Güsten l „Feuerwehrleute fahren, wenn andere nicht mehr fahren – bei jedem Wetter und nach Alarmierung unter vollem Adrenalinpegel“, umreißt Günther Helbig den Sinn, warum sich die Fahrer den Sonnabend mit Slalomfahren und Bremsübungen auf dem großen Hof des Astratürenwerks „um die Ohren schlagen“.

„Eine Sekunde reicht eben nicht, um erst zu überlegen“

Seit einem dramatischen Verkehrsunfall, bei dem in Sachsen-Anhalt mehrere Feuerwehrleute auf dem Weg zum Einsatz ums Leben kamen, ist das Fahrsicherheitstraining quasi Pflicht. Drei Trainer üben im Auftrag des Landesfeuerwehrverbands mit den Fahrern der einzelnen Feuerwehren.

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„In Gefahrensituationen richtig reagieren, das schafft man nur, wenn man es vorher trainiert hat“, erklärt Helbig, „eine Sekunde reicht eben nicht, um erst zu überlegen.“

Die Kameraden hören solche Tipps wie: „Tretet so auf die Bremse, als wolltet ihr eine Cola-Büchse platt machen!“ Egal ob bei 30 km/h oder 50 km/h. Egal ob mit Ausweichmanöver nach rechts oder nach links. Wobei übrigens fast jeder feststellt, das ihm eine Gefahrenbremsung mit Rechtskurve mehr Schwierigkeiten bereitet und längere Bremswege bringt. Und dass letztere bei Fahrzeugen ohne ABS normal sind. Ein W 50 beispielsweise benötige etwa den doppelten Weg, bis er steht.

Offensichtlich haben es die Güstener Maschinisten bald verstanden. „Wenn ich sehe, wie die Jungs hier mit ihren Fahrzeugen umgehen – das baut mich auf“, ist der Fahrlehrer während der Auswertung sehr zufrieden.