Staßfurt l „Potenzial Ökologie: schlecht“ und „Zustand Chemie: nicht gut“. Keine guten Vorzeichen, mit denen die Bode im Abschnitt zwischen Staßfurt und Saalemündung beschrieben wird. Immerhin handelt es sich hier um das Maßnahmeprogramm des Bewirtschaftungsplans, welcher noch bis 2021 gilt. Quelle: Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt.

Das jüngste Fischsterben im November 2018 (Salzland-Kurier berichtete) war Anlass für den Landtagsabgeordneten Olaf Meister (Bündnis 90/Die Grüne), eine Anfrage an die Landesregierung zu stellen.

Bisher kein Zusammenhang belegt

Sein Fazit: „Auch wenn ein ursächlicher Zusammenhang mit dem Fischsterben bisher nicht belegt werden konnte, ist die Einleitung während der Havarie als wahrscheinliche Ursache anzunehmen. Für andere gibt es bisher keine Anhaltspunkte.“ Nach Meinung Meisters müsse das Landesverwaltungsamt die Ursachen klären, um eine erneute zusätzliche Belastung des Gewässers zu vermeiden. Das Sodawerk hatte derweil Maßnahmen angekündigt. Wie Salzland-Kurier berichtete, arbeite man unter anderem am Auffangsystem und wolle Staukanten erhöhen.

Der Landtagsabgeordnete merkt dennoch an, „warum ein ähnlicher Vorfall am 22. Juli 2014 nicht bereits zum Anlass genommen wurde, um die Anlagensicherheit zu verbessern. Damit hätte sich mutmaßlich die erneute Einleitung in die Bode vermeiden lassen.“ Meister kündigt an, sich in diesem Zusammenhang auch mit dem Unternehmen in Verbindung setzen.

„Perspektivisch muss es auch in der Bode gelingen, den Zustand des Gewässers zu verbessern. Die Feststellung, dass die Abwässer aus Soda nicht mit einem verhältnismäßigen Aufwand aufbereitet werden können, darf kein pauschales Argument bleiben. Es gilt den schlechten ökologischen Zustand der Bode zu verbessern. Mit der Aufstellung des 3. Bewirtschaftsplan 2022-2027 besteht die rechtliche Möglichkeit, Maßnahmen festzulegen“, unterstreicht Olaf Meister.

Fischtreppe im Plan

Derweil beinhaltet bereits der laufende Plan bis 2021 Maßnahmen wie die Schaffung einer ökologischen Durchgängigkeit (Umbau des Wehrs Am Schütz mit Fischtreppe läuft). Auch die Überleitung von salzhaltigen Abwässern direkt in die Elbe steht nicht nur auf dem Papier, sondern war auch Thema in der Öffentlichkeit.

Wie das Landesverwaltungsamt (LVWA) auf Nachfrage des Salzland-Kuriers mitteilte, werde auch der Bewirtschaftungsplan 2022-27 bei Gewässerforen erstellt. Daran nehmen Vertreter von Behörden, Naturschutzverbänden, der Industrie, des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft, des Landkreises... teil, die Maßnahmen beschließen und auflisten. LVWA-Pressesprecherin Denise Vopel orientiert auf den 22. Dezember 2020, den Entwurf des nächsten Bewirtschaftungsplans auch vor Ort zu veröffentlichen und zur Diskussion freizugeben. Dann haben auch Bürger die Möglichkeit, Hinweise zu geben.