Hecklingen l Dabei kam die Frage auf, ob Eltern künftig tiefer in die Tasche greifen müssen. Wer bezahlt was und wie viel, wenn es um die Kinderbetreuung in den Einrichtungen der Stadt Hecklingen geht? Diese Frage handeln Träger und Landkreis Jahr für Jahr immer wieder neu aus. Die Stadt muss sagen, ob sie diesen Berechnungen zustimmt. Das heißt, dass der Salzlandkreis mit den Trägern von Tageseinrichtungen Leistungs-, Qualitätsentwicklungs- und Entgeltvereinbarungen über den Betrieb der Tageseinrichtungen abschließt. Die Kommunen müssten zur Vereinbarung ebenfalls ihr Einvernehmen erteilen. Dazu kam es jetzt in Hecklingen. Der Stadtrat willigte in die Berechnungen für das Verhandlungsjahr mehrheitlich ein. Für die Einrichtungen in Hecklingen, Schneidlingen und Cochstedt wurde das Einvernehmen erteilt. 16 Mitglieder des Rates gaben ihr Votum dafür ab.

Was ist mit der Anpassung der Beiträge?

Entscheidungsgrundlage ist eine Vorlage aus dem Rathaus. Daraus geht hervor, wie hoch die Kosten für welche Kita in 2020 sind und wer welchen Anteil trägt. Kreis, Kommune und Land sowie Eltern kommen dafür auf.

Beispiel Kita „Gänseblümchen“ in Hecklingen: Für die Einrichtung ergibt sich in 2020 ein Gesamtkostenbedarf von rund 1,48 Millionen Euro. Darin enthalten sind beispielsweise Personalkosten in Höhe von zirka 1,03 Millionen Euro, Betriebs- und Bewirtschaftungskosten, Instandhaltung, Miete etc. (rund 245.200 Euro) oder Verwaltungskosten (41 600 Eu- ro). Land und Landkreis finanzieren den Löwenanteil und schießen rund 727.800 Euro zu. Eltern zahlen Beiträge und beteiligen sich mit zirka 208.600 Euro. Das ist nicht kostendeckend, daher wird die Stadt Hecklingen 2020 einen Finanzzuschuss über 544.400 Euro beisteuern.

Die Kommune ist knapp bei Kasse und muss an allen Ecken und Enden sparen. So kommt aktuell auch Sorge auf, dass die Stadt weniger dazugeben kann, im Gegenzug aber der Beitrag für die Eltern wächst.

„Ist auszuschließen, dass die Kostenbeiträge für die Eltern in Zukunft steigen?“ Diese Frage richtete Stadtrat Roger Stöcker (SPD) an die Verwaltung bevor abgestimmt wurde. Der Fraktionschef sprach damit die Verwaltung an. Ihm wurde mitgeteilt, dass die Finanzierung der Kosten zur Betreuung in den Kindertagesstätten nicht kostendeckend sein kann, die Kommune müsse immer einen Anteil dazugeben, sonst wären Kita-Plätze nicht mehr bezahlbar. Jedoch erfuhr der Hecklinger auch, dass die Stadt nicht ausschließen kann, dass Vorschläge zur Debatte stehen, in denen es darum geht, den kommunalen Anteil im Zuge der Konsolidierung des Haushaltes zu senken. „Wir können das nicht verneinen“, so Hauptamtsleiterin Nancy Funke. Bürgermeister Uwe Epperlein (Wählergemeinschaft Hecklingen) merkte an, dass der Stadtrat über einen solchen Vorschlag der Verwaltung, sollte es dazu kommen, zu entscheiden und abzustimmen hat. Der Volksstimme teilte er dazu auf Nachfrage ergänzend mit, dass die Anpassung der Elternbeiträge immer Thema sein wird. „Aber auch dazu wird es eine Beschlussvorlage im Stadtrat geben, aber darüber muss der Stadtrat entscheiden“, sagte das Stadtoberhaupt.

In der Stadt Hecklingen gibt es insgesamt vier Kindertagesstätten. Die Einrichtung „Sonnenschein“ in Groß Börnecke befindet sich in Trägerschaft der Volkssolidarität. Träger der anderen drei Kindertagesstätten in Hecklingen, Schneidlingen (Kita „Sonnenkäferland“ und Cochstedt („Hakelspatzen“) ist die Lebenshilfe Bördeland gGmbH.

Einrichtungen in Cochstedt und Schneidlingen

Das Unternehmen hat unter anderem die Planung des Personals, das pädagogische Konzept und die Umsetzung von nötigen Bauvorhaben in der Hand. Auch den Kostenplan für die Kita in Schneidlingen hat der Träger mit dem Kreis jetzt ausgehandelt. Auch dieser Kalkulation stimmte der Stadtrat zu.

Wie hoch die Kosten für die Einrichtung in 2020 insgesamt sind, steht in der Vorlage zum Beschluss. Darin heißt es, dass der Gesamtbedarf bei rund 453.800 Euro liegt. Land und Landkreis tragen 183.400 Euro, die Stadt Hecklingen übernimmt 208.300 Euro, Eltern zahlen 62.000 Euro.

Für die Kita „Hakelspatzen“ im benachbarten Cochstedt stellt sich diese nun ebenfalls vom Stadtrat beschlossene Aufteilung wie folgt dar: Der Gesamtkostenbedarf liegt bei rund 400.700 Euro, davon zahlen Land und Kreis 190.600 Euro, Hecklingen steuert 164.500 Euro bei. Eltern-Kostenbeiträge werden mit 45.600 Euro veranschlagt.