Förderstedt l In besonderen Zeiten braucht es besondere Ideen. Wer auf dem Arbeitsmarkt flexibel reagiert, macht sich krisenfit. Und wenn ein Arbeitnehmer blitzschnell umdenken kann dank kreativer Köpfe, ist die Firma für die Zukunft gewappnet. Also hoffentlich. Die Firma „Jordan GmbH Metec Blechsysteme“ aus Förderstedt jedenfalls ist ein Querdenker mit innovativem Seiteneinschlag.

Das 40 Mitarbeiter starke Unternehmen ist in normalen Zeiten mit der Entwicklung und Serienfertigung von hochwertigen Betriebseinrichtungen aus Blech wie zum Beispiel Werkstattwagen, Werkbänke oder Schränke beschäftigt. Auch Maschinenverkleidungen aus Blech stellt Metec für Kunden in ganz Deutschland her. Neben dem Sitz in Förderstedt hat Metec Blechsysteme Schwesterfirmen in Raddestorf (Niedersachsen) und Sonnenstein (Thüringen). Seit 2013 ist die Firma im Salzlandkreis ansässig.

Nun ist auch die Förderstedter Firma voll von der Corona-Krise betroffen. „Die derzeitige Krise trifft unser Unternehmen mit voller Härte, weil wir als Zulieferbetrieb in vielen Branchen schlagartig einen massiven Rückgang der Abruf- und Bestelltätigkeit verzeichnen müssen“, erzählt Geschäftsführer Reiner Büsching. Bis zu 75 Prozent ist die Produktion zurückgegangen. Mitarbeiter mussten in Kurzarbeit geschickt werden.

Innerhalb von 14 Tagen umgestellt

Aber statt Depression herrscht bei Metec fiebrige Anspannung, wie die Krise gemeistert werden kann. „Wir haben sehr intelligente Mitarbeiter und Maschinen“, sagt Büsching. So wurde Ende März eine Idee geboren, wie sich die Firma umstellen und anpassen kann. Es wurde das Produkt „Kontaktschutz“ entwickelt. Die Idee: In Geschäften, Hotels, Apotheken, Werkstätten oder Ämter werden Schutzschilder aufgestellt, die vor dem Coronavirus schützen. Die Verkleidung ist aus Stahlblech, die Klarsichtscheibe aus Kunststoff, die leicht zu reinigen, zu wechseln und ein geringes Gewicht hat. „Innerhalb von 14 Tagen haben wir das Programm umgestellt“, so Büsching.

Erste Produkte der neu entwickelten Palette sind zwei unterschiedlich breite Schutzschilder. „Das ist ein kleiner Wagen mit Durchreiche und Rollen unten dran“, erklärt Büsching. „Ich könnte mir das zum Beispiel in Autowerkstätten gut vorstellen, damit der Kunde in der Werkstatt kontaktlos mit den Mitarbeitern ins Gespräch kommen kann.“ Diese wären ab 165 Euro zu haben.

Über Ostern wurde dann der Achtecktower entwickelt, der sich zum Absatzschlager entwickeln könnte. Dabei handelt es sich um einen achteckigen Turm, der beliebig im Baukastenprinzip mit Scheiben versehen werden kann. Verschiedene Höhen sind einstellbar. „Der Tower passt auf jeden Bierdeckel und ist vielseitig einsetzbar“, sagt Büsching. Dieser soll 47 Euro kosten.

Büsching stellt sich vor, dass die Produkte der Förderstedter Firma auch in Schulen, Fitnessstudios oder Nagelstudios eingesetzt werden können. Überall dort eben, wo viele Menschen zusammenkommen und es einfach nicht möglich ist, immer genügend Abstand zu halten. „Es wird da sicherlich in den nächsten zwei Jahren auch kein Zurück mehr geben. Man muss sich separieren. Unsere Produkte sind dabei zeitlos und nachhaltig“, so Büsching. Der große Wunsch ist es natürlich, dass die Firma dadurch in Zukunft mehr Umsatz macht und gestärkt aus der Krise herauskommen kann.

Landrat Bauer lobt Innovationskraft

Erste Bestellungen habe es dabei bereits gegeben. „Weitere Ideen sind in Planung.“ Brandneu ist dabei eine universelle Säule, an der Desinfektionsmittel, Hinweisschilder oder Absperrbänder angebracht werden können. Vieles ist denkbar und umsetzbar für die Förderstedter Firma.

Die Innovationskraft der Firma Metec sieht auch Landrat Markus Bauer (SPD) als Vorbild. „Viele Firmen blicken in eine ungewisse Zukunft, die Zahl der Arbeitslosen wird größer. Umso wichtiger ist es, dass es Firmen wie die Metec im Salzlandkreis gibt. Die Firma hat es geschafft, sich schnell auf die veränderten Rahmenbedingungen einzustellen“, teilt Bauer mit. „Jetzt kann sie sogar mit dem produzierten Kontaktschutz dazu beitragen, die Corona-Pandemie wirksam einzudämmen.“ Das Beispiel zeigt, „wie frühere richtige strategische Entscheidungen später zu Vorteilen im Wettbewerb führen können“.

Bauer hofft, dass dieses Beispiel anderen im Salzlandkreis Mut macht. Dass das Beispiel zeigt, dass in manchmal hoffnungslosen Zeiten das Feuer der Wirtschaft nicht erloschen ist.