Staßfurt l Wann erfolgt denn nun der Abriss der Brücke der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft im Verlauf der Förderstedter Straße? Einige Unmutsäußerungen von Bürgern über den plötzlichen Baustillstand erreichten den Salzland-Kurier. Umso größer war dabei der Ärger, weil die Baustellen-eröffnung groß gefeiert worden war.

Der Niederlassungsleiter der Landesstraßenbaubehörde (LSBB) Stefan Hörold erklärt dazu, dass bereits einen Tag nach der Baustelleneröffnung, also am 23. Mai, der Rückbau des Asphalts auf dem Bauwerk und in den Ausbaubereichen der Landesstraße 72 erfolgt sei. Außerdem ein Teilabbruch der mit Betonsteinpflaster befestigten Geh- und Radwegflächen. „Im Anschluss wurden Proben der auszubauenden Stoffe entnommen, um diese auf mögliche Schadstoffe zu untersuchen“, heißt es weiter in der Stellungnahme, „Die breit gefächerte Probenentnahme zu diesem Zeitpunkt ist eine übliche Vorgehensweise, um die im Rahmen der Entwurfs- und Ausschreibungsplanung ermittelten Werte zu verifizieren. Die Auswertung der Proben dauert derzeit an. Deweiteren erfolgten seit Baubeginn ein Trennen und teilweiser Rückbau der am Bauwerk und in den Vorfeldern verlegten Medienleitungen und der Straßenbeleuchtung.“

Abbruch beginnt Montag

Wie es weitergeht: „Momentan wird von der bauausführenden Firma ein Abbruchprojekt erstellt, welches statisch, konstruktiv geprüft werden muss. Eine Erstellung dieses Projekts im Vorfeld war nicht möglich, da dem Auftragnehmer Abbruchtechnologie und Abbruchverfahren nicht vorgegeben werden können. Die Abbrucharbeiten am Bauwerk beginnen planmäßig am Montag, 17. Juni, mit einer Leichterung des Brückenüberbaus.“

Ein großes Thema der Beschwerden auch: Die Bürger vermissen einen Ersatz wie während des Baus der „Schwesterbrücke“ Steinstraße. Hörold dazu: „Der Bau einer bauzeitlichen Fußgängerbrücke wurde geprüft. Im näheren Baufeld, das heißt im Bereich des Pegels, würde sich das Bauwerk im Schwenkbereich der erforderlichen Baukräne befinden. Aus Sicherheitsgründen kann im Nahbereich somit keine Behelfsbrücke errichtet werden. Weiter flussabwärts sind auf der Südseite die Bäume und auf der Nordseite die Hochwasserschutzwand zu berücksichtigen. Der Bau einer Behelfsbrücke wäre ohne stärkere Eingriffe in die Natur nicht möglich.“ Der LSBB-Niederlassungsleiter argumentiert weiter: „An der Neuen Welt besteht von der Fahrbahn bis zur Oberkante der Hochwasserschutzwand ein Höhenunterschied von etwa 1,70 Meter. Bis zur Oberkante einer möglichen Behelfsbrücke wären es mindestens 2,20 Meter. Zur Überwindung dieser Höhendifferenz wäre eine Rampe mit einer Länge von etwa 30 Meter bei einer Neigung von acht Prozent erforderlich, wobei die für Gehbehinderte erforderlichen Ruhezonen noch nicht eingerechnet sind. Diese Rampe kann aus Platzgründen nicht ausgeführt werden.“

Früh gesperrt

Schließlich tauchte noch die Frage auf, warum der R1 unter dem Abrissbauwerk so früh gesperrt wurde und ohne rechtzeitige Hinweise aus Richtung Kaiserhof. „Mit Beginn der Arbeiten bestehen Gefahren, denen mit der Baufeldsperrung und demnach auch des Europaradweges R1 begegnet werden soll“, erklärt Stefan Hörold. Die Verkehrssicherungspflicht liege bei der bauausführenden Firma, die Ausschilderung der Umleitung bei der Stadt Staßfurt. Das soll noch erfolgen, versicherte Fachbereichsleiter Wolfgang Kaufmann gestern.