Egelner Mulde l An der Gründung eines eigenen Beirates haben einige Jugendliche in der Egelner Mulde Interesse. Das bekundeten sie während der Sitzung des Kultur- und Sozialausschusses des Verbandsgemeinderates. Nachdem sich das Gremium bei der vergangenen Sitzung mit der Gründung eines Seniorenrates befasst hatte, war der Ruf schon im Ausschuss nach einem Jugendbeirat laut geworden. Neben Sven Rosomkiewicz (CDU) befürwortete ebenso Ulrich Biermann (Linke) einen Vertretung für die jungen Menschen in der Verbandsgemeinde. Das sei für ihn viel wichtiger, als ein Seniorenbeirat, sagte er. Die Senioren seien bereits ausreichend im Gemeinderat vertreten, begründete er seine Meinung.

Zu einem ähnlichen Schluss kommt auch Sven Rosomkiewicz am Mittwochabend. Das Durchschnittsalter liege bei 60 Jahren im Verbandsgemeinderat, erzählt er in die Runde. Er sei mit Abstand der Jüngste in dem Gremium, schildert er weiter. In einigen Jahren seien wieder Kommunalwahlen. Dann müssten sich auch junge Menschen den Bürgern stellen, befürwortet er einen Alterswandel im Verbandsgemeinderat.

Großes Interesse

Ausschussvorsitzende Marion Schuster (CDU) freute sich über das große Interesse der jungen Leute an der Sitzung des Ausschusses. Sie wollte von den jungen Leuten einmal erfahren, womit sich ein möglicher Beirat beschäftigen könne und wie er arbeiten solle. Konkrete Vorschläge zur Arbeitsweise hatten die Jugendlichen an dem Abend noch nicht dabei.

Zumal der Verbandsgemeinderat entscheiden müsste, welche Rechte er einem Jugendbeirat einräumen wolle. So könnte er den Jugendlichen beispielsweise ein Rederecht im Verbandsgemeinderat oder in den Ausschüssen bei Themen einräumen, die die Jugend betreffen.

Ein wichtige Frage kreiste an dem Abend um die Frage, wie die Mitglieder eines Beirates gefunden werden sollten. Aus möglichst jedem Ort der Verbandsgemeinde sollte ein Jugendlicher kommen, schätzte Marion Schuster ein. Dabei wolle sie nicht nur diejenigen Jugendlichen erreichen, die die Jugendeinrichtungen frequentieren. Alle Jugendlichen sollen für eine Mitarbeit in dem Gremium begeistert werden.

Schriftliche Bewerbung

So könne sie sich eine Ausschreibung vorstellen, sagte sie. Hierbei werden die Jugendlichen aufgefordert, sich schriftlich für eine Mitarbeit in dem Gremium zu bewerben. Der Verbandsgemeinderat müsste dann entsprechend auswählen, sollte es aus einem Ort mehrere Bewerber geben, schlug sie vor. Schließlich könnten aus einem Ort nicht zehn Mitglieder des Jugendbeirates kommen.

Um die Jugendlichen in den Orten zu erreichen, könnte die Verbandsgemeinde die Schulen nutzen. Schließlich sind die jungen Leute hier tagsüber anzutreffen, schlugen die Jugendlichen vor. Der Kulturausschuss wolle sich mit dem Jugendbeirat dauerhaft beschäftigen und das Gremium begleiten, kündigte Marion Schuster an. Allerdings wurde in der Diskussion deutlich, dass die Jugendlichen wohl auch mal gern allein über die Dinge reden wollten und nur von Zeit zu Zeit einen Besucher aus dem Ausschuss begrüßen würden. Viel diskutiert wurde am Donnerstagabend bereits über mögliche Themen des Gremiums. So interessieren sie sich vor allem für die Jugendeinrichtungen in den Orten. In den zurückliegenden Jahren war es den Mitgliedsgemeinden immer wieder gelungen, die Einrichtungen offen zu halten. Mit einer Aufwandsentschädigungsregelung haben sie zuletzt die Besetzung der Einrichtungen abgesichert, erinnerte Sven Rosomkiewicz. Optimal sei die Lösung aus der Sicht der Absicherung. Nicht optimal bezeichnete er allerdings die finanziellen Möglichkeiten in den Kommunen, um die Jugendeinrichtungen entsprechend auszustatten oder Inhalte zu finanzieren. Das ist den jugendlichen Besuchern auch bereits in einigen Einrichtungen aufgefallen, sagten sie. Die baulichen Zustände in einigen Jugendeinrichtungen machten den Investitionsstau deutlich sichtbar.

Doch es geht den jungen Leuten nicht nur darum. Früher habe es viel mehr Veranstaltungen in den Einrichtungen gegeben, wissen sie noch. Zum Beispiel Tag der offenen Tür für die nächste Generation. Andere Jugendliche wünschen sich beispielsweise einen Raum, um gemeinsam mit jungen und älteren Einwohnern gemeinsam zu kochen und anschließend zu essen. Sie treffen mit ihrem Vorschlag einen Nerv auch bei den Erwachsenen Gästen.

Verbandsgemeinde macht ersten Schritt

Nachdem das Interesse an einer eigenen Jugendvertretung nun mehr als deutlich geworden ist, will die Verbandsgemeinde die Gründung anschieben. Zuvor, gab es einen Ratschlag aus dem jugendlichen Lager, könnte sich die Kommune in den Städten nach Erfahrungen erkundigen, die bereits einen Jugendbeirat besitzen.

Demnächst werde sich der Verbandsgemeinderat mit dem Thema befassen. Der Kultur- und Sozialausschuss werde dort das Ergebnis der Beratungen mitteilen und entsprechende Vorschläge zur Umsetzung unterbreiten, meinte Marion Schuster.

Nach Meinung von Hauptamtsleiterin Dagmar Witzke könne der Senioren- und der Jugendbeirat schon im ersten Quartal im kommenden Jahr seine Arbeit aufnehmen, wenn die Voraussetzungen bis dahin geklärt seien.