Hecklingen/Schneidlingen l Jemand sitzt eingeklemmt in einem Auto, kann sich nicht bewegen, weil er verletzt ist. Vorher hat es einen schweren Unfall gegeben. - Für einen jungen Mann der Feuerwehr aus Hecklingen muss es sich so angefühlt haben, als er während einer Trainingsmaßnahme am Vormittag auf dem Gelände der Wehr in Hecklingen in die Rolle eines Unfallopfers schlüpfte. Denn das Ansinnen der Maßnahme war es, die Bedingungen so wirklich wie möglich zu konstruieren, um den Rettern den Ernstfall zu simulieren, wie es tatsächlich sein könnte, wenn ihr Pieper sie ruft.

Elf Azubis und Mitglieder vom Johanniter Rettungsdienst Calbe samt Notarzt und 60 Kameraden aller Ortswehren der Stadt Hecklingen absolvierten gemeinsam einen groß angelegten Praxistag. „Im Großen und Ganzen hat alles sehr gut funktioniert. Unsere Feuerwehren üben ja das ganze Jahr. Irgendwann muss man aber auch mal schauen, wo wir stehen, was sitzt und was noch geübt werden muss. Darauf wollen wir aufbauen, um Schwachstellen auszumerzen“, bilanzierte Stadtwehrleiter Heinz Broda gestern die Aktion. Er berichtete, dass zudem eine Evakuierungsübung einer Wohnstätte der Klusstiftung in Schneidlingen, die vorher für alle Beteiligten nicht bekannt war, erfolgreich durchgeführt wurde.

Mit im Boot

Broda war es wichtig, die Johanniter mit im Boot zu wissen. Für die daran teilnehmenden Azubis zum Notfallsanitäter sind Szenarien dieser Art zudem ein lehrreicher Test. „Unsere Lehrlinge haben solche Einsätze in der Wirklichkeit zum Teil noch nicht mit begleitet. Umso wichtiger ist es, sie darauf vorzubereiten. Wenn es tatsächlich zum Einsatz käme, würden sie sich im Hintergrund aufhalten. Hier bei der Übung konnten sie praktisch arbeiten. Es gibt Standardanweisungen, also Checklisten, die sie im Kopf haben müssen, die abzuarbeiten sind. Das haben sie schon ganz gut gemacht“, resümierte Notfallsanitäter Volker Richter.

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Und was kann noch besser werden? Darauf angesprochen, berichtete Heinz Broda, dass allgemein die Kommunikation zwischen den angehenden Notfallsanitätern und der Feuerwehr ausbaufähig ist. Aber das liege auch daran, dass alle Teilnehmer noch sehr jung seien und am Anfang der Ausbildung stehen. Denn auch für den Nachwuchs der Wehr war das Training ein Test. Viele Kameraden, die gerade 18 geworden sind und erst kürzlich von der Jugendfeuerwehr in den aktiven Dienst wechselten, waren dabei. „Gerade für sie ist eine solche Aktion sehr wichtig“, weiß der Stadtwehrleiter um die Bedeutung der Übung. Auch wenn die Vorbereitung mit viel organisatorischem Aufwand verbunden sei.

Dabei seien die Bedingungen unter denen während der Übung gearbeitet wurde, noch einfach, berichten Mitglieder der Feuerwehr. „Glätte, Nässe, Dunkelheit, Regen“, weiß Steven Scheller, dass die Realität noch weitaus höhere Anforderungen abverlangen kann. Der erfahrene Kamerad der freiwilligen Feuerwehr aus Cochstedt hat das auch schon selbst miterlebt. Umso wichtiger sei es, angehende Helfer darauf vorzubereiten, wie es sein könnte, sagte auch er.