Schneidlingen/Cochstedt l  Die Verwaltung in Hecklingen kann mit einer nun festgelegten Strecke weiter arbeiten. Der Ortschaftsrat hat dem Verlauf zugestimmt, aber auch Bedenken genannt. Auch Umweltschützer in Cochstedt wünschen sich einen Radweg.

Nachdem bekannt wurde, dass der Bau eines Radweges zwischen Schneidlingen und Cochstedt weiter geplant werden kann, weil sich Verantwortliche jetzt auf eine Strecke verständigt haben, hat eine Vertreterin der Ortsgruppe des Bund Cochstedt begründet, warum ein Radweg aus ihrer Sicht generell wichtig ist. „Es gibt viele, die mit dem Fahrrad zwischen Schneidlingen und Cochstedt fahren“, weiß Martina Kola. Im Moment sei der Hakelort gar nicht an einen ausgebauten Radweg angeschlossen, weder nach Schneidlingen, noch nach Schadeleben – in die andere Richtung – könne man fahren. Vielleicht sei die Straße in die andere Richtung ein bisschen breiter, aber trotzdem fühle man sich auf zwei Rädern angesichts der Autos nicht wirklich wohl, sagte sie. Man könne auf einem Radweg von Cochstedt aus im Moment nirgends hin, so Kola.

Die Situation auf der Kreisstraße von Schneidlingen kommend und zurück – dort müssen Fahrradfahrer im Moment lang – gestalte sich gefährlich. Leitplanken in den Kurven seien für Radfahrer zudem ein Problem, wenn wirklich mal was passiere und ein Auto sich zu dicht nähere, hätte man keine Möglichkeit, auszuweichen. „Man kann nirgends hin, dann müsste man über die Leitplanke springen“, so die Cochstedterin. Daher ihr Wunsch: „Es wäre wirklich schön, wenn wir in Cochstedt einen Radweg nach Schneidlingen hätten.“ Denn auch Kinder traute sich wohl keiner mit dem Rad derzeit allein los zu schicken. Viele Schüler würden in der benachbarten Sekundarschule zum Unterricht müssen. „Aus Cochstedt kommt man im Moment mit dem Fahrrad nicht raus, ohne die Straße zu nutzen.“ Lediglich über Feldwege bestehe die Möglichkeit, die Natur zu genießen. Über die unausgebauten Strecken gelange man nach Hakeborn. Nach Schadeleben gehe das aber auch wieder nicht, da sei der Flughafen dazwischen.

Cochstedt stimmt zu

Cochstedts Ortsbürgermeister Wolfgang Weißbart (Fraktion Die Linke) versicherte nochmals, dass der Ortschaftsrat jetzt einer Variante der Streckenführung (siehe Grafik), die von der Verwaltung vorgeschlagen wurde, zugestimmt hat. Hier gab es vorher Probleme mit einem privaten Grundstück. Jetzt sei allerdings eine Lösung gefunden worden. Weißbart ging darauf ein, dass der vorgesehene Streckenverlauf allerdings mit einer Überquerung der Kreisstraße verbunden ist. „Hier müssen wir uns noch was einfallen lassen, damit das nicht gefährlich wird“, spielte er auf Hinweisschilder an, die beispielsweise aufgestellt werden könnten, um Autofahrern zu signalisieren, dass Radfahrer unterwegs sind.

Bilder

„Die Bedenken sind allerdings nach wie vor da“, so Weißbart. Dennoch habe der Ortschaftsrat zugestimmt, denn ein anderer ebenfalls vorgestellter zweiter Streckenverlauf sei keine Alternative gewesen.

Das findet auch Ortsbürgermeisterin Ingrid Engelmann (CDU/FDP-Fraktion). Die Strecke der anderen Variante sollte zum einen viel länger sein als die andere. Hinzu komme, dass sie durch das Hinterland führen würde und nicht einsehbar wäre. „Ich würde da kein Kind lang schicken. Das ist einfach zu abgelegen“, ist auch Engelmann für die nun anvisierte Strecke.

Komplett neue Strecke

Wie lang der Weg am Ende werden soll, konnte die Verwaltung noch nicht mitteilen. Sicher ist indes, dass ein Ausbau kombiniert als Radweg und Fußweg anvisiert wird.

Bauamtsleiterin Mandy Konew sagte zudem, dass die Strecke komplett neu ausgebaut werden müsste. Dort, wo sie später einmal lang führen soll, sei bisher nichts erschlossen.

Geld steht im Moment dafür im Hecklinger Rathaus ebenfalls nicht zur Verfügung. Mittel sind auch nicht in Aussicht. Mit der Einigung auf eine Strecke ist aber nun die Basis der Bemühungen um den finanziellen Zuschuss einer Förderung gelegt.

Das heißt, das Vorhaben war jetzt zwar Thema in den Ortschaftsräten und im Bauausschuss, weil die Verwaltung eine klare Linie festziehen wollte und die gibt es jetzt ja auch. Der Bau wird aber weiter warten müssen. Die Grundlage sei da und mit allen Trägern öffentlicher Belange könne die weitere Planung im Hinblick auf Bau und Finanzierung nun angegangen werden, heißt es aus dem Bauamt.

Der Vorsitzende des Bauausschusses Klaus Riederer (WGH) beschrieb den Verlauf kürzlich so: Aus Cochstedt kommend führt der Weg runter bis zu einem privaten Grundstück (Haus in der Mitte, siehe Karte). Hier müssten Radler die Straße (K1358) queren. Dann würden Radfahrer neben der alten Bahnlinie lang fahren und schließlich in der Straße die Graue in Schneidlingen ankommen.