Egeln l „Wir haben das Gespräch mit den Jugendlichen gesucht, die sich auf dem Friedhof aufhalten und dort feiern. Wir haben sie darauf hingewiesen, dass es sich hier um einen Ort der Ruhe handelt“, sagte Luckner der Volksstimme.

In diesem Zusammenhang verwies er auf die Friedhofssatzung der Stadt. Danach hat sich jeder Besucher auf den Friedhöfen der Würde des Ortes entsprechend zu verhalten. Dort sei es nicht gestattet Anlagen und Grabstätten zu verunreinigen oder zu beschädigen sowie Rasenflächen und Grabstätten unberechtigt zu betreten und Hecken sowie Einfriedungen zu übersteigen und Abraum sowie Abfälle außerhalb der dafür bestimmten Stellen abzulagern.

Geschützter Bereich

Als er den Friefhofsgängern das mitgeteilte habe, hätten sie erklärt, dass sie das nicht gewusst hätten. Sie halten sich aber weiterhin im geschützten Bereich hinter der Trauerhalle auf, den man nicht einsehen könne und wo sie ungestört seien, sagte der Bürgermeister.

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Luckner: „Die jungen Leute, die aus Egeln, Groß Börnecke, Hecklingen, Westeregeln und Etgersleben kommen, sitzen auch auf den Bänken und werfen ihren Müll, wie zum Beispiel Schnapsflaschen oder Bierbüchsen dann achtlos auf die Gräber.“

Aus Gesprächen mit älteren Bürgern weiß er, dass diese Angst haben, die Jugendlichen anzusprechen und auf ihr Fehlverhalten hinzuweisen. „Sie befürchten, dass sich die jungen Leute dann an den von ihnen gepflegten Gräbern zu schaffen machen oder ihnen Schläge anbieten“, berichtete der Bürgermeister und fügte hinzu: „Die Courage, die Jugendlichen anzusprechen, hat nicht jeder. Gespräche führen zum Erfolg. Das ist aber leider nur von kurzer Dauer.“

Appell an Eltern

Deshalb appellierte Luckner an die Eltern der jungen Leute, Einfluss auf ihre Kinder zu nehmen, dass sie die Feiern an diesem unpassenden Ort unterlassen.

Am vergangenen Freitag habe er sich in dieser Angelegenheit an die Polizei in Staßfurt gewandt, in der Hoffnung Unterstützung zu bekommen. „Dort wurde mir mitgeteilt, dass man keinen Grund sieht nach Egeln zu kommen und die Personalien der Jugendlichen vom Friedhof aufzunehmen“, sagte Luckner.

Er will die Entwicklung weiter beobachten und die beiden Regionalbereichsbeamten der Egelner Mulde bitten, nach 17 Uhr Kontrollen auf dem Friedhof durchzuführen.

„Wir hatten auch überlegt, den Zugang zum Friedhof abzuschließen. Aber in der Vergangenheit wurden die Tore von Fahrradfahrer aufgebrochen, die den Friedhof als Durchgangspunkt ansehen oder von Bürgern, die diesen Ort für das Ausführen ihrer Hunde nutzen“, sagte der Bürgermeister.

Der Pressesprecher des Polizeireviers Bernburg, Klaus Peter Schneider bezeichnete es als richtigen Schritt die Regionalbereichsbeamten anzusprechen. „Aber auch das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde muss gemeinsam mit der Polizei tätig werden“, so Schneider.

Das lehnt der Verbandsgemeinde-Bürgermeister Michael Stöhr (UWGE) ab: „In den Abendstunden sind wir personell nicht in der Lage, Kontrollen durchzuführen. Wer will von unseren Verwaltungsleuten verlangen, es mit den Jugendlichen aufzunehmen? Wenn die Polizei nicht mehr einschreitet, weiß ich nicht, wo die Lösung ist. Der ländliche Raum darf nicht zum rechtsfreien Raum werden. Dafür gibt es nun mal die Polizei.