Staßfurt l Hunderte interessierte Bürger und 300 Vertreter von Bergmannsvereinen unterstrichen am Sonnabend mit ihrer Anwesenheit die Bedeutung, die Ciech Soda in Staßfurt einnimmt. Die Tradition der Sodaproduktion besteht nun 135 Jahre in der Salzstadt und soll auch die Zukunft Staßfurts prägen. Das betonten sowohl Staßfurts Oberbürgermeister Sven Wagner als auch die Geschäftsleitung der Ciech Soda, die von einer guten Zusammenarbeit sprachen. Als „großen Lichtblick“ für die Stadt wurde das neue Salzwerk in den Grußworten und Reden immer wieder hervorgehoben.

Die aktuellen Baumaßnahmen und -vorhaben im Werk zeigen die Bedeutung des Standortes Staßfurt für den polnischen Mutterkonzern - unter anderem mit dem neuen Salzwerk sollen 140 Millionen Euro in den nächsten zwei Jahren investiert werden.

Neue Natron-Produktionsanlage

Aktuell investiert das Unternehmen. Auf dem Werk entsteht zur Zeit eine neue Produtionsanlage für Natriumbicarbonat (auch „Natron“), wie ein Sprecher des Unternehmens informierte. Das Anlage wird direkt an die schon bestehende Anlage für die Natronproduktion angebaut und unter anderem von zwei großen Kränen flankiert. Auch eine neue Lagerhalle für zukünftig größere Produktionsmengen, die schon fertig ist, gehört zu diesem Komplex.

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Das Unternehmen will damit die jährliche Produktionsmenge von aktuell 56.000 Tonnen Natron noch einmal verdoppeln. Zugleich gehe diese Investition mit einer Verbesserung der Produktion einher, die es ermöglicht sowohl effizienter zu arbeiten als auch die Produkte im pharmazeutische Bereich zu erweitern. Im Dezember dieses Jahres sollen erste Testreihen in der neuen Anlage stattfinden, im zweiten Quartal des kommenden Jahres soll sie in Betrieb gehen. Die Investition beläuft sich auf 25 Millionen Euro.

Lärmschutzwand Ende 2018 fertig

Gleichzeitig werden dieser Tage auch die Bauarbeiten an der neuen Lärmschutzwand zum Athenslebener Weg hin sichtbar. Um den Produktionslärm für die Anwohner zu minimieren, baut der Konzern hier bis Ende diesen Jahres für 250.000 Euro.

Die Wand gehört zu einem Lärmschutzkonzept, das das Unternehmen in Staßfurt mit mehreren Maßnahmen verfolgt. So wurden die Kalksteinöfen mit akustischen Dämpfern versehen, Bäume gepflanzt und die Verdichteranlage, die durch ihren konstanten Ton hörbar ist, isoliert.

Dass man auf ein gutes Miteinander zwischen Unternehmen und Bürgern setze, betont die Geschäftsleitung. Am wolle die Produktion so sozialverträglich und umweltverträglich wie möglich gestalten. Für Transparenz und Information finden regelmäßig Anwohnergespräche statt, mit der Stadtverwaltung ist man im Austausch.

Am Sonnabend stand nun auch allen interessierten Bürgern das Werk offen, die sich von Mitarbeitern an die einzelnen Produktionshallen führen lassen konnten.

Mit dem großen Fest am Sonnabend wolle das Unternehmen etwas an die Bevölkerung zurückgeben, so schon die Worte zur Eröffnung. Hunderte Besucher kamen am Sonnabend zu dem Tag der offenen Tür. Heiß begehrt waren die Hubschrauberrundflüge, die unter allen Besuchern verlost wurden. Viele verschiedene Unterhaltungsangebote waren vorbereitet - für Kinder unzählige Spielmöglichkeiten, Malstände, Ponyreiten, Hüpfburg, Clown und mehr. Das Bühnenprogramm wandelte sich zum Auftakt mit den Bergmännern von ganz traditioneller Blasmusik bis zu Partyhits für die Masse am Abend.

Zum neuen Salzwerk informierte die Geschäftsleitung, dass als Baustart das Frühjahr nächsten Jahres anvisiert wird. Aktuell laufen diverse Genehmigungsverfahren. Im Stadtrat soll der Bebauungsplan zum neuen Werk Mitte Oktober beraten werden.

Baustart für Salzwerk im Frühjahr

Am neuen Standort am Butterweckerweg finden aktuell Bohrungen für geologische Untersuchungen statt. Dort wird die Beschaffenheit des Baugrunds in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Geologe und Bergwesen analysiert. Neben der neuen Kreuzung, die am Butterweckerweg zum Werk entstehen soll, war aktuell auch Flächenbedarf für das Salzwerk in der Diskussion, etwa im Ortschaftsrat von Förderstedt. Dazu erklärt die Geschäftsleitung: Um neue Kavernen in Staßfurt-Nord anzulegen, muss das Unternehmen den Grund und Boden von Landwirten kaufen, um dort Bohrköpfe zu errichten. Da für die Vorrichtungen zum Aussolen nur ein relativ geringer Teil der großen Äcker gebraucht wird, wird der Rest des Grund und Bodens dann wieder zurückverpachtet an die Landwirte.

Auch die Personalsuche läuft bereits. Vom Ingenieur über den Lagerarbeiter bis zum Mitarbeiter in der Qualitätsprüfung werden über 100 neue Mitarbeiter gesucht. Über 30 Auszubildende sollen dazukommen.