Etgersleben l Riesengroße dunkele Rauchwolken quillen am Donnerstagabend über Etgersleben auf und verdunkeln den Himmel. Die Sirenen haben schon aufgeheult – zweimal. Erst der Ruf nach der Feuerwehr, dann die ausrückenden Feuerwehrfahrzeuge.

Es brennt in Etgersleben. Der Qualm steigt aus einem ehemaligen Stallgebäude am Geschwister-Scholl-Platz auf. Da ist es etwa 18. 20 Uhr. In dem Gebäude ist altes Stroh eingelagert, was jetzt brennt.

Riesiges Objekt

Das Objekt soll einem Privatmann gehören, der in Magdeburg wohnt. Es ist ein massives Gebäude mit fast 800 Quadratmeter Grundfläche. Der alte Kuhstall mit Scheunen, ehemaliger Kornkammer drum herum ist leerstehend. Ein riesen Objekt, das, nach Aussagen der Polizei, mehrere Brandausbruchsstellen aufwies. Die Löscharbeiten hatten unverzüglich begonnen – schon bevor die Polizei eintraf.

Bilder

75 Helfer der Wehren aus Etgersleben, Westeregeln, Egeln, Hakeborn und Unseburg rückten aus. Kameraden aus Borne und Wolmirsleben hielten Brandwache in der Nacht zum Freitag, berichtet Olaf Michael, Wehrleiter aus Etgersleben. Bei dem Einsatz ging es auch darum, ein anliegendes Wohnhaus zu schützen, was den Helfern gelang.

Ursachen des Brands

In jedem Fall stellt die Polizei fest: „Das Gebäude war nicht gesondert gesichert und konnte durch Jedermann betreten werden.“ Der Ortswehrleiter bestätigte, dass festgestellt wurde, dass der Brand von mehreren Stellen ausbrach, also nicht punktuell. „Wir vermuten daher Brandstiftung“, sagte Michael. Er berichtete weiter, dass das Gebäude schon zweimal gebrannt hat, das letzte Mal vor zwei oder drei Jahren und davor schon einmal, erinnert er sich.

Am Donnerstag brannte es nun vollständig aus und ist aufgrund der Brandeinwirkung derzeit nicht mehr nutzbar. Laut Angaben des Eigentümers entstand ein wirtschaftlicher Schaden von 10 000 Euro, teilt die Polizei mit. Ermittlungen wurden gestern aufgenommen und laufen. „Wir haben schon einige Anhaltspunkte“, sagte Polizeisprecher Marco Kopitz. Gefragt, ob es sich um Brandstiftung handelt, sagte er, dass alles darauf hindeutet. Gibt es einen Tatverdächtigen? Dazu konnte Kopitz noch nicht ins Detail gehen. Weiter darauf angesprochen, ob man angesichts der vielen Brände in der Egelner Mulde von eine Serie sprechen kann, erklärte er, dass die Polizei das nur sagen kann, wenn ein und demselben Täter auch alle Taten nachgewiesen wurden. Er erklärte weiter, dass Brandstifter nach Auskunft von psychologischen Studien nicht selten an den Ort zurückkehren, um die Feuerwehr während der Löscharbeiten zu sehen. Ihnen gehe es weniger um den Schaden, mehr um das Beobachten, so Kopitz. Vor Ort waren viele Schaulustige anwesend am Abend.

Weitere Brände in der Region

In der vergangenen Woche gab es bereits sechs Brände. In der Nacht zu Mittwoch brannten etwa 400 Strohballen auf einem Acker zwischen Eickendorf und Förderstedt, außerdem gab es am Abend zuvor einen Brand auf einem um die zwei Hektar großem Stoppelfeld bei Brumby. Am Wochenende davor gab es vier Brände.

In der Nacht zu Sonnabend brannte erst ein Getreidefeld in der Nähe der B 81 am Ortsausgang in Richtung Egeln-Nord ein Getreidefeld, dann ein rund fünf Hektar großes Feld am Ortsausgang Wolmirsleben und eine Scheune voller Heu und Strohballen am Ortsrand von Egeln. Außerdem noch ein Feldbrand hinter dem Ortsausgang Atzendorf in Richtung Magdeburg.