Üllnitz l Die Kameraden haben jetzt den bisherigen Feuerwehrchef von Üllnitz, Stefan Rudat, zum Wehrleiter gewählt. Sein Stellvertreter ist Ralf Zaschke aus Förderstedt. „Ich bin froh, dass beide Kameraden sich der Wahl gestellt haben und in der Phase der Fusion von drei Feuerwehren, nämlich aus Üllnitz, Glöthe und Förderstedt, in der Führung Verantwortung übernehmen wollen“, sagt Staßfurts Fachdienstleiterin für Ordnung und Sicherheit Susanne Henschke. „Das zeigt, dass sie sprichwörtlich für ihren Dienst bei der Feuerwehr brennen.“ 

Die Ressortleiterin erklärt, dass die Wahl geheim abgehalten wurde, so wie es den gesetzlichen Bestimmungen entspricht. 43 Kameraden aus dem aktiven Einsatzdienst seien berechtigt gewesen, über die künftige Leitung zu befinden. 28 waren anwesend. Beide Kandidaten konnten Mehrheiten hinter sich vereinen.  

Um eine neue Spitze für die Südliche Börde-Feuerwehr zu finden, hat es zwei Anläufe gebraucht. Denn bereits am 29. September wählten die Kameraden einen Leiter, vorgeschlagen aus ihren Reihen. Doch der Kandidat war bei der Versammlung nicht anwesend und nahm im Nachgang die Wahl auch nicht an.  Stefan Rudat und Ralf Zaschke haben bereits angezeigt, dass sie zur Verfügung stehen. 

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Für sechs Jahre ernannt

Jetzt muss die Politik noch Beschlüsse fassen und beide über das Ehrenbeamtenverhältnis in ihre Funktionen berufen. Für sechs Jahre sind beide dann ernannt. Die Vorlagen dazu behandelt der Staßfurter Stadtrat bereits am Donnerstag. Denn Stefan Rudat und Ralf Zaschke sollen ihren Dienst zum 1. Januar 2018 aufnehmen. „Beide verfügen über die gesetzlichen und fachlichen Voraussetzungen zur Berufung in das Ehrenbeamtenverhältnis“, sagt Susanne Henschke. 

Die Stadtverwaltung hat im Vorfeld zum Stadtratsbeschluss auch alle Formalien mit dem Landkreis abgestimmt. Die Zustimmung des Kreisbrandmeisters liegt vor. Der künftige Wehrleiter und sein Stellvertreter müssten allerdings noch einen Verbandsführerlehrgang absolvieren. Auch das werde derzeit mit Bernburg abgestimmt. 

Bei der Wahl waren Freitagabend auch Stadtwehrleiter Tobias Schumann und Förderstedts Ortsbürgermeister Peter Rotter anwesend. Der Christdemokrat freut sich, dass die Leitungsfrage geklärt ist. „Es hat eine Weile gedauert. Aber mit Stefan Rudat und Ralf Zaschke sind Kameraden gefunden, die schon jetzt aktiv in der Feuerwehr mitwirken und auch die Situation der Fusion kennen. Es ist gut, dass sie Verantwortung übernehmen.“ Unbedingt danken müsse man den bisherigen Wehrleitern von Förderstedt und Glöthe, Hans-Jürgen Lärz und Jörg Bünemann. „Sie haben die Zeichen der Zeit erkannt und in ihren Funktionen die Fusion - nicht von oben herab, sondern aus den Feuerwehrhäusern heraus - angeschoben und getragen.“

Alternativloser Schritt

Denn zusammen zu arbeiten sei der Schritt in die richtige Richtung und vor dem Hintergrund von Bevölkerungsrückgang und demografischem Wandel alternativlos, meint der Ortsbürgermeister. „Wenn wir schlagkräftige Wehren in der Fläche haben wollen, dann ist das der richtige Weg.“ Es sei aller Ehren wert, dass die Noch-Feuerwehrchefs von Anfang an gesagt hätten, nach der Fusion auch ihre Positionen räumen zu wollen, um dem Nachwuchs Platz zu machen.

„Der Zusammenschluss eröffnet so auch die Chance, dass sich ein Generationswechsel vollzieht, eine Entwicklung, die sich bereits im aktiven Einsatzdienst andeutet“, so Peter Rotter. Er ist zuversichtlich, dass Stefan Rudat und Ralf Zaschke mit neuen Gedanken und Ideen viel Innovationskraft in die Südliche Börde-Wehr bringen.