Borne l Die ehrgeizigen Pläne für die Rettung der ehemaligen Bisdorfer Kirche und die Richter-Höfe stellten der Geschäftsführer der Firma MDP, Hans-Helmut Kutzeer, und der Architekt Rolf Onnen am Mittwoch dem Minister für für Landesentwicklung und Verkehr, Thomas Webel (CDU) vor Ort vor.

Sie wollen die stark in Mitleidenschaft gezogene Kirchenruine sanieren und die alten Vierseitenhöfe in irgendeiner Weise wieder herstellen und zu einer attraktiven Anlage mit 32 seniorengerechten beziehungsweise generationsübergreifenden Wohnungen um- und ausbauen.

„Wir wollen mit diesem Projekt einen Punkt setzen und mit dem Haupthaus sowie der dahinter liegenden Scheune anfangen. Unser Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass die alten Leute nicht aus dem Dorf wegziehen müssen“, sagte Rolf Onnen, der in Magdeburg schon mehr als 100 verfallenen Gebäuden wieder neues Leben eingehaucht hat.

Bilder

Ein Schandfleck im Ort

„Wir machen gerade die Planungen für die ersten beiden Häuser. Die Umsetzung wird einige Jahre dauern. Das Ganze ist aber nicht ohne Hilfe zu leisten. Wir brauchen eine Anschubfinanzierung, einen Zuschuss für die ersten Häuser und die Kirche“, sagte der Architekt mit Blick zum Minister. „Wenn wir jetzt nicht damit anfangen“, fügte Onnen hinzu, „ist alles kaputt.“ Die Decken des ehemaligen Gutshauses seien schon desolat.

„Hier handelt es sich einschließlich der Kirche um ein rund 8000 Quadratmeter großes Areal mitten im Ort. Das gammelt schon fast 25 Jahre vor sich hin“, sagte Bürgermeister Sven Rosomkiewicz (CDU), der von einem Schandfleck sprach. Er lobte das Engagement der Firma MDP, die auch den Windpark in Borne betreibt, für ihr Engagement. Sie engagiere sich schon lange im Dorf, sagte Rosomkiewicz.

„Ich hätte mich an das Projekt nicht rangewagt, wenn ich Rolf Onnen nicht kennengelernt hätte“, sagte der MDP-Chef.

Anstoß aus Magdeburg

Den Anstoß für die Revitalierung der alten Bausubstanz hatte übrigens Reiner Riegg aus Magdeburg gegeben. Er war zu einer Baumpflanzung nach Borne gekommen. Dabei war ihm das verfallene Ensemble aufgefallen.

Der Minister sagte, er komme selbst aus einem Bördedorf. In vielen Kommunen gebe es solche Gehöfte, an denen seit 1945 nichts mehr groß passiert sei und die verfallen. „Wir haben in Sachsen-Anhalt Förderprogramme, wenn es um den Wohnungsbau und die Sanierung geht. Damit wird der altersgerechte Umbau unterstützt“, sagte Webel und em-pfahl dem Investor, sich mit der Investitionsbank in Verbindung zu setzen. Sie sei dafür der kompetente Ansprechpartner, wenn es um solche Programme gehe.

„Ich gehe da täglich hin. Aber leider gibt es kein Programm für Kirchen“, sagte Onnen, der als ehemaliger Landesdenkmalpfleger weiß, wovon er spricht. „Wir müssen da unbedingt die Dächer draufbringen und die Vorarbeiten leisten, sonst ist sie nicht mehr zu retten. Alles andere kann dann Stück für Stück kommen.“

Gute Erfolgsaussichten

Webel riet zur Kontaktaufnahme mit dem Landesverwaltungsamt. Dort gebe es ein Programm zur Beseitigung des städtebaulichen Missstandes in kleinen Städten und Gemeinden. „Allerdings muss sich die Kommune mit einem Drittel als Eigenanteil an den Kosten beteiligen“, sagte der Minister.

Auf die Erfolgsaussichten für das Projekt in Borne aus seiner Sicht angesprochen, sagte der CDU-Politiker: „Wenn diejenigen, die das sanieren wollen, den Willen, den sie heute bewiesen haben, auch in Zukunft so in die Waagschale werfen, bin ich optimistisch, dass das machbar ist. Wir werden im Rahmen unserer Möglichkeiten natürlich versuchen zu unterstützen. Das ist eine wichtige Aufgabe. Die Kirchen stehen seit Jahrhunderten in den Dörfern und sollten auch da stehen bleiben.“