Hecklingen l Gegen 4.40 Uhr rückten die Kameraden der freiwilligen Feuerwehren Hecklingen und Groß Börnecke in der Nacht zum Sonntag aus. Eine 30-jährige Anwohnerin der benachbarten Karl-Hans-Straße hatte der Leitstelle gemeldet, dass es in Hecklingen brennt.

„Die Flammen waren schon von Weitem zu sehen“, beschreibt Hecklingens Ortswehrleiter Stefan Broda das Bild, das sich ihm und den anderen Helfern bot, als sie an der Börnecker Straße vor den Toren der Gartenanlage des Vereins „Goldene Aue“ standen.

Eine Laube in einem hinteren Gang brannte zu dieser Zeit bereits lichterloh. Augenzeugen berichten ebenfalls, dass die Flammen sehr hell zu sehen waren, obwohl sich das Häuschen nicht direkt an der Straße befand.

Toter ist männlich

Während der Löscharbeiten wurde den Kameraden von Anwohnern schon mitgeteilt, dass sich in dem brennenden Haus vermutlich eine Person befindet.

Für den Mann kam jede Hilfe zu spät. Die Einsatzkräfte fanden den Toten, verständigten Kriminalpolizei und Notarzt.

Identität immer noch unklar

Nach derzeitigem Erkenntnisstand der Polizei handelt es sich bei der aufgefundenen Leiche um eine bisher noch nicht zweifelsfrei identifizierte männliche Person. Die intensiven Ermittlungen durch die Kriminalpolizei dauern an, teilt die Polizei mit. „Zur Identität können wir nach wie vor vorerst nichts Genaueres mitteilen“, sagte Polizeisprecher Marko Kopitz gestern der Volksstimme. Die Leiche befinde sich in der Gerichtsmedizin und werde untersucht. Es gebe gewisse Anhaltspunkte, diese müssten aber bestätigt werden.

Die Laube soll nach bisherigem Erkenntnisstand der Ermittler von innen verschlossen gewesen sein. Hinweise auf Fremdeinwirkung kann die Polizei aber schon jetzt ausschließen.

Das heißt, es handelte sich aller Wahrscheinlichkeit nach um kein Verbrechen. „Es wird aber trotzdem in alle Richtungen ermittelt“, so Kopitz. Zur Brandursache wurde am Sonntag mitgeteilt, dass es sich bei der Ausbruchsstelle um einen in der Gartenlaube verbauten Kamin oder Ofen handeln könnte, es sei aber auch nicht ausgeschlossen, dass der Brand durch eine Zigarette ausgelöst wurde, ergänzte Kopitz. Auf jeden Fall sei der Brand durch offenes Feuer entstanden. Nach Volksstimme-Informationen war der Garten, in dem sich die Laube befunden hat, an eine Frau verpachtet, deren Sohn die Parzelle auch genutzt hat. Mit ihm soll der Kleingartenverein aber Probleme gehabt haben.

29 Kameraden im Einsatz

Es wird berichtet, dass die Kleingärtner ihm ein Hausverbot für ihre Anlage ausgesprochen haben. Alkohol soll im Spiel gewesen sein. In der Laube, die sich ganz hinten im letzten Gang befand, sollen mehrfach „Saufgelage“ stattgefunden haben, heißt es. Ein Mann vom Verein sagte gestern, dass Dank des schnellen Einsatzes der Kameraden ein Übergreifen des Feuers auf benachbarte Bäume und Grundstücke zum Glück vermieden werden konnte.

17 Kameraden der freiwilligen Feuerwehr Hecklingen und zwölf Kameraden aus Groß Börnecke waren mit drei Einsatzfahrzeugen bis 8 Uhr am Morgen vor Ort.