Egelner Mulde l Um die Bürger mit dem wichtigsten Lebensmittel Wasser versorgen zu können, betreibt der Wasser- und Abwasserzweckverband Bode-Wiper ein 382 Kilometer langes Leitungsnetz. Rund 2,3 Millionen Kubikmeter Wasser lieferte der Zweckverband über das Netz an die Haushalte und gewerbliche Kunden. Doch das Netz ist reichlich in die Jahre gekommen. In den vergangenen Jahrzehnten wurden Leitungen immer mal wieder mit anderen Materialien gebaut. Die Schäden nehmen in der Zahl zwar ab, sagte Geschäftsführer Andreas Beyer. Aber das einzelne Schadenereignis nehme an Schwere zu. Im Verbandsgemeinderat der Egelner Mulde stellte er das Konzept des Verbandes für die Erneuerung des Netzes vor.

Außerdem besitzt der Trinkwasserversorger noch 228 Hausanschlüsse in Form von Bleileitungen. Das Schwermetall wurde einst gern für die Wasserleitungen verwendet, weil es sich gut verformen lässt. Allerdings löst sich das Material im Wasser auf und muss deshalb von den Versorgern aus dem Netz entfernt werden. Je älter das Wassernetz im Boden ist, desto undichter ist es auch. Zwar hat der Zweckverband seit sechs Jahren das Thema Wasserverluste auf dem Schirm und die Wasserverluste von einst 22 Prozent inzwischen halbiert. Dennoch kosten auch mehr als zehn Prozent Wasserverluste den Zweckverband und damit den Bürgern unnötig viel Geld.

Bis 7,5 Kilometer austauschen

Andreas Beyer hat deshalb eine Konzeption erarbeitet, um das Leitungsnetz in den kommenden Jahren zu erneuern. Ganz oben stehen dabei jene Leitungen, die verlegt wurden, als in Deutschland noch ein Kaiser regierte. In der Zukunft müsse der Zweckverband mehr in die Erneuerung der alten Leitungen investieren, kündigte er an. In den zurückliegenden Jahren hatte der Verband zu wenig in den Austausch der Leitungen investiert, übte er Selbstkritik.

Ziel müsse es sein, jährlich zwischen 5,5 und 7,5 Kilometer auszutauschen. Zum Vergleich. Im vergangenen Jahr hatte der Verband lediglich auf einer Länge von 3,4 Kilometer den Leitungstausch vollzogen. Bliebe es bei dieser Rate, altern die Leitungen schneller als der Austausch gelingt.

Mit einem einfachen Ampelsystem hat der Chef des Zweckverbandes sein Leitungsnetz dem Verbandsgemeinderat der Egelner Mulde dargestellt. Vor allem in der Stadt Egeln gibt es demnach sehr viele alte Leitungen, die dringend ausgetauscht werden müssen. Hier liegt in diesem Jahr ein Schwerpunkt der Arbeit, kündigte er an.

Altasten drücken

Abbauen müsse der Zweckverband zudem eine jüngere Altlast, erläuterte er den Verbandsgemeinderäten weiter. Eigentlich sollten neue Wasserleitungen rund 125 Jahre im Boden halten. Die zu DDR-Zeiten verlegten Leitungen erfüllten diese Vorgabe allerdings nicht. Ihre Lebensdauer sei nur knapp halb so lang, was den Verband vor Probleme stelle.

Während es in den vergangenen Jahren Geld für die Zweckverbände für den Bau von Abwasserleitungen gegeben hatte, gibt es dies für Trinkwasserleitungen nicht. Die Versorger müssen die Kosten für den Leitungstausch einpreisen. Bislang hatte der Zweckverband die Investitionen vor allem über Kredite finanziert. Die Kommunalaufsicht des Landkreises sieht in Zukunft eine stärkere Einpreisung der Investitionen in die Kosten gerechtfertigt, sagte er weiter. In Zukunft müsse der Zweckverband die Investitionen stärker über den Wasserpreis refinanzieren. Um das Leitungsnetz jung zu halten, müsse der Verband jährlich rund 1,5 Millionen Euro investieren, kündigte er an.

Erstmals gelingt dem Verband dies in diesem Jahr. In den kommenden Jahren will der Geschäftsführer die Investitionsquote beim Trinkwasser halten, kündigte er an. Die Investitionen können sich lohnen. Schon wenn dadurch der Trinkwasserverlust im eigenen Leitungssystem noch weiter reduziert werden kann, spare dies bares Geld. Ausdrücklich lobte Manfred Püchel (SPD) den Bericht des Geschäftsführers als sehr informativ. Der Verbandsgemeinderat befürwortete einstimmig das Konzept des Verbandsgeschäftsführers. Damit kann der Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr (UWGE) dem Konzept in der Verbandsversammlung zustimmen. In der Egelner Mulde ist es Tradition, dass die Vorlagen dort im Verbandsgemeinderat besprochen werden.