Schönebeck/Bernburg/Egeln/Aschersleben l Der Eindruck ist: Je größer und personell stärker aufgestellt das Zentrum ist, desto lockerer werden die Kriterien ausgelegt.

Für kleine Zentren wie Aschersleben und Egeln gilt: Patienten müssen erstens grippeähnliche Symptome zeigen und zweitens entweder Kontakt zu einer infizierten Person gehabt haben oder sich vor kurzem in einem Risikogebiet aufgehalten haben. Beide Kriterien müssen unbedingt erfüllt sein.

Personalfrage

Im Testzentrum in Egeln übernimmt eine medizinische Fachangestellte die Abstriche, während die Ärztin weiterhin ihre Sprechstunden abhält und nur im Zweifelsfall dazukommt. Das Personal ist also sehr begrenzt. „Wir halten uns genau an die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts“, heißt es aus Egeln.

In Schönebeck, wo Dr. Robin John mit Helfern extra für die Tests abgestellt wurde, muss man die Kriterien nicht so streng auslegen. Der Arzt erklärt: „Das Robert-Koch-Institut lockert aktuell die Voraussetzungen für einen Test. Wenn man ‚respiratorische Symptome jeder Schwere‘ als Kriterium nimmt, kann man großzügiger testen.“ Das heißt Fieber und Gliederschmerzen, aber auch normale Erkältungssymptomen wie Husten oder Schnupfen rechtfertigen einen Test. In der Information des Schönebecker Zentrums heißt es daher schon lockerer formuliert: Es „sollte ein Kontakt zu einem bestätigten „Corona-Fall“ vorliegen oder der Patient sollte zuvor im Risikogebiet gewesen sein.“

Lagebild

Im Testzentrum Bernburg muss nur eines der Kriterien – Symptome und/oder Kontakt zu einem Infizierten oder Aufenthalt im Risikogebiet - erfüllt sein. Bei großem Andrang haben natürlich die Patienten mit zwei Kriterien Vorrang. Dass dadurch auch Grippe-Erkrankte und andere kommen, „nehmen wir in Kauf, um andere Ärzte nicht zu überfluten“, so der Verantwortliche Dr. Wolfram Woltersdorf. Die Test-Kriterien ändern sich sowieso stets. „Wir sollen auch ein Lagebild des Salzlandkreises bekommen und wissen, wie hoch der Durchseuchungsgrad ist.“