Üllnitz l Auch wenn es noch einige Wochen braucht, bis das neue Feuerwehrhaus in Üllnitz fertig ist, das Gebäude zeigt sich bereits eindrucksvoll. „Unser neues Feuerwehrhaus steht und überzeugt“, sagt Staßfurts Oberbürgermeister Sven Wagner bei der offiziellen Einweihung am Sonnabend. Es gewährleiste den 41 aktiven Kameraden aus Üllnitz, Glöthe und Förderstedt sowie den Mitgliedern der Kinder- und Jugendfeuerwehr eine sichere und erfolgreiche Zukunft. „Der Standort ist gut gewählt, die innere Raumorganisation stimmig und die technische Ausstattung modern.“ Dem Planer sei es trotz der feuerwehrtechnischen und funktionalen Erfordernisse gelungen, ein anspechendes Feuerwehrdomizil zu erstellen.

2,6 Millionen Euro

Die rund 2,6 Millionen Euro - Geld von Stadt und Land - seien als Investition gut angelegt. Denn um schnelle Hilfe leisten zu können, müssen Zufahrten zum Depot frei sein, in den Häusern bedarf es des Platzes, um sich einsatzfertig zu machen und die Fahrzeuge ordentlich unterzustellen. „Heute nutzt die Feuerwehr ein beachtliches technisches Equipment, das bedient, gepflegt und gewartet werden muss. Dazu benötigt unsere Feuerwehr entsprechende räumlich und logistische Möglichkeiten.“ Zudem bräuchten die Kameraden auch einen Rückraum für gesellige und kulturelle Veranstaltungen im Kreis der Feuerwehrfamilie. „Nun feiern wir, dass die Rettungsfahrzeuge wieder adäquat untergebracht sind und eine Sicherheitslücke geschlossen ist.“ Sven Wagner dankt den Kameraden, die mit ihrem Willen zur Zusammenarbeit den Weg zum Neubau frei gemacht haben.

Er würdigt sie für ihre tägliche Bereitschaft, sich Gefahrensituationen zu stellen. Er dankt aber auch allen, Land, Stadt, Verwaltung, Rat, Firmen und Sponsoren, die zum Gelingen des Neubaus beigetragen haben. „Ich übergebe das neue Feuerwehrhaus seiner Bestimmung. Ich verbinde damit den Wunsch und die Hoffnung, dass sich das Haus als uneingeschränkt geeignet erweist, dass es seinen Zweck erfüllt. So viel jedenfalls ist sicher: Bei den Kameraden der Feuerwehr weiß ich das Haus nebst seinem Inhalt in guten, bewährten und sachkundigen Händen.“

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Fusion

Der Neubau ist für die Kameraden aus Üllnitz, Glöthe und Förderstedt ein wichtiger Markstein. Jetzt sind sie gefragt, denn es gilt, das Haus mit Leben zu erfüllen. Und das als vereinte Feuerwehr „Südliche Börde“. Am 29. September wird bei einer gemeinsamen Versammlung in Förderstedt von allen Kameraden ein neuer Wehrleiter gewählt, die Fusion damit besiegelt. In Sachsen-Anhalt sind die Blauröcke mit dieser Zukunftsausrichtung Vorreiter. Das erklärt auch den Willen des Landes für seine finanzielle Unterstützung. Hinter den Kulissen haben die Vereinigungspläne nicht nur für Jubel gesorgt. Manche haben den Einheiten den Rücken gekehrt. Aber die angestrebte Zusammenarbeit ist alternativlos, so alle Redner des Weiheabend. Staßfurts Stadtwehrleiter Tobias Schumann betont deshalb auch das „historisch einzigartige Ereignis“ der freiwilligen Feuerwehren der Stadt Staßfurt. „Ich bin stolz, dass wir entgegen dem absehbaren Trend Feuerwehren auflösen zu müssen, uns gemeinsam dafür entschieden haben, den Weg einer Fusion mit den drei Ortsfeuerwehren zu gehen.“ Mit der entstehenden Feuerwehr „Südliche Börde“ habe man eine gute, zeitgemäß ausgerüstete und ausgestattete Feuerwehr. Nachvollziehbar sei, dass es nach Jahrzehnten eigenständigen Arbeitens der einzelnen Ortsfeuerwehren anfangs schwierig sei, Führungsstrukturen aufzubauen. „Ich bin mir jedoch sicher, dass wir hier ein zukunftsweisendes Fundament errichten können und somit die Aufgaben entsprechend des Brandschutz- und Hilfeleistungsgesetzes im vollen Umfang gewährleisten werden“, so der oberste Feuerwehrchef der Salzstadt.

Segen und Ball

Peter Rotter, Vorsitzender des Staßfurter Stadtrates und Ortsbürgermeister von Förderstedt, pflichtet dem bei. Mit dem Neubau des Depots werde die Fusion der drei Wehren manifestiert und nach außen dokumentiert. „Ich bin froh und dankbar über diese Fusion, weil dadurch ein wichtiger Schritt in Richtung zukünftiger Sicherheit in unseren Ortsteilen und der gesamten Stadt getan wurde.“

Er ermuntert die Feuerwehrleute, auch in der neuen Struktur weiter ihren wichtigen Dienst zu versehen. Denn bis jetzt hätten sie den Vereinigungsprozess mitgetragen. „Die Initiative zu so einer tiefgreifenden Veränderung muss aus den Gerätehäusern kommen und nicht aus den Rathäusern. Und genau das ist sie.“

Pfarrer im Ruhestand Gottfried Eggebrecht segnet nach einer kurzen Ansprache alle, die ihren Dienst bei der Feuerwehr versehen und die jetzt im neuen Haus wirken. Die Einweihung fand ihren Rahmen im Feuerwehrball mit mehreren hundert geladenen Gästen. Eine wichtige Absage gab es noch am Vormittag: Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht konnte krankheitsbedingt nicht kommen.