Egeln l Nach der nicht enden wollenden Serie von Brandstiftungen in der Verbandsgemeinde Egelner Mulde bittet die amtierende Verwaltungschefin, Hauptamtsleiterin Dagmar Witzke die Polizei, an den bekannten Brennpunkten verstärkt Kontrollen durchzuführen.

„Das, was hier passiert, ist eine Katastrophe, vor allen Dingen für die ehrenamtlich tätigen Feuerwehrkameraden. Sie müssen dadurch an fünf von sieben Tagen in der Woche nach ihrer Arbeit in voller Montur bei sengender Hitze oder insbesondere nachts zu Einsätzen zur Brandbekämpfung ausrücken. So stellen sie sich ihr freies Wochenende eigentlich nicht vor“, sagte Dagmar Witzke.

Bisher keine Spur

Von dem Feuerteufel fehlt bislang noch immer jede Spur. Der Sprecher des Polizeireviers des Salzlandkreises, Marco Kopitz, sagte gestern der Volksstimme: „Wir werden die Streifentätigkeit verstärken, aber keine Brandwache durchführen. Wir können die Objekte nicht bewachen.“

Kopitz bittet Zeugen sich mit Hinweisen, die zur Aufklärung dieser Straftaten beitragen können, per Telefon (03471) 37 90 vertrauensvoll an das Polizeirevier in Bernburg zu wenden. „Wir brauchen die Zeugen, um das Netz immer enger werden zu lassen“, sagte der Polizeisprecher. „Für uns kann jeder Hinweis wichtig sein, und wenn er noch so klein ist oder unwichtig erscheint.“

Man müsse einem Tatverdächtigen nachweisen können, dass er die Brände gelegt hat, um ihn verurteilen zu können.

Angst und Schrecken

Der Feuerteufel versetzt die Egelner Mulde seit Ende Juli in Angst und Schrecken. Im vergangenen Monat hatte in einer Nacht eine ganze Brandserie in Egeln und Wolmirsleben die Feuerwehren in Atem gehalten.

In Egeln war eine Scheune am Ortsrand in Richtung Schneidlingen voller Heu und Strohballen in Brand geraten. In der Nähe der B 81 am Ortsausgang in Richtung Egeln-Nord brannte auf 500 Quadratmeter ein Getreidefeld. Am Ortsausgang Wolmirsleben standen rund fünf Hektar eines Feldes in Flammen. An den stundenlangen Einsätzen waren mehr als 100 Einsatzkräfte von sieben Feuerwehren im Einsatz. In allen Fällen schloss die Polizei Brandstiftung nicht aus.

Am Sonnabend musste die Feuerwehr in Egeln erneut  anrücken, weil in dem landwirtschaftlichen Betrieb in der Ascherslebener Straße wieder mehrere Strohballen in einem Stall in Brand geraten waren. Sonntagnachmittag brannte es dort zum dritten Mal hintereinander. Der Besitzer ist mit seinen Kräften am Ende und hofft, dass man dem Feuerteufel schnell das Handwerk legt.