Staßfurt l Wegen einer öligen Substanz in der Bode waren am Sonntag, 22. Juli, die Feuerwehren aus Staßfurt, Hohenerxleben, Nienburg und Neugattersleben im Einsatz. Gegen 10 Uhr wurden die Einsatzkräfte informiert, nachdem Passanten die bunt schimmernde Flüssigkeit entdeckt hatten, die an einigen Stellen des Flusses auch helle Flächen bildete. Die Kameraden rückten zunächst zur Förderstedter Straße aus. Danach setzten sie ihren Einsatz an der Salzrinne fort. Unterhalb des dritten Bodeüberganges legten die Feuerwehrleute eine provisorische Ölsperre zur ersten Gefahrenabwehr. Eine weitere wurde vorbereitet.  

Mit vor Ort war neben den 21 Kameraden und den Mitarbeitern des Staßfurter Ordnungsamtes auch das Umweltamt des Salzlandkreises. Es zog eine Spezialfirma aus dem Harz hinzu. An beiden Seiten der Brücke setzten ihre Mitarbeiter feste Ölsperren.

Details gibt es am Sonntag noch nicht. Woher der Stoff komme, können die Behörden derzeit noch nicht sagen. Auch um was es sich genau handele, wird jetzt erst ermittelt. Man habe eine mögliche Einlaufstelle in die Bode ausfindig gemacht. Allerdings ließe sich aktuell noch nicht zuordnen, was hier zusammenfließe. Denkbar seien demnach mehrere Verursacher. 

Bilder

Sperren gelegt

Dass es sich um Öl handelt, davon geht die eingesetzte Firma aus. Dirk Henschel ist Niederlassungsleiter der Topcar Umweltservice-Standorte in Quedlinburg und Halberstadt. "Der Film auf dem Wasser zeigt die für Öl typischem Merkmale. Außerdem schlagen die Sperren an." Das sei bei anderen Flüssigkeiten nicht der Fall. Die beiden Barrieren an der Salzrinne haben jeweils eine Länge von 24 Metern. "Das ist etwas breiter als der Fluss, aber wir können so die Bewegung des Wassers und seine Fließgeschwindigkeit abfangen." Sie bestehen aus einem vliesähnlichem Stoff, der nicht nur das Weiterkommen des Öls im Wasser verhindere, sondern es auch aufnehme. "Die Kapazität liegt hier bei bis zu 240 Litern." Zwei Sperren wurden hintereinander gesetzt, so Dirk Henschel, damit die Flüssigkeit im Wasser aufgenommen wird und die, die sich möglicherweise noch vom Uferbereich lösen könnte. Eine Herausforderung war, dass die Bode derzeit wenig Wasser führt. Sie konnte nicht mit dem Schlauchboot befahren werden." Dirk Henschel und sein Kollege mussten durch den Fluss waten. Müll sowie versenkte Teile von Fahrrädern und Autos machten den Weg gefährlich und unberechenbar.  

Untersuchungen

Für fünf Tage bleiben die Abriegelungen im Wasser. In dieser Zeit wollen Umweltamt und Spezialfirma die Bode zudem in einem Bereich von der Salzrinne bis einen Kilometer flussaufwärts immer wieder kontrollieren. Dirk Henschel berichtet, dass auch die Böschung gesäubert wird. Dabei komme ein spezielles Reinigungstensid zum Einsatz, das mit Wasser vermischt und unter Druck auf die Uferbereiche aufgesprüht werde. "Dadurch werden die Ölmoleküle zersetzt. Das ist umweltverträglich und bedarf keiner Nachkontrolle", so der Experte, der selbst Feuerwehrmann ist und zudem im ABC-Katastrophenschutzzug des Salzlandkreises mitwirkt.   

Er lobt den Einsatz der Feuerwehren an der Bode. Die Erstmaßnahmen seien ausgezeichnet gewesen. "Wir verstehen unsere Arbeit als weitere Komponente der Gefahrenabwehr." Der Landesbetrieb für Wasser und Hochwasserschutz Sachsen-Anhalt, dem die Flüsse ersten Ranges wie die Bode unterstellt sind, ist über den Einsatz informiert. Das Amt in Magdeburg wird weiter über Protokolle, Fotodokumentationen und Befahrungen auf dem Laufenden gehalten.