Staßfurt l Vorweg ganz wichtig: „Es gibt aktuell keinen Anlass zur Sorge, dass kritische Situationen demnächst in Staßfurt eintreten werden“, sagt Oberbürgermeister Sven Wagner (SPD). Bis heute gibt es in der Stadt Staßfurt nur einen einzigen bestätigten Corona-Fall. „Ich erachte es aber dennoch für angebracht, sich auf alle möglichen Szenarien vorzubereiten und auf Nummer sicher zu gehen.“

Die Stadt bereitet daher jetzt die Inbetriebnahme einer „örtlichen Einsatzleitung“ vor. Sie würde aus Stadtverwaltung mit Ordnungsamt, Feuerwehr und anderen Hilfsorganisationen bestehen und in verschiedenen Notlagen Hilfe für die Bevölkerung organisieren.

Verschiedene Szenarien

Die örtliche Einsatzleitung in Staßfurt soll in der aktuellen Krise unter anderem bei folgenden Szenarien handeln können: Was passiert, wenn Ortsteile wie in Jessen abgeriegelt werden müssen? Wenn es zu Engpässen kommt, wie kann man die Versorgung der Bevölkerung sicherstellen? Wie geht man gegen eventuelle Corona-Partys vor? Wie wird die Evakuierung zum Beispiel eines Altenheims mit infizierten Bewohnern organisiert?

„Neben unserem normalen Krisenstab, der regelmäßig im Rathaus zusammentritt, bereiten wir uns vorsorglich auf den Fall der Fälle vor“, so Sven Wagner. „Wir werden dazu auch sukzessive Hilfsorganisationen wie THW oder DRK einladen.“

Im Saal der Stadtwerke Staßfurt hat man bereits ein Lagezentrum mit Computern und Telefonen eingerichtet. Bei Inbetriebnahme wird es ein Organigramm mit verschiedenen Bereichen und Ansprechpartnern sowie Dienstpläne geben.

Helfer stehen bereit

Am Dienstag dieser Woche kam die noch inaktive örtliche Einsatzleitung das erste Mal zusammen. Man ist noch ganz am Anfang. „Wir werden uns aktuell häufiger treffen, um diverse Szenarien nachzuempfinden und zu planen“, so Wagner. Heute folgt die zweite Beratung.

Stadtwehrleiter Tobias Schumann gehört zur örtlichen Einsatzleitung und berichtet aus der Vergangenheit: „Das erste Mal hatten wir eine örtliche Einsatzleitung beim Orkantief Friederike im Januar 2018 in Staßfurt in Betrieb, das letzte Mal beim Sturm Sabine.“ Dies habe sehr gut geklappt, Einsätze konnten gut getaktet und durchorganisiert werden. „Wir legen dabei intern fest, wer welche Aufgaben übernimmt, prüfen, wie es um unsere Ausrüstung bestellt ist, wo wir bestimmte Materialien herbekommen oder bei der aktuellen Lage zum Beispiel, wie wir bei Abriegelung eines Ortes überhaupt vorgehen können.“

Beim freiwilligen Sanitätszug des DRK Staßfurt-Aschersleben freut man sich schon auf die Einladung der Stadt. Sprecher Florian Krebs: „Wir können als Berater fungieren, zum Beispiel bei der Planung einer Evakuierung eines Pflegeheims. Auf unserem Gerätewagen sind zwei Beatmungsgeräte. Theoretisch könnten wir Krankenhäuser mit dem Aufbau eines mobilen Behandlungsplatzes unterstützen, was momentan jedoch nicht notwendig ist.“