Egeln l „Die Arbeiten auf der Bundesstraße B180 sind inzwischen beendet, so dass man jetzt wieder ohne Umwege von Egeln nach Aschersleben kommt“, stellte Verbandsgemeinde-Bürgermeister Michael Stöhr (UWGE) mit Erleichterung fest. Ebenfalls wieder für den Verkehr freigegeben sei die Kreuzung am Knotenpunkt Egeln-Süd in Richtung Westeregeln. „Die Vollsperrung der Kreuzung Egeln-Zentrum am Netto-Markt soll bis spätestens heute wieder aufgehoben werden“, sagte Stöhr und fügte hinzu: „Das hat uns eine Menge graue Haare gekostet.“

Er habe sich vor dem Beginn des Straßenausbaus nicht träumen lassen, dass man die Stadt Egeln einfach komplett vom Verkehr abschneiden werde. Sie sei teilweise nur noch über Tarthun erreichbar gewesen.

Schuld an dem Dilemma sei auch, dass sich der Ausbau der B81 verzögert habe. Sie sollte längst fertig sein und zwar noch vor der B180. „Da ist eine Menge schiefgelaufen“, sagte der Verbandsgemeinde-Bürgermeister.

Er sei wegen der vielen Anfragen und Kritiken von Bürgern beinahe so weit gewesen, die Telefonnummer des für diese Baustellen verantwortlichen Regionalbereichsleiters West der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt, Stefan Hörold, für jedermann einsehbar auf die Internet-Homepage der Verbandsgemeinde zu setzen.

Viel Protest

Die Proteste aus der Egelner Mulde seien nicht ohne Erfolg gewesen. „In Zukunft sollen wir bei derartigen Arbeiten mit einbezogen werden“, sagte Stöhr unter Hinweis auf eine entsprechende Zusicherung von Stefan Hörold. Das werde man im nächsten Jahr, wenn das Land die B81 von Egeln bis Kroppenstedt bei einer Vollsperrung der Straße ausbauen wolle, sehen.

Kritik übten der Verbandsgemeinde-Bürgermeister und einige Räte daran, dass die Vorwegweiser nicht aktualisiert wurden sowie am schlechten Zustand der neuen Straßen. „Das kann man den Leuten nicht vermitteln, dass Straßen gemacht wurden, die es noch gar nicht nötig gehabt hätten und dann schlechter sind als vorher“, sagte Stöhr. Christian Boos (CDU) stimmte ihm zu.

Wasser steht in Egeln-Nord

In diesem Zusammenhang informierte CDU-Fraktionschef Knut Kluczka darüber, dass nach den Bauarbeiten auf der Kreuzung der B81 nach Egeln-Nord und Wolmirsleben nach einem Regenguss das Wasser steht. Dort bestehe eine Aquaplaninggefahr, warnte Kluczka. Die Brücke auf der B81 sei nun in einem schlimmeren Zustand als vorher. Das gleiche gelte für die dortigen Absätze, sagte Stöhr. Ein Landwirt habe ihn darauf aufmerksam gemacht, dass man an der B180 nach Schneidlingen die Ackerzufahrten nur geschottert habe. Das könne zu Problemen führen.

Die Verbandsgemeinde sei zwar nicht für diese Straßenbauprojekte in und um Egeln verantwortlich, werde aber trotzdem die Gelegenheit nutzen, die aufgetretenen Mängel bei einer für den 17. Januar anberaumten Beratung mit der Straßenbaubehörde anzusprechen, sagte Stöhr und fügte hinzu: „Da muss irgend etwas passieren.“ „Es ist richtig, dass wir den Abnehmern Hinweise geben“, meinte der Fraktionschef der Wählergemeinschaften, Jürgen Riehl.

Schildbürgerstreich

André Kulak (Wählergemeinschaften) bezeichnete das Vorgehen der Straßenbaubehörde in Schneidlingen als „Schildbürgerstreich“. Jetzt, wo die B180-Teilstrecke von Schneidlingen nach Egeln ausgebaut und wieder frei sei, habe man die Ortslage halbseitig gesperrt, um neue Hausanschlüsse zu verlegen.

„Wir haben alles dafür getan, dass es nicht dazu kommt“, sagte der Vorsitzende des Verbandsgemeinderates, Peter Fries (CDU), der hauptberuflich als Mitarbeiter des Wasser- und Abwasserzweckverbandes „Bode-Wipper“ Staßfurt tätig ist.

Boos empfahl, eine Bestandsaufnahme zu machen, welche Straßen durch den Umleitungsverkehr beschädigt wurden. Das betreffe unter anderem die Straße von Tarthun nach Börnecke, die nun hin sei. Aus Kluczkas Sicht hat auch die Straße von Wolmirsleben nach Tarthun gelitten. „Am Ortseingang Tarthun wurden innerhalb einer Stunde 440 Fahrzeuge gemessen“, so Fries.