Löderburg l Das Vereinsheim der Löderburger Fußballer ist eine einzige Baustelle. In dem Flachbau am Sportplatz, gleich neben dem Jugendclub, konnten sich die Sportler früher einmal umziehen, hatten Räume für Versammlungen und sogar einen Ausschank mit Pächter.

Schon im Sommer musste das Vereinsheim für die rund 100 Sportler des Vereins geschlossen werden. Die Stadt hatte das angeordnet, weil die Gefahr für Menschen im Gebäude offenbar zu groß wurde. „Der Stromkasten und die Elektrik waren defekt und mussten dringend erneuert werden“, erklärt Diana Bode vom Vorstand des Sportvereins.

Also haben sich die Sportler vom FC Bode überlegt, die Sache selbst anzupacken. In Eigenleistung sanieren sie das Vereinsheim – Stück für Stück. Darauf haben sie sich mit der Verwaltung geeinigt. Das Gebäude gehört der Stadt Staßfurt und wird den Sportlern zur Verfügung gestellt.

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Also werkeln die Vereinsmitglieder seit einiger Zeit bei Arbeitseinsätzen. „Als erstes mussten Stromkasten und -leitungen wieder auf Vordermann gebracht werden, bevor alles andere passiert“, berichtet Diana Bode. Das hat ein Elektriker unter den Sportlern in seiner Freizeit übernommen, die Arbeit muss von der Stadt abgenommen werden.

In Maleranzug und Arbeitskleidung wurden an den Wochenenden die alten DDR-Deckenplatten im Vereinsheim abgenommen, der Flur neu verputzt und die alten Holztüren herausgeschlagen. „Wir übernehmen die Malerarbeiten und die Sanierung der Sanitärräume“, erklärt Diana Bode. Zwei neue Fenster seien schon fertig. Zum Glück haben die Sportler einige Handwerker unter sich oder kennen zumindest welche, die ihre Leistung sponsern.

Für das Baumaterial hatten die Sportler bei einem Spendenlauf im Sommer gesammelt, der eigens für das Vereinsheim organisiert wurde. Ende Juni kamen so 2000 Euro zusammen, von denen die Einkäufe im Baumarkt bezahlt werden können.

Reichen wird das nicht: „Wir suchen weiterhin nach Sponsoren und Unterstützern, um das Projekt finanzieren zu können“, sagt Diana Bode. „Dringend brauchen wir noch einen Ofen oder Kamin, damit wir heizen können, da unsere Heizungsanlage auch nicht mehr geht.“ Genauso freue sich der Verein natürlich über weitere Menschen, die aktiv den Pinsel und Co. schwingen würden.

Durch die Situation fehlen am Sportplatz die Umkleidekabinen für die Fußballer und die Sanitärräume für Zuschauer und Gäste, was sich auch zum Heimatfest bemerkbar machte. Ein Häuschen für den Eintritt haben sich die Löderburger schon gezimmert und am Sportplatz aufgestellt.

Der Geflügelzuchtverein hatte seine Schau kürzlich in einem Festzelt stattfinden lassen, das auf dem Sportplatz aufgeschlagen wurde. Auch diesem Verein fehlt die Turnhalle im Ort.

Seit Turnhalle zu ist, gibt es keine Fußballk

Dass die Turnhalle seit Januar geschlossen ist, macht sich auch beim FC Bode 90 Löderburg stark bemerkbar. Es gibt nur noch die Mannschaften der Männer und der Alten Herren im Verein. „Die Kindermannschaften sind komplett weg“, bedauert Diana Bode.

„Uns wurden zwar Hallenzeiten in Staßfurt angeboten, aber die Eltern wollten nicht, dass ihre Kinder hin- und hergefahren werden müssen oder konnten es eben nicht einrichten.“ Als es im Sommer draußen unerträglich warm war, konnten die kleinen Fußballer schlecht auf dem Sportplatz trainieren. Im Winterhalbjahr war es dort für die Kinder zu kalt. Ganze drei Kindermannschaften des FC Bode haben sich aufgelöst. Der Nachwuchs ist in Vereine in Hecklingen, Unseburg oder Förderstedt gewechselt.

Deswegen will der Verein den Sportlern, die geblieben sind, wenigstens ein ordentliches Vereinsheim bieten. Es muss noch viele Stunden gewerkelt werden – nach dem Motto ‚Selbst ist der Sportler‘. Der nächste Arbeitseinsatz findet am morgigen Sonnabend ab 10 Uhr statt.