Über 20 Löcher auf dem Acker

Im Januar 2011 war ein Acker bei Groß Börnecke an 27 Stellen abgerutscht. Die Folge: Löcher, bis zu fünf Meter breit und 50 Zentimeter tief. Hinzu kam, dass sich auch die Straße knapp einen Kilometer vor der Ortslage abgesenkt hatte. Seitdem gilt im betroffenen Gebiet eine Tempo-30-Regelung.

Das zuständige Bergamt hatte den Boden danach mittels sogenannter Rammsondierungen untersuchen lassen. Geologen fanden unterirdische Hohlräume und verfüllten sie.

Autofahrer müssen seitdem auf die Eisen gehen, um nicht in den Ort zu fliegen. Denn wegen der Senkungen geht es auf einer Strecke von rund einem Kilometer immer wieder hoch und runter.

Außerdem wurden langfristig Messungen durchgeführt, die bestätigten, dass es zu keinen weiteren Senkungen kommt.

Hecklingen/Groß Börnecke l Seit Jahren müssen Autofahrer kurz vor Groß Börnecke auf die Bremse treten. Nachdem sich die Fahrbahn auf der Kreisstraße 1306 kurz vor der Ortslage gesenkt hat, gilt dort Tempo 30. Ob die Fahrbahn in diesem Jahr erneuert werden kann, soll sich am 4. März entscheiden. Dann tagt in Bernburg der Kreistag. Er soll die Weichen für das anstehende Bauprojekt stellen.

Die Mitglieder stimmen über „unabweisbare und aufschiebbare Investitionen für 2020 und Folgejahre“ ab. In einer Liste mit 14 Maßnahmen ist die K1306 bei Groß Börnecke aufgeführt.

Kreis plant eigene Mittel

„Bei dieser Maßnahme handelt es sich um eine Bergbauschadensbeseitigung im Bereich stillgelegter bergbaulicher Anlagen. Die Verkehrstüchtigkeit der Straße muss wieder hergestellt werden. Die Schadensbeseitigung ist unabweisbar und durch den Fristablauf des Förderprogrammes ist die Umsetzung unaufschiebbar“, teilt die Landkreisverwaltung in einer Vorlage mit.

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Das Vorhaben ist mit rund 1,1 Millionen Euro angesetzt, bestätigt der Leiter des zuständigen Kreiswirtschaftsbetriebes des Salzlandkreises, Ralf Felgenträger, auf Nachfrage der Volksstimme. Ein Großteil des Geldes könne über eine Förderung bezuschusst werden, erklärt er. Der Kreis plane Eigenmittel in Höhe von 40.000 Euro ein.

In den vergangenen Jahren wurde nach den Ursachen für die Senkungen gesucht. Diese sind im Altbergbau zu finden. Das habe sich nach den Untersuchungen bestätigt, so Felgenträger. Der Beschluss des Kreistages sei die Voraussetzung, dass in diesem Jahr mit dem Bau anfangen werden könne, erklärte er weiter.

Zeitpunkt für Baustart steht noch nicht

Auf einen ungefähren Zeitpunkt für den Baustart konnte er sich daher noch nicht festlegen. Fest steht aber, dass sich Autofahrer im Fall der Straßensanierung wahrscheinlich auf eine Vollsperrung der Straße einstellen müssen. Genaueres soll, wenn es dazu kommt und es soweit ist, mitgeteilt werden, so der Betriebsleiter. Er schloss die Durchführung einer Bürgerinformationsveranstaltung nicht aus.

Die Stadt Hecklingen wollte sich ursprünglich mit einklinken und die Zufahrt zum Groß Börnecker Ortsteil Jakobsgrube bauen.

Im vorigen Jahr wurde dann aber mitgeteilt, dass das doch nicht möglich ist. Auch in diesem Jahr wird es nicht zum Ausbau der Zufahrt kommen, weil der Stadt das Geld fehlt.

Hecklingens Bürgermeister Uwe Epperlein (WGH) erklärte auf Nachfrage der Volksstimme, dass zwar eine Förderung in Aussicht gestanden hätte. Jedoch hätte das Programm für rund 25 Meter Fahrbahn nicht mehr gegriffen.

Hinzu kommt noch eine weitere Hürde. „Um richtig ausbauen zu können, hätten wir neben der fertigen Straße noch Flächen erwerben müssen.“ Damit die Straße breit genug werde, begründet Epperlein.

Aufgrund der finanziell schwierigen Lage habe sich die Stadt daher notgedrungen gegen das Vorhaben entschieden, begründet der Rathauschef die Absage.