte an.“ Der Verein ist mit rund 5500 Mitgliedern der größte und bedeutendste Familienrechtsverband bundesweit und verfügt über 70 Kontaktstellen.

Es sei wichtig, Menschen in einer existenziellen Krise aufzufangen, ihnen zuzuhören, Verständnis entgegenbringen, ihnen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, so Manfred Ernst. Dies passiere durch Information bei Veranstaltungen, für Mitglieder zusätzlich in individuellen Informationsgesprächen, in der Vereinszeitschrift, im Fachchat im Internet, über Berechtigungsscheine für Beratungen bei ISUV-Kontaktanwälten, in Merkblättern und Ratgebern. Was den Betroffenen am meisten helfe, so Manfred Ernst, seien vor allem die persönlichen Gespräche mit speziellen Lösungshinweisen.

Trennung wiegt schwer

Dass eine Scheidung oder Trennung nicht nur rechtliche Aspekte hat, weiß Manfred Ernst genau: „Sie müssen sich vorstellen, da erfährt jemand, dass sich der andere trennen will. Da zerbrechen Träume, Lebenspläne, so manch einer weiß einfach nicht mehr ein und aus. Da gilt es zuzuhören, gemeinsam die nächsten Schritte zu überlegen, zu mäßigen, sodass eine einvernehmliche Scheidung möglich ist, die Geld und Nerven schont und die Kinder aus dem Elternkonflikt heraushält.“ Im Verlauf der Trennung, nicht selten auch nach der Scheidung, gehe es dann auch um konkrete Fragen wie die Unterhaltszahlungen für die oder den regelmäßigen Umgang mit den Kindern.

Manfred Ernst engagiert sich beim ISUV, weil er aus Unerfahrenheit und damals noch ohne Beratung viele Fehler in seiner Trennungs- und Scheidungssituation vor 15 Jahren gemacht habe, sagt er heute. „Ich musste im wahrsten Sinn viel Lehrgeld zahlen.“ Zufällig habe er dann vom ISUV erfahren und wurde auf den Verein neugierig. „Zwei Gründe haben mich bewogen, mich dort ehrenamtlich zu betätigen. ISUV vertritt sowohl die Interessen von Frauen, Kindern und Männern und nicht nur einer ‚Partei‘“, erklärt er. „Und ich wollte den Betroffenen helfen, besser informiert und vorbereitet zu sein, damit sie eine der wohl schwierigsten Situationen in ihrem Leben lösen können.“ Und niemand sei schließlich besser als Berater geeignet als jemand, der eine Trennung und Scheidung am eigenen Leib erfahren musste.

Wer sich zum Vortrag am 16. Februar, wo um einen Kostenbeitrag von drei Euro gebeten wird, anmelden oder sich informieren möchte, kann dies direkt bei Manfred Ernst tun unter (0391) 990 65 66 oder (0170) 548 45 42 oder an isuv.stassfurt@email.de