Staßfurt l Am Freitagmittag wurde die Ortsfeuerwehr Staßfurt zu einem Brand in der Freiheitsstraße in Staßfurt alarmiert. In die ruhig gelegene Straße mit den kleinen Reihenhäusern in Staßfurt-Nord sind die Kameraden um 12.39 Uhr ausgerückt. „Beim Eintreffen haben wir dunklen Rauch aus jeder Ritze des Hauses qualmen sehen“, berichtet Stadtwehrleiter Tobias Schumann. „Außerdem wurden wir informiert, dass eine Person vermisst wird und sich wahrscheinlich im Gebäude befindet.“

Deshalb wurden die Ortswehren Neundorf und Löderburg dazugerufen. Gleich darauf waren acht Feuerwehrfahrzeuge und 40 Kameraden vor Ort.

Um eine Rauchgasentzündung zu verhindern, mussten die Kameraden schnell handeln und einen Trupp unter Atemschutz ins Haus schicken.

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Notarzt im Einsatz

Bei der Erkundung der Lage wurde die 56-jährige Bewohnerin des Hauses regungslos am Boden liegend gefunden. Sie wurde aus dem Haus gebracht und dem Rettungsdienst übergeben. Der Notarzt stellte wenig später den Tot fest.

Gebrannt hat es nur in einem Raum, dem Wohnzimmer. Die Brandursache ist bis heute völlig unklar. Die Decke des Raumes war schwarz und verrußt. Die Wand zum Schlafzimmer hin war eingestürzt. Eine andere Wand am Hausgiebel war nach außen gebogen. Komplett ausgebrannt, wie am Freitag gemeldet, war das Wohnzimmer aber nicht.

Hitze zerstört Wände

Die eingestürzte Wand, die ein großes Loch zum nächsten Zimmer entstehen ließ, und die Beule an der Außenwand waren Indizien für die Feuerwehr, dass es einen Druckanstieg aufgrund der Hitze gegeben haben muss. Daher sprach die Polizei bereits am Freitag von einer „Detonation“. Eine Expolsion im Sinne einer Sprengung hat es aber nicht gegeben. Gemeint war eher, dass die Hitzeentwicklung zu dem Druckanstieg geführt hat, der dann die Wände ausbeulte und eventuell zum lauten Zerbersten und Knallen geführt hat. Dies muss aber passiert sein, bevor alle Einsatzkräfte eintrafen. Denn einen lauten Knall haben weder Feuerwehrleute noch Polizei gehört. „Es ist wirklich schwer einzuschätzen, wie der Brand entstanden ist“, sagt Stadtwehrleiter Tobias Schumann. Hinweise auf die Brandursache haben die Kameraden vor Ort nicht gesehen. Auch ob die Frau aufgrund des Brandes starb, war nicht nachzuvollziehen.

Die Polizei, die um 13.08 Uhr eintraf, forderte unterdessen den Kriminaldauerdienst an, weil bei einer toten Person ein Verbrechen zunächst nie ausgeschlossen wird. Vor Ort waren auch die Rettungsdienste aus Egeln, Calbe und Bernburg. Die Stadtwerke haben während des Einsatzes Strom und Gas abgestellt.

Hinzu kam ein Kriseninterventionsteam, das vom Salzlandkreis bestellt wird, und den Angehörigen der Frau psychologisch und seelsorgerisch betreute. Das Ordnungsamt und ein Statiker verschafften sich einen Überblick.

Aufräumarbeiten

Das Löschen des Brandes ging dann relativ schnell. Um 15.30 Uhr rückten die Feuerwehren wieder ab. Zu der Zeit traf das Technische Hilfswerk (THW) Staßfurt mit zehn Einsatzkräften ein, das von der Feuerwehr nachgefordert wurde. Die Helfer kommen immer dann zum Einsatz, wenn etwas zu beräumen oder zu sichern ist. „Vor Ort haben wir vom Statiker erfahren, dass das Gebäude abgestützt werden muss“, berichtet Marco Wagner vom THW. „An der eingestürzten Wand im Inneren haben wir Stützen zwischen Decke und Boden angebracht“, erklärt er. So wurde verhindert, dass die Decke eventuell herunterbricht. „Bei unserer Erkundung im Obergeschoss haben wir dann festgestellt, dass ein Spalt zwischen Balken und Außenwand entstanden war.“ Die Außenwand des Hauses hatte sich durch den Druckanstieg um acht Zentimeter nach außen geschoben. Draußen nahmen die Helfer vom THW die Verkleidung der Fassade ab, die sich gelöst hatte, und stütze das Haus mit Baustützen ab, um zu verhindern, dass es noch weiter einstürzt.

Währenddessen war auch ein Gerichtsmediziner vor Ort.

„Wie der Brand entstanden ist, wird jetzt von der Kriminalpolizei ermittelt“, sagt Robert Richter vom Polizeirevier Salzlandkreis. Die Arbeiten sollen heute beginnen. Die Leiche wurde zunächst in ein Bestattungsinstitut gebracht und soll dann in der Rechtsmedizin obduziert werden. Dabei lässt sich ermitteln, ob die Frau durch den Rauch starb oder nicht.