Egeln/Wolmirsleben l Eine nervenaufreibende Brandnacht haben Egeln und Wolmirsleben hinter sich. Kurz hintereinander standen in der Nacht zu Samstag zwei Felder, ein Schuppen und ein Stall in Flammen. Die Polizei spricht von Brandstiftung.

0.15 Uhr Egeln

Das erste Feuer wurde 0.15 Uhr aus Egeln gemeldet. Dort brannte in der Nähe der B 81 am Ortsausgang in Richtung Egeln-Nord ein Getreidefeld. Die 500 Quadratmeter-Fläche zwischen Autohaus und Bode konnte die Feuerwehr schnell unter Kontrolle bringen.

0.30 Uhr Wolmirsleben

Nur eine Viertelstunde später, das erste Feuer war so gut wie gelöscht, ging eine Alarmierung aus dem benachbarten Wolmirsleben ein. Dort brannten rund fünf Hektar eines Feldes am Ortsausgang, in der letzten Abbiegung Richtung Unseburg, Am Anger. Die Flammen schlugen meterhoch. Ein Zaun hatte Feuer gefangen. Die Feuerwehr konnte im letzten Moment ein Übergreifen der Flammen auf ein Wohnhaus verhindern.

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Die Feuerwehr alarmierte die Bevölkerung und konzentrierte sich auf den Schutz der Wohnhäuser. Anwohner wurden aufgefordert, Türen und Fenster zu schließen. Aufgrund des starken Windes flackerten die Feuer immer wieder auf. Probleme bereitete am Anfang die Wasserversorgung, da die Feuerwehrfahrzeuge nur eine bestimmte Menge Wasser transportieren können. Erst nach etwa vier Stunden war der Brand gelöscht.

Zwei Feuerwehrleute verletzt

Zwei Feuerwehrleute wurden in Wolmirsleben verletzt. Der Rettungsdienst musste kommen. Man entschied sich dazu, die zwei Kameraden ins Krankenhaus zu bringen. „Einem der Kameraden geht es bereits besser, er wurde schon wieder entlassen“, sagt Dagmar Witzke von der Verwaltung am Samstagmittag. „Ein weiterer ist noch zur Beobachtung im Krankenhaus.“ Auch er sei auf dem Wege der Besserung. Wahrscheinlich haben die Kameraden zu viel Rauch eingeatmet und zeigten Anzeichen einer Rauchvergiftung.

Um ein Wiederaufflammen des Feuers auf dem Getreidefeld bei Wolmirsleben zu verhindern, hat der zuständige Landwirt am Samstag den verbrannten Boden umgegraben.

1.25 Uhr Egeln

Um 1.25 Uhr meldeten Anwohner erneut einen Brand in Egeln. Dieses Mal traf es eine Scheune voller Heu und Strohballen, die sich am Ortsrand von Egeln, in der Ascherslebener Straße in Richtung Schneidlingen, befindet. „Der Gebäudebrand wurde in voller Ausdehnung vorgefunden“, so Einsatzleiter Patrick Drebenstedt.

Sieben Feuerwehren mit 80 Einsatzkräften rückten dorthin aus. Der Dachstuhl des Gebäudes in Flammen. Mit der Feuerwehr Hecklingen baute man den Funk auf, von mehreren Seiten löschten die Kameraden. Nach etwa drei Stunden legte sich auch dieser Brand. Verletzt wurde niemand.

Die Ziegen auf dem Hof der Scheune haben die Ereignisse ohne Verletzungen überstanden. Vom Gebäude sind nur die Außenmauern übrig geblieben.

„Bis 7.11 Uhr war die Feuerwehr im Einsatz“, sagt Oberbrandmeister Michael Rommel am Samstagmittag, als alle wieder ins Gerätehaus zurückgekehrten. Bis 5 Uhr hatte man gelöscht, danach aufgeräumt.

Einsatz geht Samstag weiter

Zu Nachlöscharbeiten rückten die Egelner Kameraden am Samstagmorgen zwischen 9.45 und 11.30 Uhr wieder zu der Scheune in Egeln aus, um Glutnester zu löschen und Brandwache zu halten. Oberbrandmeister Michael Rommel meint: „Es war richtig stressig. Wir Egelner sind dreimal hintereinander ausgeflogen. Ich bin jetzt seit 0.22 Uhr im Einsatz. Jetzt kommt nur noch essen, duschen und schlafen.“

An allen drei Einsätzen waren mehr als 100 Einsatzkräfte von sieben verschiedenen Feuerwehren im Einsatz.

Auffällig ist, dass sich die Brände in kürzester Zeit hintereinander ereigneten. Die Polizei geht „derzeit von Brandstiftung aus“, teilte das Polizeirevier Salzlandkreis auf Nachfrage mit. Die Kriminalpolizei war zur Spurensicherung am Samstagvormittag in Wolmirsleben und Egeln vor Ort. Jetzt wird die Brandursache ermittelt.