Staßfurt l Wie wichtig Brücken sind, bemerkt man spätestens dann erst richtig, wenn ihre Tragfähigkeit aus baulichen Gründen eingeschränkt oder das Bauwerk sogar gänzlich für die Nutzer gesperrt werden muss. Das haben zum Beispiel die Landwirte in Hohenerxleben und Löbnitz zu spüren bekommen, nachdem die Tonnagebegrenzung der Bodebrücke am Rand von Hohenerxleben auf 7,5 Tonnen herabgesetzt wurde. Und zurzeit warten noch die Radwanderer sehnsüchtigst darauf, wieder über die Ehle am Rothenförder Wehr zu kommen.

Im Fall der Landwirte haben Landeigentümer der Gemarkungen Hohenerxleben, Löbnitz, Rathmannsdorf und Staßfurt selbst die Initiative ergriffen. Sie trugen ihren Teil dazu bei, dass die Bode zwischen Hohenerxleben und Löbnitz künftig über die ehemalige Kanonenbahn-Brücke gequert werden kann. Ein Großteil der Sanierungskosten stammt zudem aus Mitteln der Flurbereinigung. Carl-Albrecht Bartmer, Landwirt aus Löbnitz ist sehr froh, dass die „ganz wichtige Verbindung für unsere beiden Orte“ demnächst fertig wird. Wie auch im Ortschaftsrat Hohenerxleben bekannt gegeben wurde, soll das gemeinsam mit den Einwohnern dann im Sommer gefeiert werden.

Nutzung für Landwirtschaft

Da diese Brücke künftig nur von Landwirtschaftsfahrzeugen, Fahrradfahrern und Fußgängern genutzt werden darf – mit entsprechenden Hindernissen soll das gewährleistet werden – bleibt natürlich die benachbarte Bodebrücke bei Hohenerxleben weiter Thema für den öffentlichen Fahrzeugverkehr.

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Hierzu wollte Helmut Müller im Ortschaftsrat Auskunft von der Verwaltung, wie es mit diesem Bauwerk weitergeht, das bei der letzten Hauptuntersuchung mit 3,8 benotet wurde.

„Wir haben festgestellt, dass eine weitere Fahrbahnverengung nicht möglich, aber auch nicht nötig ist“, sagt der Fachbereichsleiter der Stadt Staßfurt, Wolfgang Kaufmann, dazu. Die Brückenfahrbahn bestehe ja letztlich aus nur einer Spur.

Entscheidung der Politik

„Die Tonnagebegrenzung auf 7,5 Tonnen soll die Benutzung lediglich für Pkw sicher stellen. Darüber hinaus werden wir in der kommenden Woche den Verkehr an dieser Stelle zählen. Anhand der Frequentierung soll die Bedeutung der Brücke für den Kraftfahrzeugverkehr ermittelt werden“, so Kaufmann. Das wiederum sei entscheidend dafür, ob als Ersatz für diese Brücke eine mit Kfz befahrbare Brücke oder eine Fußgänger-/Radfahrerbrücke errichtet werden soll. Das müssten natürlich letztendlich die politischen Gremien entscheiden. „Nach unseren Ermittlungen würde eine durch Kfz genutzte Brücke etwa 1,1 Millionen Euro kosten, eine Fußgänger-/Radfahrerbrücke etwa 400 000 Euro.“

Derweil warten vor allem auch die Fahrradwanderer entlang der Bode oberhalb Staßfurts auf die Fertigstellung einer kleinen, aber für sie nicht weniger wichtigen Brücke. Die Ehlebrücke am Rothenförder Wehr fehlt (Salzland-Kurier berichtete) und sorgt für einige Umwege.

Nun wollten Leser wissen, warum das Bauwerk nicht wie angekündigt, zu Pfingsten stehe. „Bei der Prüfung der Konstruktionsunterlagen für die gebrauchte ,Egelner Brücke‘ wurde festgestellt, dass infolge von Änderungen der geltenden DIN-Normen diese Brücke konstruktiv angepasst werden muss“, erklärt Wolfgang Kaufmann zu diesem heiklen Thema, „Das heißt, die Brücke, die in den 1990-er Jahren den Vorschriften voll entsprach, ist heute nicht mehr zulässig. Es handelt sich dabei beispielsweise um Geländerhöhen, Geländerbefestigungen, Brückenbelag…“

Arbeiten kosten Zeit und Geld

Bei derartigen Arbeiten sei zu beachten, dass durch die notwendigen Schweißarbeiten die vorhandene Verzinkung zunächst entfernt und danach wieder aufgebracht werden müsse.

„Diese notwendigen Anpassungsarbeiten kosten natürlich Geld und Zeit. Sie sind darüber hinaus so umfangreich, dass uns ein Fachunternehmer angeboten hat, für diesen Aufwand (Anpassungen) eine neue Brückenkonstruktion herzustellen“, so der Fachbereichsleiter weiter. Dies wiederum bedeute, dass die Stadt für nicht mehr Aufwand eine völlig neue Brücke – die dann auch etwas breiter ist – errichten lassen kann. Der Fertigstellungstermin für die Ehlebrücke soll der 31. Juli sein.