Egeln l Seit dem vergangenen Montag ist der Kreuzungsbereich Etgersleben - Wolmirsleben nach wochenlanger Sperrung zwar wieder frei, dafür können die Kraftfahrer nun an der Kreuzung am Netto-Markt nicht mehr geradeaus auf kürzestem Weg nach Egeln-Nord fahren. „Um dort hinzukommen, muss man jetzt eine weiträumige Umleitung auf der Ortsumgehung bis zur Tankstelle fahren“, sagte Bürgermeister Reinhard Luckner (UWGE) der Volksstimme.

Fußgänger

Sorgen macht er sich um die Sicherheit der Fußgänger, die an der Netto-Kreuzung nach Egeln-Nord wollen. „Für sie gibt es dort keine Ampel mehr. Sie müssen selbst darauf achten, dass kein Auto kommt“, sagte Luckner. Das sei besonders für die Schulkinder und die Mitarbeiter der Lebenshilfe „Bördeland“ gGmbH nicht einfach, gab das Ortsoberhaupt zu bedenken. „Man setzt die Fußgänger dort unnützen Gefahren aus“, sagte Luckner. Er fordert, dass dort bis zum Ende der Bauarbeiten eine Fußgängerampel installiert wird, die die Passanten selbst betätigen können.

In einer Nacht hatten Unbekannte die Baken entfernt, so dass sie geradeaus nach Egeln-Nord weiter fahren konnten.

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Sackgassen

Sackgassen seien weiterhin die Ascherslebener und die Halberstädter Straße, berichtete Luckner. „Man hatte sogar unseren Wirtschaftsweg am ehemaligen Ofenwerk gesperrt“, fügte er hinzu. Demzufolge gebe es in Egeln direkt nur noch eine Ausfahrt und zwar in Richtung Tarthun. Voll gesperrt ist nun auch die Kreuzung der B81/B180 in Richtung Westeregeln. Wer in die Gemeinde oder in das Egelner Gewerbegebiet „Feld am Bruche“ will, muss den Weg über Egeln-Nord und Etgersleben nehmen. „Das erschwert die Arbeit unseres Bauhofes ungemein, denn die Kollegen müssen weite Umwege fahren“, moniert der Bürgermeister. Er fragt sich, wie Rettungsdienste und Feuerwehr schnell vor Ort sein sollen, wenn schon die normalen Kraftfahrer Mühe haben, sich zurecht zu finden.

Bei ihm haben sich mehrere Eltern darüber beschwert, dass ihre Kinder mit den Schulbussen nicht pünktlich zum Unterricht nach Egeln beziehungsweise nach Staßfurt gekommen sind. Und der Schneidlinger Tankstellen-Chef habe ihn darauf aufmerksam gemacht, dass man die Deckschicht der B 180 dort abgefräst habe. Seit einer Woche gebe es aber keine Bautätigkeit mehr, sagte Luckner.

Auflagen

„Ich kann verstehen, dass es Beschwerden gibt. Wir bemühen uns, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten und die Bauarbeiten so schnell wie möglich abzuschließen“, sagte der Leiter des Regionalbereiches West der Landesstraßenbaubehörde Stefan Hörold. „Wenn alles 1 : 1 gelaufen wäre wie geplant, hätten wir ein Bienchen bekommen. So aber ist es eine schwierige Situation. Den ursprünglichen Überlegungen zufolge sollte die B 81 zwischen Egeln und Egeln fertig sein bevor man die B 180 zwischen Winningen und Egeln ausbaue. Es habe dort aber Verzögerungen gegeben, die vorher nicht absehbar gewesen seien. Als Beispiel nannte Hörold die Anlage für den Amphibienschutz auf der Ortsumgehung zwischen Egeln und Egeln-Nord. Und auf der B180 zwischen Egeln und Winningen seien nach dem Abfräsen der Deckschicht größere Schäden sichtbar geworden, die nicht vorhersehbar gewesen seien, sagte Hörold. „Dort kann der Asphalteinbau aufgrund des Bus- und Schülerverkehrs erst in der 44. Kalenderwoche, also vom 30. Oktober bis 5. November, erfolgen. Damit hat sich das um zwei Wochen verschoben.“

Der vierte Bauabschnitt auf der Ortsumgehung der B81/180 soll ab dem 20. November mit dem Ausbau der Richtungsfahrbahn Magdeburg in Angriff genommen werden. „Die Fertigstellung der Bauarbeiten ist nun für den 15. Dezember geplant“, sagte Hörold.