Staßfurt l Zu einem Riesen-Einsatz der Feuerwehr kam es am Sonnabendnachmittag in Staßfurt. Ein leerstehender Gebäudekomplex brannte in voller Ausdehnung. Rauchwolken haben sich von den Straßen „Brandhof“ und „Neue Zwingerstraße“ aus über den Stadtsee verteilt und waren weiträumig in der Stadt zu sehen.

Zweiter Brand an der Stelle

Ausgerechnet brannte die Ruine wieder, die bereits am Mittwoch, 7. Februar, vollständig in Flammen stand. Das Gebäude war mittlerweile abgesperrt und in Teilen eingestürzt. Es brannte aber dieses Mal noch weiträumiger im ganzen Gebäudekomplex - in dem leerstehenden Haus in der Parallelstraße, der Neuen Zwingerstraße, sowie im Zwischengebäude. Wo genau dort das Feuer entstanden war, konnte im Nachhinein niemand mehr sagen. Klar ist bisher nur, dass das Großfeuer in dem vielen Müll und Unrat in den Gebäuden seinen Ursprung hatte.

Ältere Dame gerettet

Eine ältere Dame befand sich zu dem Zeitpunkt in ihrer Wohnung, genau gegenüber des leerstehenden Gebäudes in der Neuen Zwingerstaße. Anders als die anderen Anwohner konnte sie nicht allein aus ihrer Wohnung, um sich vor dem starken Rauch zu schütze. Weil sie auf eine Gehhilfe angewiesen ist, wurde sie von den Kameraden der Feuerwehr gerettet. Nach einer kurzen Untersuchung im Rettungswagen und der Lüftung ihrer Wohnung konnte sie wieder nach Hause.

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Die Feuerwehr musste den Brand auch den Radioanstalten melden, weil Anwohner aufgefordert werden mussten, ihre Fenster geschlossen zu halten.

Für die Staßfurter Kameraden war dies ein Mammut-Einsatz über Stunden. Dazu kam noch die Eiseskälte, bei der das Löschwasser gefrieren kann.

68 Kameraden im Einsatz

Nach der Alarmierung von ersten Kräften um 15.19 Uhr forderte die Einsatzleitung immer mehr Kameraden und Fahrzeuge an. Im Einsatz waren letztendlich 68 Kameraden der Ortswehren Staßfurt, Neundorf, Löderburg und Hecklingen. Polizei und Ordnungsamt der Stadt Staßfurt kamen hinzu.

Großes Einsatzgeschehen

Die Kameraden fanden das Feuer in voller Ausdehnung vor. Sie mussten mit Atemschutzgeräten vorgehen, um sich selbst vor dem starken Qualm zu schützen, und das Feuer nach und nach mit Wasserstrahl und per Drehleiter ablöschen. Einsatzleiter Thomas Esch musste das große Einsatzgeschehen in zwei Abschnitte aufteilen, damit je verschiedene Feuerwehrtrupps parallel handeln konnten.

Fahrzeuge positioniert

Wasser wurde aus einem Hydranten in der Hecklinger Straße gezogen, weswegen der Kreisverkehr am Salzland Center in Teilen gesperrt wurde. Feuerwehrfahrzeuge waren dort, in der Zwingerstraße, am Brandhof und am Holzmarkt aufgestellt.

Sperrmüll verbrannt

In der Ruine, die bereits einmal gebrannt hatte, wurden Sperrmüll im Inneren und das Gebäude ein weiteres Mal in Mitleidenschaft gezogen. Im leerstehenden Haus in der Neuen Zwingerstraße sind alte Möbel, Türen und mehr verbrannt.

Ein Zelt musste aufgebaut werden, wo sich die Kameraden abwechselnd aufwärmen konnten. Während des Einsatzes sammelten sich etliche Schaulustige am Rande des Geschehens.

Polizei ermittelt

Teile der Zwingerstraße und des Brandhofs wurden nach dem Einsatz durch das Ordnungsamt gesperrt. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung.