Hecklingen l „Bisher wissen wir noch nichts genaues, aber irgendwie wird es schon weitergehen“, sagt Klaus Zumm, der seit etwa 30 Jahren als Fahrlehrer in Hecklingen arbeitet. So etwas, wie die aktuelle Situation habe er in den vergangenen Jahrzehnten auch noch nie erlebt, sagt Zumm und ergänzt: „Nur damals beim Hochwasser, da konnten wir eine Woche nicht fahren. Sonst sind wir aber bei Wind und Wetter auf der Straße – egal ob es regnet oder schneit.“

Fahrlehrer hoffen auf Lockerungen

Dass es weiter geht, steht für Zumm fest. Doch wann und wie, das kann bisher noch niemand genau sagen. Er warte noch auf die Anweisungen von der Dekra und dem Fahrlehrerverband. „Ich bin optimistisch, dass wir alle Auflagen umsetzen können. Bisher ist allerdings noch offen, was dann mit den Theoriestunden passiert. Vielleicht verkleinern wir die Klassen und versuchen, die Stunden nachzuholen. Vielleicht ändern sich ja ein paar Regelungen, die es aktuell gibt“, so Zumm. Damit sei gemeint, dass es aktuell nicht möglich ist einen kompletten Tag Fahrtheorie anzubieten.

Aktuell warten etwa sechs der Fahrschüler von Zumm und seinen Kollegen auf die Prüfung, die mussten nämlich wegen Corona abgesagt werden. „Jetzt müssen wir erstmal schauen, wie dann der Stand nach Corona ist. Denn wir wollen natürlich auch, dass die Schüler ihre Prüfung bestehen. Außerdem kommen dann noch die Abiturprüfungen. Es kann also sein, dass sich die Schüler erst mal auf die Abiturprüfung vorbereiten müssen und danach erst mit ihrem Führerschein weiter machen“, berichtet der Fahrlehrer.

Für die Fahrschule Zumm kam die Corona-Krise außerdem zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt, denn Klaus Zumm hat erst am Anfang des Jahres die Fahrschule an seinen Sohn übertragen, der ebenfalls als Fahrlehrer arbeitet und den Familienbetrieb in nächster Generation weiterführt.

Sofort-Hilfe hat funktioniert

„Natürlich gab es da auch Investitionen. Ich muss aber sagen, dass die Hilfe vom Staat sofort kam. Das hat sehr gut funktioniert und wir wurden nicht im Regen stehen gelassen“, so Zumm. Über andere Möglichkeiten, mit den Fahrschulautos Geld zu verdienen, habe er sich keine weiteren Gedanken gemacht. „Da wäre es schwierig gewesen wegen einer Genehmigung. Wir haben die Zeit genutzt, um Vorbereitungen für die Wiedereröffnung zu treffen. Wir könnten quasi sofort wieder durchstarten“, sagt Zumm optimistisch.

Optimistisch ist auch der Vorsitzende vom Fahrlehrerverband Wolfgang Prescher. „Ich bin zum jetzigen Zeitpunkt positiv gestimmt. Es wäre wünschenswert, dass auch die Fahrschulen ab dem vierten Mai wieder öffnen dürften. Aber die Politik hat da natürlich das letzte Wort. Wir müssen also alle noch geduldig sein“, sagt Prescher.

Gestaffelte Öffnung nicht sinnvoll

Für die Wiedereröffnung habe der Fahrlehrerverband genaue Vorstellungen, so gebe es bereits einen Hygieneplan und einige Hersteller die Sicherheitsvorrichtungen verkaufen. „Man könnte zum Beispiel zu den Rücksitzen Plexiglas einbauen und Masken tragen. Es muss natürlich immer gewährleistet sein, dass der Fahrlehrer auch in das Geschehen eingreifen kann. Plexiglas zwischen Fahrlehrer und -schüler darf es also nicht geben“, erklärt Prescher und ergänzt: „Wichtig ist, dass die Fahrschulen wieder aufmachen dürfen. Und zwar alle. Denn es macht für uns keinen Sinn, erst mit Motorrad anzufangen, dann Lkw und später erst wieder Pkw. Es gibt schließlich genug Fahrschulen, die ausschließlich Pkw-Führerschein anbieten.“

Außerdem schlage der Verband vor, dass mehr Theoriestunden pro Tag angeboten werden sollten, dies müsse aber der Gesetzgeber entscheiden. Denn: „Aktuell sind nur zwei Doppelstunden erlaubt. Es wäre gut, wenn die Stunden schnell nachgeholt werden können“, so Prescher.