Förderstedt l Der Ausbau der neuen Bestattungsmöglichkeiten in der Stadt Staßfurt nimmt weiter konkrete Formen an. Im Ortschaftsrat Förderstedt stellten Michaela Dorow vom Fachdienst Stadtsanierung und Bauen und Bauplaner Christian Boos einen Entwurf für den Friedhof Förderstedt vor, der noch 2019 umgesetzt werden könnte. „Nach der Ausschreibung geht es umgehend an den Bau“, informiert Boos. „Dieser dauert nicht länger als sechs bis acht Wochen. Noch im Sommer könnte die neue Anlage fertig sein.“

So sollen wie schon auf dem Friedhof Leopoldshall in der Hohenerxlebener Straße in Staßfurt (wo es so etwas seit Dezember 2015 gibt) Flächen angeboten werden, in denen eine halbanonyme Bestattung sowie eine Bestattung auf einer Urnengemeinschaftsanlage für Paare möglich sein wird.

Platz für 100 Urnen

Wenn der Besucher an der Kapelle auf dem Friedhof in Förderstedt vorbeikommt, findet dieser dahinter, in zwei Halbkreisen angeordnet, die Urnengemeinschaftsanlage für Paare. In der Mitte dann die kreisrunde Fläche für die halbanonyme Bestattung (siehe Grafik). Beide Flächen bieten Platz für etwa 100 Urnen. „Dazu gibt es daneben Erweiterungsmöglichkeiten“, erklärt Planer Christian Boos. Für die Zukunft und bei Bedarf kann diese dann neue Form der Bestattungsmöglichkeit also vergrößert werden. Schon auf dem Friedhof in Staßfurt werden diese Möglichkeiten von den Hinterbliebenen angenommen.

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Der Unterschied zur bewährten Beisetzung: Bei der Urnengemeinschaftsanlage für Paare übernimmt die Stadt die Pflege. „Dadurch gibt es höhere Gebühren“, wie Michaela Dorow sagt. Das gelte analog wie in Staßfurt. Die Angehörigen dürfen sich den Stein aussuchen, die Nutzungsdauer gilt für 40 Jahre. Die Umfassungen aus Granit haben eine Größe von 14 mal 14 Zentimeter. Der Weg zu den neuen Gräbern ist dabei natürlich barrierefrei. Blumen für die Pflege können links und rechts vor den Flächen abgelegt werden. Die Stadt nimmt diese dann auf, um die Pflege der Gräber zu gewährleisten.

Die Stelen für die Namen bei der halbanonymen Bestattung sollen Sandsteinblöcke sein. Auch hier orientieren sich Planer am Friedhof Leopoldshall. „In der Mitte der Grabanlage soll eine japanische Kirsche gepflanzt werden“, erklärt Boos. „Das ist das Symbol der Auferstehung.“ Die Umgestaltung der Anlage kostet zwischen 22.000 und 25.000 Euro. Werden die Planungskosten hinzugerechnet, laufen insgesamt Kosten von 30.000 Euro an.

Zustimmung im Rat

Gegenteilige Meinungen gab es im Ortschaftsrat Förderstedt nicht. Der Entwurf wurde von den 14 anwesenden Ortschaftsratmitgliedern einstimmig angenommen. Auch Enthaltungen gab es keine. Genauso einstimmig (sieben Ja-Stimmen) war der Zuspruch im Ausschuss für Bau, Sanierung, Wirtschaft, Verkehr, Umwelt und Vergaben am Montag. Förderstedts Ortsbürgermeister Peter Rotter (CDU) übte trotzdem Kritik. „Ich hätte den Bauplanentwurf gern früher gehabt“, sagte er. „Ich möchte früher in die Planungen einbezogen werden.“ Oberbürgermeister Sven Wagner (SPD) fragte: „Wann denn?“ Rotter: „Einen Ortschaftsrat früher.“ Sein Kritikpunkt: Der Ortschaftsrat Förderstedt musste über etwas beschließen, was er im Detail erst gerade zu Gesicht bekommen hatte. Eine ausführlichere Auseinandersetzung mit dem Entwurf war nicht möglich. Dabei hatte die Vorstellung des Entwurfs im Ortschaftsrat Premiere. „Sie sind die ersten, die es sehen“, merkte Michaela Dorow an. Gern hätten aber Rotter und seine Ortschaftsräte den Entwurf schon vorher gesehen. Die Stadtverwaltung nahm die Anregung mit.

Des Weiteren verständigte sich der Ortschaftsrat Förderstedt, dass auch für die Friedhöfe in Atzendorf, Brumby, Glöthe, Löbnitz und Üllnitz diese beiden Formen der Bestattung in die Wege geleitet werden sollen. „Zur Verwirklichung der Planungsleistungen, notwendiger Vorarbeiten und Bauleistungen sind die erforderlichen Mittel in den Haushaltsplan 2019 und in die mittelfristige Finanzplanung aufzunehmen“, heißt es in der Beschlussvorlage. Diese wurde einstimmig angenommen.

Der Hintergrund: In den heutigen Zeiten zerstreuen sich immer mehr Familien wegen Beruf und aus privaten Gründen in alle Himmelsrichtungen. Den Hinterbliebenen, die nicht mehr in Staßfurt wohnen, fällt es schwer, die Gräber in der Heimatstadt zu pflegen. Daher springt die Stadt Staßfurt zur Seite und übernimmt das vor Ort. Schon auf dem Friedhof Leopoldshall gibt es steigende Nutzungszahlen.