Staßfurt/Güsten/Egeln/Hecklingen l Sturmtief „Sabine“ hat auch im Altkreis Staßfurt zugeschlagen. Zu einem Stromausfall kam es in der Nacht zu Montag zwischen 1.10 und 1.52 Uhr. „Die Mittelspannungsleitung nahe des Tennisplatzes in Staßfurt wurde durch umgeworfene Bäume beschädigt“, sagt Eugen Keller, Geschäftsführer der Stadtwerke Staßfurt, auf Nachfrage. „Betroffen waren die Orte Rathmannsdorf, Neundorf, Hohenerxleben und Löbnitz.“

Die Monteure der Stadtwerke in Bereitschaft konnten die Stromversorgung nach 42 Minuten wieder herstellen. Dabei wurde der Strom auf andere Leitungen umgeschaltet. Die Monteure waren von einem automatischen Überwachungssystem alarmiert worden, das ungewöhnliche Schwankungen im Stromnetz meldet. Die Bäume auf der Leitung wurden am Montag vom Stadtpflegebetrieb beräumt.

Die ganze Nacht unterwegs

„Wir waren die ganze Nacht lang unterwegs, ein Einsatz folgte dem anderen“, berichtet Olaf Simon, stellvertretender Stadtwehrleiter in Staßfurt. Da die Sturmböen von bis zu 90 km/h immer nur kurzzeitig aufkamen, wurden die Feuerwehrleute bei ihrer Arbeit kaum behindert.

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26 Kameraden der Staßfurter, Neundorfer und Löderburger Feuerwehr fuhren zwischen 21 und 6 Uhr fünf Einsätze. „Wir hatten mit der Stadtverwaltung am Sonntag eine örtliche Einsatzleitung gebildet und diese ab 17.15 Uhr besetzt“, so Olaf Simon. Am Montagvormittag löste man die „Sturm-Wache“ im Gerätehaus auf und ging zur normalen Bereitschaft über.

„Beim Jobcenter sah es aus wie auf einem kleinen Schlachtfeld“, sagt Olaf Simon über den größten Einsatz in Staßfurt. Gegen 4.30 Uhr beräumte die Feuerwehr in der Bernburger Straße die Platten, die in mehreren großen Teilen heruntergekommen waren. „Es sind bestimmt drei Viertel des Daches weg.“

Jobcenter muss geschlossen bleiben

Der Schaden am Jobcenter in Staßfurt ist so groß, dass es am heutigen Dienstag für Besucher geschlossen bleiben muss. „Die erforderlichen Instandsetzungsarbeiten werden abhängig von der Wetterlage möglichst zeitnah erfolgen“, so Sprecherin Rebekka Hartmann. Kunden mit einer Einladung zum 11. Februar werde ein neuer Termin geschickt.

In der Nacht mussten die Staßfurter Kameraden außerdem mehrere Bäume von den Straßen räumen (21 Uhr in Neundorf, 22.20 Uhr und 6 Uhr in der Hecklinger Straße, 2.40 Uhr Fehlalarm wegen eines angeblich umstürzenden Baums in Löderburg, 5.50 Uhr in der Sülzestraße Staßfurt ein umgeknickter Strommast).

In Saale-Wipper arbeitete die Feuerwehr wegen „Sabine“ ebenfalls die Nacht durch. Die Kameraden hatten von 16 bis 6 Uhr eine örtliche Einsatzleitung gebildet. „Insgesamt verlief die Sturmnacht ruhig“, so Wehrleiter Gert Lehmann. Die zwei Sturmschäden in Güsten (23.30 Uhr Kastanienweg, 0.30 Uhr Cölbigker Straße), zwei in Alsleben und einer in Giersleben waren alles abgeknickte Äste auf Straßen.

In Groß Börnecke hat „Sabine“ für einen Stromausfall in der Nacht gesorgt, wodurch wiederum der Wasserturm in Mitleidenschaft gezogen wurde. Das führte zu Druckproblemen und Unterbrechungen bei der Wasserversorgung im Ort. Der Wasser- und Abwasserzweckverband „Bode-Wipper“ hatte den Defekt bis Montagnachmittag repariert.

Funken in Westeregeln

„Der Sturm lief in der Verbandsgemeinde Egelner Mulde glimpflich ab“, schätzte der Verbandsgemeinde-Bürgermeister Michael Stöhr (UWGE) gestern Vormittag ein. Am Sonntag und in der Nacht zum Montag hatte es dort nur sechs Einsätze gegeben. Davon entfielen zwei auf die Ortswehr Westeregeln. Deren Kameraden waren zum Umspannwerk am Borrweg gerufen worden, wo Funken beobachtet worden waren. „Zudem rückten sie zu einem Flächenbrand infolge eines Kabelschadens an einer Freileitung an den Hühnerställen am Borrweg aus. Dort mussten die Kameraden löschen nachdem ein Techniker von Avacon die Anlagen stromlos geschaltet hatte“, sagte Stöhr.

Die Ortswehr Egeln hatte in der Nacht vier Einsätze zur Beräumung von umgestürzten Bäumen beziehungsweise abgebrochenen Ästen. Ein Baum war Am Hunnengraben vom Sturm entwurzelt worden und beschädigte den Balkon eines angrenzenden Wohnhauses. „Ansonsten sind wir verschont geblieben“, sagte Stöhr. Er dankte allen Einsatzkräften für ihr Engagement. Mitarbeiter der Verwaltung hatten sich um die Verpflegung der Kameraden sowie der Feuerwehrleute gekümmert, die in der örtlichen Einsatzleitung, die im Feuerwehrgerätehaus in Egeln eingerichtet war, in der Zeit von 18 bis 8 Uhr zusammen mit Mitarbeitern des Ordnungsamtes in zwei Schichten ihren Dienst versehen hatten.

In der Stadt Hecklingen gab es keine größeren Vorkommnisse oder Schäden, teilte die amtierende Bürgermeisterin, Marion Strecker, nach einer Besichtigung in den vier Ortsteilen der Staßfurter Volksstimme mit. Auf dem Schneidlinger Friedhof sei ein kleiner Baum umgekippt und im Schneidlinger Park seien mehrere Äste herabgefallen.