Staßfurt/Güsten/Rathmannsdorf l Die Städte und Gemeinden als Träger der Grundschulen würden bei der organisatorischen Umsetzung der Corona-Lockerungen in den Grundschulen wenig Einfluss haben, verweist Oberbürgermeister Sven Wagner auf die jeweiligen Schulleitungen.

Die informieren speziell über Elternbriefe, allgemein auch über ihre Internet-Auftritte, wie es ab heute mit dem Unterricht laufen soll.

Die Uhland-Grundschule Staßfurt beispielsweise teilt da mit: „Der Unterricht findet in kleinen Lerngruppen auf Klassenleiterbasis statt ... Vorrangig werden die Fächer Deutsch, Mathematik, Sachunterricht sowie für die 4. Klassen das Fach Englisch unterrichtet. Der reguläre Stundenplan tritt für diesen Zeitraum außer Kraft.“

Eine Woche Präsenz-, eine Woche Fernunterrich

Die Kinder haben in festen kleinen Lerngruppen eine Woche Präsenzunterricht in der Schule, dann eine Woche Fernunterricht zu Hause.

Der Schülertransport soll ebenfalls in Kleingruppen erfolgen. Die Eltern werden daran erinnert, dass in den Bussen Mundschutzpflicht besteht. Auf dem Pausenhof und den Schulfluren in Neundorf übrigens auch. Im Unterricht und in den Klassenräumen nicht.

Viele Grundschulen beginnen mit wechselnder Schülerbelegschaft. Hier ist es wöchentlich, da tageweise. Nicht zuletzt, weil es aus Platzgründen und den geforderten Abstandsregeln gar nicht anders geht. Aber auch, weil erst Erfahrungen gesammelt werden müssen.

„Hurra, die Schule hat uns wieder!“, frohlockt die Grundschule Güsten auf ihrer Internet-Startseite. Alle Kinder hatten zuletzt die Möglichkeit, ihre Schule wieder zu besuchen. Bis auf Weiteres bleibt es aber nach den Pfingstferien bei einem Präsenztag in der Schule und zwei Tagen „Lernen auf Distanz“.

Generell in allen Schulen gilt: Am ersten Präsenztag jeder Woche müssen die Eltern einen ausgefüllten Gesundheitsnachweis für ihr Kind in der Schule abgeben.

Ihr großes Platzangebot kommt in der gegenwärtigen Zeit derweil der evangelischen Grundschule Rathmannsdorf doppelt zu Gute. Hier ist Schulleiterin Ute Ellert um eine umfängliche Beschulung bemüht – trotz der schwierigen Lage.

Sie freut sich „über einen Neustart für alle Kinder und jeden Tag in der Schule“.

Das heißt ab heute konkret, die Regelbeschulung erfolgt täglich vor Ort in zwei festen Gruppen und Räumen und mit je einem Lehrer.

Und auch hier heißen die Schwerpunkte des Unterrichts natürlich Deutsch, Mathematik und Sachkunde. Alle Nebenfächer können trotzdem angeboten werden, da Unterstützung von der Landeskirche durch Birgit Wassermann an zwei Tagen in der Woche kommt. „Dafür sind wir sehr dankbar und möchten uns herzlich bedanken“, sagt Ute Ellert.

Alles unter Beachtung des Hygienekonzepts

Und die Schulleiterin kündigt an: „Wir werden Elterngespräche durchführen, um die Diagnostik mit Eltern und Kindern auszuwerten sowie Maßnahmen festzulegen, um eventuell entstandene Lücken bei einzelnen Kindern zu schließen.“

Für diese Fälle will die Schule einen speziellen Forder- beziehungsweise Förderunterricht für täglich eine Stunde einrichten, um wieder individuelle Angebote für jedes Kind anzubieten.

Gewährleistet sei derweil auch die wichtige Essenversorgung – frisch zubereitet in der benachbarten Küche des BBRZ – in gewohntem Umfang.

„Das alles passiert unter der Beachtung der Hygienekonzepte von Schule und BBRZ“, unterstreicht Ute Ellert. So wird es zum Beispiel versetzte Pausenregeln oder den „Einbahnstraßenverkehr“ im Schulflur geben, um die gefordeten 1,50 Meter Abstand einzuhalten.

Das sei bereits vor den Ferien schon mit allen Kindern erfolgreich geübt worden, als an zwei Tagen Unterricht und die Diagnostik stattgefunden hatte. Unterdessen wird in Rathmannsdorf nun auch die Notbetreuung im Hort durch eine Regelbetreuung für alle Kinder uneingeschränkt abgelöst. Die Hausaufgaben werden nach und nach in den Nachmittagsbetrieb des Hortes integriert. Der Frühhort wird auch mit Hilfe des BBRZ-Personals abgesichert.

Sechs Wochen Kurzarbeit sind für Mutti genug

Die Wochen in der Notbetreuung wurden hier übrigens dafür genutzt, den Schulgarten in Angriff zu nehmen und die ersten selbstgesäten Kürbispflanzen nach draußen zusetzen. Unterstützt wurden die Kinder dabei von den Landschaftsbauern und Gärtnern des BBRZ.

Auch die bepflanzte Kräuterspirale muss nun regelmäßig gepflegt werden, die von den Unterrichtsräumen schön zu sehen ist. Auf die erste Ernte freuen sich schon alle. Und vor allem natürlich auf das Wiedersehen. Alec kann es kaum erwarten, seinen besten Kumpel nach zehn Wochen endlich in der Schule wieder zu treffen. Und auch die Eltern dürften diese Freude teilen. Finjas Mama Sandra Nebel ist „sehr glücklich, dass wieder Normalität einzieht. Sechs Wochen Kurzarbeit Null liegen hinter ihr. „Das war genug“, so die Ilberstedterin.

In der Grundschule Rathmannsdorf macht man sich bereits Gedanken für die nächsten Einschulungskinder. Ab dem 10. Juni läuft der wöchentliche Vorschulunterricht an. Immer mittwochs, 16 bis 16.30 Uhr, können in der Grundschule nahezu alle geplanten Angebote durchgeführt werden, beginnend mit kleinen Experimenten. Die nächsten Abc-Schützen sind herzlich eingeladen, ebenso die Eltern dann zum Elternabend am 11. Juni.