Schneidlingen l Hat ein Feuerteufel auch in Schneidlingen gezündelt? Vermutungen, dass es sich bei dem Brand eines Dachstuhls auf dem seit Jahren leerstehenden Hof eines landwirtschaftlichen Betriebes um Brandstiftung handelt, schließt die Polizei nicht aus. Beamte der Kriminaltechnik untersuchten das Gelände gestern.

„Sicher ist, dass der Brand nicht von alleine ausgebrochen ist. Wir ermitteln im Moment, ob das Gebäude vorsätzlich oder fahrlässig in Brand gesetzt wurde“, teilte der Sprecher der Polizei im Salzlandkreis Marco Kopitz mit. Die Auswertung der Ergebnisse soll Klarheit bringen, lag gestern aber noch nicht vor. Auch zur Schadenshöhe konnte noch keine Auskunft gegeben werden.

Gehöft seit 30 Jahren leer

Donnerstagmittag brannte in Schneidlingen eine landwirtschaftliche Lagerhalle in der Steingasse in Schneidlingen. Das Gebäude gehört zur ehemaligen Schweinemastanlage und wird seit 30 Jahren nicht mehr genutzt.

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Die Wehren aus Hecklingen, Groß Börnecke, Schneidlingen und Cochstedt sowie Egeln wurden Donnerstagmittag 11.59 Uhr alarmiert. Fünf Löschfahrzeuge rückten aus. Rund 30 Einsatzkräfte waren bis zirka 16 Uhr vor Ort. Ein Mann, der aus Egeln mit dem Auto in Schneidlingen einfuhr, soll den Brand 11.55. Uhr gemeldet haben.

Der Stadtwehrleiter der Hecklinger Wehr Steffen Bruchhardt erklärte gestern noch einmal, warum der Dachstuhl der leerstehenden Scheune abgenommen werden musste. Zunächst sei ein „Innenangriff“ gestartet worden. Das habe sich aber schnell als zu gefährlich erwiesen. „Wir mussten das Dach von oben mit der Drehleiter abnehmen, um an den Brandherd zu kommen.“ Dann sei das Feuer von oben abgelöscht worden. Alles andere wäre für die Einsatzkräfte zu gefährlich gewesen.

Kommune unterstützt

Auch die Stadt Hecklingen wurde Donnerstagmittag informiert. Bürgermeister Uwe Epperlein: „Wir haben die Kameraden in Zusammenarbeit mit dem Speisebetrieb König aus Schneidlingen versorgt und bemüht, damit zu unterstützen“, so der Rathauschef. Die Schneidlinger Feuerwehr führte am Abend noch eine Brandsicherung durch.

Was wird da gemacht? „Hierbei handelt es sich um eine abschließende Schau. Es wird beispielsweise geguckt, ob noch Brandnester da sind. Die Temperaturen werden überprüft“, erklärte Schneidlingens Ortswehrleiter Joachim Braun auf Nachfrage. Braun, der selbst nicht daran teilnehmen konnte, schätzt, dass seine Kameraden bis zirka 17.30 Uhr aktiv waren.

Danach rückten die Mitarbeiter vom Bauhof der Stadt an. „Unser Bauhof hat das Objekt im Nachgang als alles abgelöscht war, gesichert, damit keiner rein kann“, informierte Epperlein, dass die zerfallene Scheune jetzt abgesperrt ist und nicht offen steht.

Bild vor Ort machen

Auch Ortsbürgermeister Martin Zimmermann war vor Ort. Er wohnt in der Nähe des Parks, am anderen Ende des Dorfes. Er berichtet, dass gegen Mittag dunkle Rauchwolken aufzogen. Er sei sofort losgefahren, um sich vor Ort ein Bild zu machen.

Der Vorfall in Schneidlingen ereignet sich, nachdem Brände die Kameraden der freiwilligen Feuerwehren seit dem vergangenen Sommer in Atem halten. In Etgersleben kam es immer wieder zu Feuer auf einem stillgelegten landwirtschaftlichen Hof. Bei Wolmirsleben brannten wiederholt Strohballen.

Erst Anfang Januar standen zwischen der Sporthalle und der Grundschule in Wolmirsleben fünf Müllcontainer und vier 200-Liter-Kübel in Flammen.

Gleich zu Beginn des Jahres brannte auf einem Hecklinger Parkplatz eines Einkaufs-marktes ein Pkw aus. Auch hier wurde von Brandstiftung gesprochen.