Groß Börnecke l „Wenn ich mich für eine Sache engagiere, dann versuche ich immer 100 Prozent zu geben“, erzählt Marina Feldheim. Dabei allem gerecht zu werden, sei manchmal ein Spagat. Freizeit kennt die Groß Börneckerin nicht. „Zeit für mich nehme ich mir nur selten.“ Sie macht ihre Ehrenämter gerne, auch wenn es manchmal viel abverlangt. Im Stadtrat, als Vorsitzende im Kultur- und Sozialausschuss, im Ortschaftsrat und als stellvertretende Vorsitzende des Kultur- und Heimatvereins ist sie tätig. Die Organisation des Kinderkarnevals des Heimatvereins liegt ihr ebenfalls sehr am Herzen. Zudem leitet sie die Abteilung Karneval des Vereins.

Seit der achten Klasse schlägt das Herz von Marina Feldheim für den Karneval. „1973 gab es eine Lehrerin, die mit uns nach der Schule Gardetänze geübt hat“, denkt sie zurück. „Das war eine tolle Zeit, wir waren immer bis zu 15 Mädchen in der Tanzgruppe.“ An ihre erste Gardeuniform könne sich die 58-Jährige noch genau erinnern: „Ich trug einen blauen Rock zum Knöpfen, weiße Strumpfstiefel und eine weiße Bluse zu den Auftritten“. In der Schule in Groß Börnecke und im Nachbarort Schneidlingen tanzten die Mädchen zum Karneval.

Und genau diese Erfahrungen möchte Marina Feldheim auch gerne weiter vermitteln. „Seitdem ich mich zurückerinnern kann, wollte ich schon immer mit Kindern arbeiten.“ Um sich diesen Berufswunsch zu erfüllen, ging die Groß Börneckerin nach ihrem Schulabschluss 1975 nach Magdeburg, um eine Ausbildung zu machen. „Damals hieß es noch Kindergärtnerin.“ Drei Jahre später kam sie in ihren Heimatort zurück und widmete sich ihrem Sohn Marcel, der 1978 geboren wurde, und ihrer Tochter Susann, die sechs Jahre später die Familie komplett machte. Seit 1991 ist die 58-Jährige Leiterin der Kita „Sonnenschein“ der Volkssolidarität in Groß Börnecke und ist bei den Kindern und Eltern sehr beliebt.

„Durch die Ausbildung und meine Kinder habe ich eine längere Pause vom Karneval gemacht.“ Das sollte sich aber schnell wieder ändern mit der Gründung des Kultur- und Heimatvereins in den 90er Jahren. Marina Feldheim gehört zu den Gründungsmitgliedern. Bis heute ist sie die stellvertretende Vorsitzende. Den Vorsitz habe sie immer abgelehnt. „Ich springe gerne da ein, wo ich gebraucht werde“, erklärt sie. Da sie so viele Ehrenämter zu bedienen hat, sei das die beste Lösung, damit auch nichts zu kurz komme.

„Wir haben damals den Verein gegründet, weil es so viele verschiedene Gruppen gab, den Männerchor, den Frauenchor, oder den Karneval.“ Seitdem übernahm die 58-Jährige die Leitung für das Männerballett, ein Jahr kümmerte sie sich zwischenzeitlich um die Tanzgruppe „Börnecker Spatzen“, und um die Frauentanzgruppe der Abteilung Karneval. „Über zehn Jahre habe ich das Männerballett auf die nächsten Sessionen vorbereitet“, sagt Marina Feldheim. „Ich erinnere mich noch an den ersten Tanz unter meiner Leitung, Schwanensee.“ Den Leuten habe es damals so gut gefallen, dass sie sogar Geld auf die Bühne geworfen haben. „So etwas habe ich vorher noch nie erlebt.“ In diesem Jahr habe die 58-Jährige das Ballett abgegeben, da sich jemand dafür gefunden habe. Auch die Frauen habe sie über zehn Jahre trainiert.

Besonders am Herzen liege ihr der Kinderkarneval. „Es ist einfach schön, mit Kindern zu arbeiten, da sie so begeisterungsfähig sind.“ Schon zu ihrer Jugendzeit habe es einige tolle und engagierte Leute gegeben, ohne die es nicht möglich gewesen wäre, den Karneval auf die Beine zu stellen. Bevor der Heimatverein gegründet wurde und alle verschiedenen Abteilungen in einem Verein zusammengefasst wurden, habe der Männerchor den Karneval schon in den 60er Jahren ins Leben gerufen und organisiert. „Ich erinnere mich noch gut an Walter Becker und Dieter Nehring, die uns als Jugendliche bei den Vorbereitungen für den Karneval unterstützt haben“, ist die Groß Börneckerin dankbar. „Leider müssen die Guten immer gehen, doch was kommt dann?“

Auch wenn Marina Feldheim in zwei Jahren 60 Jahre alt wird, möchte sie den Kinderkarneval nicht sterben lassen. „Es wäre an der Zeit, dass die Jugend nachrückt und die Leitung übernimmt.“ Manchmal sei es einfach schon schwierig noch körperlich alles mitzumachen wie früher. „Ich möchte gerne immer noch alles geben, aber ich hoffe, dass sich für die Kinder auch in Zukunft jemand finden wird, denn wenn man sich für etwas entscheidet, muss man es auch ernst meinen.“ Damit das kulturelle Leben in einem Ort nicht sterbe, brauche es Menschen, die ihre Freizeit gerne ehrenamtlich investieren. „Sonst passiert nichts mehr.“