Staßfurt/Schönebeck/Bernburg l Der Kreiswirtschaftsbetrieb plant im Wirtschaftsjahr 2018 Investitionen in Höhe von rund 4,3 Millionen Euro. In dieser Summe sind rund 2,6 Millionen Euro für Bauleistungen zur Rekultivierung der Deponien in Staßfurt, Schönebeck-Frohse und Bernburg-Latdorf enthalten. „Das ist ein großer Anteil mit dem wir in allen Bereichen auf die Stilllegung hinarbeiten“, sagt Ralf Felgenträger.

Der Leiter des Kreiswirtschaftsbetriebes berichtet, dass an den Standorten in diesem und den Folgejahren gleichermaßen umfangreiche Arbeiten mit dem Einsatz entsprechender finanzieller Mittel vorgesehen sind. Alle drei Anlagen werden seit 2005 nicht mehr betrieben. Aber: „Von allen drei Deponien befindet sich auch noch keine in der Nachsorgephase.“ Es geht also derzeit weiterhin um die Rekultivierung. Erst danach beginnt die Nachsorge, die 30 Jahre dauert und in der die ehemaligen Müllberge weiter regelmäßig geprüft werden.

Gas zu Strom

Zur Rekultivierung der Deponie Schönebeck werden jährlich rund 260.000 Euro für Maßnahmen zur Stilllegung eingesetzt. Ralf Felgenträger berichtet, dass auf dem Plateau des Hügels in der Elbestadt noch rund fünf Hektar Fläche unbefestigt sind. Hier nutzt der Kreiswirtschaftsbetrieb die Ausbeute des entstehenden Methangases wirtschaftlich. 2014 habe das kommunale Unternehmen ein Blockheizkraftwerk (BHKW) gekauft. Inzwischen bewirtschaften seine Mitarbeiter die Anlage selbst. „Wir bedienen uns nicht Dritter und sparen dadurch auch Kosten“, erklärt der Betriebsleiter. In den Deponiekörper wurden 36 Gasbrunnen gebohrt und drei Sammelstationen eingerichtet. Das Gas wird angesaugt und verdichtet.

Ist die Qualität gut genug, treibt es das Blockheizkraftwerk an. Strom wird produziert und in das Netz der Schönebecker Stadtwerke eingespeist. Rund 1000 bis 1500 Haushalte können jährlich durch das „Minikraftwerk“ auf der Deponie versorgt werden. Für den Kreiswirtschaftsbetrieb stellt die Einspeisevergütung eine Einnahme dar. 2018 sind rund 180.000 Euro aus der Verstromung eingeplant. Ist das Gas zu unrein, wird es aber in Schönebeck genauso wie in Bernburg und in Staßfurt abgefackelt. Damit in Schönebeck die Gärungsprozesse am Laufen gehalten werden können, bleibt der Berg oben offen. Sauerstoff und Wasser wirken dann auf die Verrottung des Mülls ein.

Pläne

Ralf Felgenträger berichtet, dass man vor dem Kauf die Wirtschaftlichkeit der eigenständigen Betreibung des BHKWs geprüft habe. Damals seien auch Prognosen abgegeben worden, wie lange man das Gas zu Strom machen könne. „Wir gehen nach diesen Erkenntnissen davon aus, dass die Anlage noch zwei Jahre läuft.“ Damit hätte sich die Investition in das BHKW auch rechnen. Erst danach werde auch der Kopf der Deponie geschlossen.

Zur Rekultivierung der Deponie in Bernburg setzt der Kreiswirtschaftsbetrieb in diesem Jahr rund 1,6 Millionen Euro ein, 2019 sollen es rund 2,4 Millionen Euro sein. Auf dieser Deponie, so der Leiter des Kreiswirtschaftsbetriebes, würde mit diesen Mitteln das Rekultivierungskonzept planmäßig umgesetzt werden.