Staßfurt l Hohe Wertschätzung von Innenminister, Landrat, OB und Stadträten hörten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Staßfurt am Sonnabend, herzliche Dankesworte von Firmenvertretern, Partnerwehren und Freunden erfuhren sie, dazu Geld- und Sachgeschenke en gros. Doch eines der größten Geschenke machten sie sich selbst: Nach erfolgreich abgeschlossener Grundausbildung konnten zur Jubiläumsfeier zehn neue Kameraden vereidigt werden.

Dabei ist erstaunlicherweise nur Julia Ohlemann aus den eigenen Nachwuchsreihen aufgerückt. Die anderen neun sind „Quereinsteiger“. Ortswehrleiter Steffen Aermes leuchten die Augen bei der feierlichen Aufnahme-Zeremonie, ist aber „vorsichtig euphorisch“, wie er sagt. Den Zulauf erklärt sich Aermes auch durch das positive Image, das die Wehr wohl vor allem durch die vielen Einsätze im vergangenen Jahr gewonnen habe. Das war besonders geprägt durch die Trockenheit und insgesamt 258 Alarmierungen.

Der stellvertretende Ortswehrleiter Jürgen Gehrke weiß aus jahrzehntelanger Praxis-Erfahrung um das „schwierigste Ehrenamt in Deutschland“, wie Innenminister Holger Stahlknecht es in seinem Grußwort ausgedrückt hatte. „Die Aufgaben werden immer mehr. Da hilft es ungemein, wenn man die auf breitere Schultern verteilen kann.“ Im Moment zählen die Staßfurter 51 Mitglieder in der Einsatzabteilung. „Es ist immer Luft nach oben“, ergänzt Gehrke. Schließlich würden auch immer Kameraden ausscheiden. Ob alters- oder gesundheitsbedingt oder durch Wegzug.

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Umso erfreulicher, dass auch junge Kameradinnen wieder den Weg in die Wehr gefunden haben wie Robin-Charleen Engel. Die 22-Jährige war vor zwölf Jahren von ihrer Oma in Mehringen animiert worden, in die dortige Jugendfeuerwehr zu gehen. Jetzt zog die Liebe Robin-Charleen in die Salzstadt.

Oder Maria Beck, ebenfalls eine der zehn frisch vereidigten Feuerwehrleute. Die junge Frau erlebte die Kameraden im vergangenen Jahr bei zahlreichen Einsätzen, bot ihnen Fotos für ihren Internet-Auftritt an. Sie besuchte Dienstabende – und entschied sich, richtig dabei sein zu wollen.

Während der Ortswehrleiter zahlreiche Urkunden, Sach- und Geldgeschenke entgegen nehmen konnte – unter anderem etwas zum „Löschen für die Nachbrandsituation“ von der Neundorfer Wehr, einen Erinnerungsteller, den die Ortswehr Südliche Börde erstmals zu vergeben hatte und 1500 Euro von der Salzlandsparkasse, hob der Oberbürgermeister noch vier unbezahlbare immaterielle Geschenke hervor. Firmen nämlich, die Kameraden in ihrer Belegschaft frei stellen, wenn sie zu Einsätzen müssen.

Sven Wagner überreichte Vertretern der Lebenshilfe, der Salzlanddruckerei, des Autohauses Rohrschneider und Remondis die Plakette „Partner der Feuerwehr“. Für den Geschäftsführer der Salzlanddruckerei Christian Heinrich ist diese Form der Unterstützung selbstverständlich. „Auch wenn durch Freistellungen manchmal eine Auslieferung verschoben werden muss. Eine niedergebrannte Firma wäre der größere Verlust.“

Und froh, ihre „Feuerwehr-Biene“ in der Kita „Bummi“ zu haben, zeigte sich auch deren Leiterin Carola Behrendt. Selbst wenn Sabine Worch fünf Mal im Monat zum Einsatz muss, hätten ihre Kollegen immer Verständnis und springen für die Heilerziehungspflegerin ein. Dass jeder die Feuerwehr mal braucht, hat auch die Lebenshilfe schon erfahren.