Staßfurt l An manchen Stellen scheint Staßfurt ein heißes Pflaster zu sein. Es gibt mehrere Ecken, an denen die Autofahrer dazu neigen, das Tempolimit zu überschreiten. Deswegen gibt es in Staßfurt zum Beispiel zwei feste Blitzersäulen. Eine in Förderstedt vor der Grundschule (dort ist tagsüber in der Woche nur Tempo 30 erlaubt) und eine in der Hecklinger Straße in Staßfurt (Tempo 50). Dazu rückt das Ordnungsamt zu Schwerpunkten nach Bedarf aus.

Die gute Nachricht: Die Zahl der Temposünder ist zurückgegangen. Mussten 2017 noch rund 11.000 Verwarngelder ausgesprochen werden, so sind es 2018 nur noch etwa 9000 gewesen. Die Zahl der Bußgelder ist im gleichen Zeitraum von genau 780 auf 506 zurückgegangen. „Es scheint, dass die erzieherischen Maßnahmen Wirkung zeigen“, sagt Martin Kühnert vom Ordnungsamt Staßfurt. Er schmunzelt dabei, meint das aber auch völlig positiv. Denn das Ordnungsamt freut sich über diese Nachricht. „Wenn sich alle Autofahrer an das Tempolimit halten würden, wäre uns viel Arbeit erspart“, sagt Ordnungsamt-Leiterin Susanne Henschke. Zudem würden die Bürger sicherer leben.

Denn eines ist klar: Die Schilder für das Tempolimit gibt es nicht grundlos und dienen dem Schutz der Anwohner. „Jeder Bürger muss sich an die eigene Nase fassen, wir wollen dafür das Bewusstsein wecken“, so Henschke.

Zwei feste Säulen

Um das zu kontrollieren, gibt es in Staßfurt nicht nur die zwei festen Blitzersäulen, die von einer Fremdfirma gewartet werden. Bei Bedarf rücken Mitarbeiter des Ordnungsamts selbst aus. Hotspots sind dabei unter anderem die Schlachthofstraße in Staßfurt, die Löderburger Straße auf der Höhe des Autohauses Helbig, die Breite Straße in Löderburg oder auch die Hohenerxlebener Straße in Staßfurt am Friedhof. Dabei rücken die Mitarbeiter des Ordnungsamts nicht gleich mit Messgeräten an. „Wir beobachten erst einmal nur“, erklärt Martin Kühnert. Und wenn die Mitarbeiter merken, dass hier (mal wieder) tatsächlich zu oft zu schnell gefahren wird, dann wird gehandelt. Die Geräte dafür mietet die Stadt dann über eine externe Firma an.

Mehr ginge dabei immer. Anfragen nach festen Blitzern oder auch nur mobilen Geräten gibt es aus der Bevölkerung und auch dem Stadtrat immer wieder. Feste Säulen zu prüfen und auch umzusetzen kann dabei über zwei Jahre dauern. „Es gibt theoretisch knapp 150 Messplätze“, meint Henschke. Bereiche also, an denen die Begebenheiten das Blitzen ermöglichen. Oder wie Martin Kühnert es ausdrückt: „An denen das Blitzen rechtlich und technisch möglich ist.“ „Aber das schaffen wir nicht“, sagt Henschke. Weil auch das Ordnungsamt in Staßfurt personell nicht so gut aufgestellt ist. Aktuell plant die Stadt auch nicht, weitere feste Blitzersäulen aufzustellen.

Nicht nur bei der Verfolgung der Temposünder wünscht sich Susanne Henschke dabei mehr Unterstützung der Polizei. „Der Bürger wünscht sich allgemein mehr Polizeipräsenz“, sagt sie. Und das Ordnungsamt würde es begrüßen, wenn dieses in ihrer Arbeit durch die Polizisten entlastet würde.

Neue digitale Wege

Um sich selbst aber in seiner Arbeit zu entlasten, geht das Ordnungsamt jetzt bei Parksündern neue digitale Wege. Die Knöllchen können die Autofahrer über das Handy einlösen. Möglich macht das der QR-Code auf dem Knöllchen samt Kennung. Über das bargeldlose Bezahlsystem „Paypal“ können so zum Beispiel die Strafen bezahlt werden. Es erspart dem Ordnungsamt so Papier und Verwaltungsaufwand. Der Parksünder kann schneller einen Haken auf der Checkliste machen. Wobei das Nutzen der Online-Funktion kein Muss ist. Auch nach schriftlicher Verwarnung kann weiter bezahlt werden. Hier muss der Bürger warten, dass das entsprechende Papier zugeschickt wird.