Hecklingen l Der Vorschlag den der Ortschef der freiwilligen Feuerwehr Stephan Broda in Hecklingen während der jüngsten Jahreshauptversammlung äußerte, hat aufhorchen lassen. Nachdem er das Einsatzgeschehen bilanziert und eine lange Liste mit vielen kulturellen Maßnahmen des Jahres aufgeführt hatte, sagte er, dass „dies nur einige Aktivitäten der Kameraden vom vergangenen Jahr sind.“ Hier sei noch nicht die Zeit aufgeführt, in der sich die Kameraden um die Belange der Einsatzbereitschaft der Gerätschaften und Fahrzeuge sowie um Ordnung und Sauberkeit gekümmert hätten. „Auch hier opfern Kameraden ihre Freizeit“, merkte Broda an, dass die Ehrenamtlichen daher extra Schichten tauschen oder ihre Arbeitszeit verlagern, um etwa Fahrzeuge und Gerätschaften in Werkstätten zu bringen oder Schläuche reinigen zu lassen.

Er sagte, dass ihm und vielen anderen sicherlich bewusst ist, dass die Feuerwehren mit einer Technik arbeiten, „die nicht einfach aus dem Baumarkt stammt.“ Es seien Geräte, die die Gesundheit der Einsatzkräfte schützen sollen und die zu jeder Tages- oder Nachtzeit funktionieren müssten. Das gehe aber nur bei einer ständigen Wartung und Pflege. Dazu erklärte Broda, dass es Prüfvorschriften gibt. „Der gesamte sensible Bereich der Atemschutztechnik ist keine Sache, die man so nebenbei macht.“

Daher richtete der Feuerwehrchef das Wort an den ebenfalls in der Jahreshauptversammlung anwesenden Bürgermeister der Stadt Hecklingen Uwe Epperlein (WGH) und die Verwaltung, um deutlich zu machen, dass es für die ehrenamtlichen Helfer „neben dem Einsatzdienst und neben Aus- und Weiterbildung gar nicht zu schaffen ist, sich so um die Ausrüstung zu kümmern, wie es vorgeschrieben ist.“ Und eigentlich gehöre das auch nicht zu den Aufgaben eines freiwilligen Feuerwehrmannes. „Dies ist nicht nur ein Problem der Ortsfeuerwehr in Hecklingen.“ Viele andere Wehren hätten damit zu kämpfen, ist sich Broda bewusst, trotzdem hielt er mit einer resultierenden Bitte nicht hinterm Berg, als er Uwe Epperlein aufforderte, über die Schaffung der Stelle eines hauptamtlichen Gerätewartes nachzudenken, der sich um die gesamte Ausrüstung der vier Ortswehren kümmert.

Verständnis für Kameraden

Von der Volksstimme darauf angesprochen, erklärte Epperlein, dass er die Sorgen und Probleme der Wehren sehr gut verstehen kann. Das sei wirklich sehr gut nachvollziehbar, zeigte er Verständnis. Auch sei ihm bewusst, dass die Ehrenamtlichen die Pflege und Wartung der Gerätschaften, Fahrzeuge und der Technik in ihrer Freizeit neben Beruf und Familie „fast kaum noch leisten können“. Schon für einen hauptamtlichen Gerätewart gebe es viel zu tun. Dies alles „nebenbei“ in der Freizeit zu stemmen sei schon „fast eine Zumutung“, meinte der Rathauschef. Er sagte aber auch, dass eine solche Stelle natürlich mit „extremen Kosten“ für die Stadt verbunden ist.

Derweil können andere Ortswehrleiter das Problem bestätigen. In Schneidlingen hat Feuerwehrchef Joachim Braun das Thema ebenfalls während der Jahreshauptversammlung angesprochen. „Wir schaffen das nach Feierabend kaum noch“, nannte er ein Beispiel: „Im April muss unser Löschfahrzeug das nächste Mal zur technischen Prüfung. Da brauchen wir einen Techniker, also einen Maschinisten, der mit dabei ist.“ Zum Glück hätten alle Kameraden Arbeit. Sie müssten dann aber auch ex-tra Urlaub einreichen, um das Fahrzeug dorthin zu bringen. Für Braun steht fest, dass das so aber nicht immer weiter gehen kann. „Das funktioniert langfristig so nicht. Wenn wir die gute Technik erhalten wollen, muss man sich Gedanken machen, eine andere Lösung zu finden“, sagt er. Und das gehe den anderen Feuerwehren ringsherum sicher nicht anders, denkt auch der Mann aus Schneidlingen.