Atzendorf l Das lief einfach richtig gut im vergangenen Jahr und musste 2017 wiederholt werden: Das Erntedankfest in Atzendorf hat bei seiner zweiten Auflage noch mehr Resonanz gefunden, als noch 2016. „Ich glaube, es hat sich herumgesprochen, dass hier jeder auf seine Kosten kommt“, sagt Matthias Rasehorn von der Freiwilligen Feuerwehr Atzendorf. Gemeinsam mit den anderen Vereinen und der Kirchengemeinde des Dorfes stellen die Blauröcke das Straßenfest rund um den „Bördedom“ auf die Beine. So haben auch in diesem Jahr wieder die Feuerwehr, der Heimatverein, die Landfrauen, die Ortsgruppe der Volkssolidarität, die Oldtimerfreunde, die Zentrale Landsportgemeinschaft (ZLG), der Schützenverein „Ritter Atzo“, die Sportlerklause und die Kirchengemeinde die Organisation übernommen. „Wir wollen gemeinsam etwas auf die Beine stellen. Als Interessengemeinschaft der Atzendorfer Vereine“, sagt Matthias Rasehorn.

Begegnung und Gemeinschaft im Dorf

Das Erntedankfest begann am Morgen mit einem Gottesdienst in der Eustachius-Kirche, bei dem Pfarrer im Ruhestand Michael Macha predigte. Am Nachmittag waren dann besonders die Kirchstraße und die Hopfendarre belebt. Auf der Straße boten die einzelnen Vereine viele Programmpunkte. Die Schützen etwa sorgten mit einem Kreativstand dafür, dass jüngere Besucher malen und basteln konnten. Erdgas Mittelsachsen hatte seine Hüpfburg aufgestellt. Aus Sülldorf kam die Schalmeienkapelle und sorgte lautstark und klangschön für Stimmung. Die Tanzgruppe der Kita begeisterte. Für das leibliche Wohl der Gäste war am Bierwagen, an den Grills oder an der Kaffeetafel in den Festzelten gesorgt. Die Besucher sich die Kirche ansehen oder auf die Aussicht vom Turm genießen, was an diesem Sonntagnachmittag gut gelang, weil die sich die Sonne trotz trüber Wolken am Vormittag durchgekämpft hatte.

Carlo List und Werner Schöne öffneten ihren Hof an der Kirchstraße. Hier fand eine eindrucksvolle Treckerausstellung der Atzendorfer Oldtimerfreunde ihren Platz. Schließlich hatte auch die ehemalige Hopfendarre ihre Türen weit geöffnet. Die Mitglieder des Heimatvereins Carstedt-Club zeigten in ihrer Heimatstube, wie es früher auf dem Land zuging. Im Museum sind wechselnde Sonderausstellungen und Dauerausstellungen zu besichtigen. Eine echte Zeitreise in die Vergangenheit. Das Schulmuseum ermöglichte Besuchern einen Einblick in den Schulalltag des 19. Jahrhunderts. Der Kolonialwarenladen mit Möbeln aus der vorletzten Jahrhundertwende und fast vergessenen Produkten aus der Zeit vor 1989 ist ebenso eine Besonderheit. Die alte Schlachteküche, die Holzbottichwaschmaschine, die Wäschemangel, die antike Singernähmaschine und viele weitere historische Zeugnisse, alles hat der Heimatverein präsentiert und so Einblicke in das Landleben von „Anno dazumal“ gewährt. Ein Shuttlebus, gestellt vom Förderverein der Feuerwehr Staßfurt, brachte die Besucher von der Kirche in die Darre und zurück.

Bilder

Das Programm ist Prinzip. Passend zum Erntedank soll Ländliches gepflegt werden. Matthias Rasehorn berichtet, dass es schon einmal Erntedank-Dorffeste in Atzendorf gegeben habe. Nach drei Jahren Pause wurde das Fest 2016 wiederbelebt. „Ansporn für uns war auch, dass die Weihnachtsmärkte gut funktionieren und die Atzendorfer sich über die Feste freuen“, sagt Matthias Rasehorn. „Wir bieten so Möglichkeiten der Begegnung und der Gemeinschaft im Dorf. Das ist identitätsstiftend.“ Rund vier Monate haben die Vorbereitungen gedauert. Und alle Vereinsmitglieder sind überzeugt: Es hat sich gelohnt. Nach dem Erntedankfest stürzen sie sich wieder in die Arbeit. Der Advent steht vor der Tür und am 2. Dezember soll es bei der Feuerwehr einen Weihnachtsmarkt geben.