Glöthe/Staßfurt l Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gestellt. Das haben auch die jungen Leute aus Glöthe erfahren, als es um die Vorarbeiten für ihr Ferienprojekt ging. „Einfach so drauf los sprühen, geht natürlich nicht. So ein Kunstwerk braucht viel Vorbereitung“, sagt Staßfurts Stadtjugendpflegerin Jessica Krengel-Lienau. Deutlich wird, dass es bei der Aktion nicht nur um einen sinnvollen Zeitvertreib gehen sollte, sondern, dass alles eine Richtung hat, bei dem die Jugendlichen mehr lernen, als ihren künstlerischen Adern freien Lauf zu lassen.

Zuerst musste die Finanzierung stehen. Die Hälfte des Projektes konnte durch eine großzügige Spende der Erdgas Mittelsachsen finanziert werden. Für die andere Hälfte haben die Jugendlichen mit Unterstützung der Landjugendpflegerin und der Stadtjugendpflegerin eigens Projektmittel über den Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt beantragt.

Abrechnung selbst machen

Auch die Abrechnung der Mittel übernehmen die Jugendlichen selbst. „Das ist eine Voraussetzung, um die Mittel zu erhalten. Ziel ist es, die Partizipation der Jugendlichen zu fördern. Eigene Ideen entwickeln und selbst etwas für die Realisierung tun - das ist der Hintergrund“, erklärt Jessica Krengel-Lienau.

Bilder

Danach musste die Wand für die große Aktion vorbereitet werden. Kleinere Unebenheiten wurden verspachtelt, alles erhielt einen neuen, weißen Anstrich.

Teamarbeit groß geschrieben

Dann konnte der Graffiti-Workshop starten. Dafür haben sich die Jugendlichen gemeinsam einen professionellen Dozenten aus Leipzig eingeladen. Sechs Stunden lang haben die Jugendlichen in der Hitze für ihr großes Ziel, einen bunten, selbst gestalteten Außenbereich gearbeitet. Ideen wurden gesammelt, erste Skizzen und Farbkonzepte entwickelt. „Die Jugendlichen übten sich in Teamarbeit, denn aus den vielen einzelnen Ideen, musste letztendlich ein zusammenhängendes Kunstwerk entstehen, mit dem alle einverstanden sind“, beschreibt die Staßfurter Stadtjugendpflegerin den Ablauf.

Schnell war das Motiv klar: zwei Sprühdosen, die den Schriftzug FCM sprühen. Denn das ist der Lieblingsfußballverein aller jungen Besucher der Einrichtung. In der Mitte ist der Schriftzug „Dream“ zu lesen. „Die Jugendlichen möchten damit zum Ausdruck bringen, dass sie alle Wünsche und Träume für die Zukunft haben, die sie sich immer vor Augen halten und dafür kämpfen wollen.“ Geschmückt wird das Wort von einer Traumgestalt, einer Schlange mit Flügeln am Kopf. Ein bunter Hintergrund und der Schriftzug „JC Glöthe“ runden die kreative Arbeit ab.

Gemeinsam wachsen

Am Abend des Aktionstages waren alle Teilnehmer zwar erschöpft, aber auch zufrieden und stolz. „Als sie ihr fertiges Bild bewundert haben, rieben sich manche die Augen: Wir haben etwas Tolles geschaffen.“

Und das sei auch das Ziel der städtischen Mitarbeiterinnen, die für die Jugendarbeit in Glöthe zuständig sind, gewesen, berichtet Jessica Krengel-Lienau: Jugendlichen über die Verwirklichung eigener kreativer Ideen, die Möglichkeit geben, Erfolgserlebnisse zu sammeln, neue Talente zu entdecken und an gemeinsamen Herausforderungen zu wachsen. „Denn Graffitis müssen nicht immer verbotene Schmierereien sein, sondern können Jugendlichen in geeignetem Rahmen dabei helfen, über sich hinaus zu wachsen.“