Staßfurt/Wolmirsleben l Mandy Reinhardt aus Wolmirsleben ist eine der ersten, die sich am Lesertelefon der Volksstimme über den Buslinienverkehr beschwert. Seit Samstag hatte Mendorf Reisen aus Aschersleben die Linien in Staßfurt, Egeln und Hecklingen übernommen.

Zu spät zur Arbeit

Mandy Reinhardt hat keine gute Woche hinter sich: „Mir wird mein Job gekündigt, wenn das so weitergeht.“ Die Putzfrau muss morgens 6.11 Uhr ab Wolmirsleben nach Staßfurt fahren, um 6.44 Uhr den Zug nach Schönebeck zu kriegen. „Den Zug hab ich natürlich verpasst“, berichtet sie vom Montag. Zurück um 14.26 Uhr stand statt wie bisher „Wolmirsleben“ nun „Unseburg/ Egeln“ am Bus. „Da bin ich nicht eingestiegen. Am Telefon teilte mir die KVG dann mit, das sei mein Bus gewesen“, berichtet sie.

Auch ihre Nachbarin Jacqueline Köpke betrifft das. Sie arbeitet bei der Stiftung Staßfurter Waisenhaus und muss täglich mit dem Bus fahren. „Mir ist es einfach wichtig, pünktlich auf Arbeit zu kommen“, betont sie. Nach dem neuen Fahrplan seit 1. August muss sie nun zurück auf dem Bahnhof Staßfurt warten bis es nach Wolmirsleben weitergeht. „Ich will nicht eine Stunde lang am Bahnhof Staßfurt herumstehen, ich will nach der Arbeit einfach nur nach Hause“, ärgert sie sich.

Keine Wochenkarte

Das ist aber nicht das einzige, was die Frauen stört: Es konnten am Montag keine Wochenkarten im Bus verkauft werden. Die Verbundskarte hätte Mandy Reinhardt auch für den Zug gebraucht, stattdessen musste sie Einzelfahrkarten kaufen oder hatte gar keine Fahrkarte.

Aus Groß Börnecke berichten Fahrgäste, dass es am Montag zu Ausfällen von mehreren Bussen gekommen sein soll, die laut neuem Fahrplan aber eigentlich vorgesehen sind.

Kein Anschluss zum Zug

Berufstätige aus Löderburg und Hecklingen beklagen, dass sie wochentags in den frühen Morgenstunden keinen sofortigen Anschluss mehr an Züge nach Magdeburg haben, sondern lange Wartezeiten in Kauf nehmen müssen. Dadurch werde ihnen der Weg zu ihrem Arbeitsplatz wesentlich komplizierter.

Seit Montag sind noch weitere Beschwerden von Fahrgästen bei der Volksstimme angekommen, Berichte folgen.

Startschwierigkeiten

Auf Nachfrage zu vermehrten Fahrgastbeschwerden erklärt Mike Schubert als Inhaber des Ascherslebener Busunternehmens Mendorf Reisen: „Bei jedem Fahrplanwechsel gibt es Kleinigkeiten, die schief gehen.“ Die Firma habe ein Team eigens zur Überwachung des geordneten Ablaufs und einen Bus, der bei Ausfällen fahren kann. Die Firma musste ihre Mitarbeiteranzahl in kürzester Zeit auf 120 hochfahren. Man habe sich vier Wochen lang durch Schulungen und mehr vorbereitet.

Wichtig sei, dass sich Fahrgäste mit ihren Beschwerden an die KVG wenden, wo man diese „sehr ernst“ nehme und sich „schnellstmöglich“ kümmere.

KVG und Salzlandkreis seien „im Großen und Ganzen mit der Umsetzung des Fahrplanwechsels zufrieden“, heißt es von der KVG. „Gleichwohl lässt sich die Pünktlichkeit auch aufgrund von nicht geplanten Ereignissen wie Unfällen, Umleitungen etc. nicht stets zu 100 Prozent gewährleisten.“