Rathmannsdorf l Das Konzept für die Freie Grundschule habe überzeugt, ist nach umfassender Vorstellung vielfach im schmucken Saal von Schloss Rathmannsdorf zu hören. Etwa 30 interessierte Mütter und Väter fanden den Weg und Antworten auf ihre Fragen.

„Ich finde es gut, dass jedes Kind integriert wird“, meint Franziska Schleicher. Die Mutter aus Hohenerxleben zögert nicht lange und füllt die Willenserklärung aus, von denen das Berufliche Bildungs- und Rehabilitationszentrum e.V. bis Silvester mindestens 16 bis 22 benötigt hätte (Salzland-Kurier berichtete). Zehn waren gleich nach Bekanntwerden der Pläne „im Kasten“. Am Dienstagabend zählte BBRZ-Standortleiter Alfred Radl nochmal 26 dazu – von Eltern aus Staßfurt, Neundorf, Hohenerxleben, Hecklingen, natürlich Rathmannsdorf und sogar aus Aschersleben.

„Mit diesem Konzept wird es bessere Fördermöglichkeiten geben“, ist Jenny Schöbe aus Hohenerxleben auch überzeugt, „dass kein Kind ,untergeht‘.“ Ihre Landsmännin Sarah Müller – ein Großteil der Eltern kommt an diesem Abend aus dem Rathmannsdorfer Nachbarort – sieht die geplante Schulform als eine Alternative.

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Mindestens ebenso begeistert von den Plänen des Trägers und von den Bedingungen, die sie in Rathmannsdorf vorfand, ist Grit Förster. Sie ist Chefin der Domgrundschule in Magdeburg, hat zuvor auch die evangelische Grundschule in Wittenberg mit aufgebaut und war dort zehn Jahre Schulleiterin. Diese Einrichtungen fingen mit 13 beziehungsweise 23 Kindern an, arbeiten heute mit 180 beziehungsweise 182 Schülern. „Ich könnte mir vorstellen, nochmal eine Schule anzuschieben, hier in Rathmannsdorf meine letzten zehn Berufsjahre zu verbingen“, schwärmt die Grundschullehrerin, betont aber auch, dass diesbezüglich noch keine Entscheidung gefallen sei.

Kompetenzen bündeln

„Was soll nun bei einer Freien Schule anders sein als bei einer staatlichen?“, beginnt die glühende Verfechterin „ihrer“ Schulform. Das Wissen sei nicht anders, aber die Vermittlungsmethoden. Man wolle soziale Kompetenzen bündeln, die Schule als Stätte des Zusammenlebens sehen. „Wir sprechen manchmal von kleinen Wohnungen statt Klassenräumen, wo man sich kennt und einander achtet, wo nicht Leistungsdruck an erster Stelle steht, sondern der Mensch.“

Die freie Schule gehe auf die individuellen Möglichkeiten jedes Kindes ein. Und: „Warum sollen nicht auch verschiedene Rechenwege zum Ziel möglich sein? Es werde „kompetenzorientierte Zeugnisse geben, sehr viel umfangreicher als ,nur‘ mit Noten, um genauer zu zeigen, wo es hakt“.

Auf die Frage einer Mutter, ob die Kinder den Sprung an eine „normale“ Sekundarschule schaffen würden, meint Grit Förster, dass die Anforderungen natürlich gesteigert würden in der 4. Klasse. Und natürlich schaffen auch ihre Grundschüler das Gymnasium.

Das BBRZ hofft 2018 auf die Genehmigung, beginnt dann mit dem Ausbau des vorhandenen Gebäudes, um 2019/20 mit einer 1. Klasse zu starten, worauf es aufbauend weiter geht.