Hohenerxleben l Motorengeräusche überall! An mehreren Stellen des Hohenerxlebener Sportplatzes sind Männer mit Rasenmähern, Trimmern und Mähtraktoren zu Gange. Alles, was wuchert, wird kurz geschnitten. Mario Gärtner kommt mit einem großen Radlader angefahren. Er schiebt den Fußweg von der Straße zum Platz frei. Der Hohenerxlebener Unternehmer gehört zum neuen Vorstand des Sportvereins, ist neben dem Vorsitzenden Uwe Lehmann Vize der Gruppe. Er hält an und ruft: „Hier geht es richtig zu Sache, oder?“

Anpacken – das haben sich die Männer auf die Fahnen geschrieben. Sie wollen ein Stück Hohenerxlebener Sportkultur wieder zum Leben erwecken. Den Fußball. Der Sportplatz, der in der Vergangenheit vollkommen zugewachsen ist und wie im Dornröschenschlaf schlummert, ist wie ein Sinnbild für die aktuelle Situation. Denn eine eigene Mannschaft hat der Ort nicht mehr. Nachdem einige Spieler den Verein verlassen hatten und nun anderswo auflaufen, schlugen sich die restlichen Fußballer aus Hohenerxleben der Neugatterslebener Mannschaft zu. Eine Spielvereinigung, in der man seiner Fußballleidenschaft zwar nachgehen könne, aber trotzdem etwas fehle, meint der Staßfurter Uwe Lehmann. „Irgendwie fehlt die Identifikation, das Kämpfen für den Ort“, so der neue Vorsitzende des Hohenerxlebener Sportvereins.

Weil es keine Spiele mehr im Bodedorf gab, blieb der Platz auch ungenutzt. In einem Hain an der Straße Richtung Rathmannsdorf gelegen, holte sich die Natur immer mehr von der kleinen Sportanlage zurück. In den vergangenen zwei Jahren passierte hier kaum etwas. „Das ist doch schade. Der Platz ist so schön gelegen und bietet viele Möglichkeiten“, sagt Uwe Lehmann. Er selbst hat 18 Jahre lang gekickt und ist immer wieder auf dem Hohenerxlebener Sportplatz als junger Spieler angetreten.

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In Erinnerung schwelgen, dabei soll es nicht bleiben. König Fußball erfährt in Hohenerxleben jetzt seine Renaissance. Denn wo kein Angebot ist, entstehe auch keine Nachfrage, ist die Überzeugung. „Der Sportverein hat im Mai bei seiner Sitzung einen neuen Vorstand gewählt“, berichtet Mario Gärtner.

Fußball und Angebote für die gesamte Familie

„Dabei haben wir auch den Beschluss gefasst, dass es hier wieder Fußball und andere Veranstaltungen geben soll.“ Der SV wolle sich der Öffentlichkeit zukünftig als sport- und familienfreundlicher Verein präsentieren. Wieder wird der Sportplatz Sinnbild für die aktuelle Entwicklung. Uwe Lehmann, Mario Gärtner, Matthias Krokotsch, Oliver Weiß und Dirk Wunderling haben bei einem freiwilligen Arbeitseinsatz jetzt Klarschiff gemacht. Der Rasen des Spielfeldes wurde schon häufiger gemäht. Jetzt nahmen die Männer auch das Umfeld in Angriff, beseitigten Unkraut, brachten die Zuwegung in Ordnung. Als nächstes sollen die Löcher im Spielfeld gestopft, der Platz abgewalzt werden.

Ziel des Vereins ist, im kommenden Jahr wieder auf dem Sportplatz spielen zu können. Die Männer selbst wollen sich als Alte-Herren-Mannschaft zusammentun. Aber auch als Trainer wirken. Im Ort werden sie auf Spielerakquise für eine Nachwuchsmannschaft gehen, ein Team zusammenstellen und für den Spielbetrieb fit machen. „Irgendwann melden wir dann wieder eine Mannschaft beim Kreissportbund an“, blickt Uwe Lehmann in die Zukunft.

Die Belebung des Vereins nach innen soll mit einer nach außen einhergehen. Denn die Sportler verstehen sich als Teil der Dorfgemeinschaft und wollen das mit verschiedenen Aktionen zum Ausdruck bringen. „Auf dem Sportplatz wird es jahreszeitliche Feste geben. Alle sind dann eingeladen zu Angeboten für Kinder und Erwachsene. Der Platz ist wie gemacht dafür“, sagt Uwe Lehmann.

Hohenerxleben hat ein breit aufgestelltes Vereinsleben. Wäre doch schön, wenn es jetzt einen neuen sportlichen Akzent gibt – vielleicht mit einer Eintrittskarte in die Kreisliga.