Staßfurt l Drei angestammte Staßfurter Bestatter, deren Unternehmen seit Anfang der 1990-er Jahre hier existieren, sind richtig sauer. Dass die Stadt mit ihnen über die Pläne zur Senkung von Friedhofskosten gesprochen habe, wie in verschiedenen Sitzungen jüngst verkündet (Salzland-Kurier berichtete), sehen sie nicht so. Und schon gar nicht, dass sie anfangs skeptisch gewesen wären und dann doch Bereitschaft signalisiert hätten, wie Fachbereichsleiter Wolfgang Kaufmann beispielsweise in Rathmannsdorf erklärt hatte.

„Das Thema Friedhofskostensenkungen beschäftigte schon die Bürgermeister Kriesel und Zok. Wir haben das letzte Mal vor zwei Jahren mit Herrn Wagner zusammengesessen, aber ein Gespräch war das nicht“, erinnert sich Ralf Kahle vom Bestattungsunternehmen Pietät. Vielmehr hätte der jetzige Oberbürgermeister eine festgelegte Meinung gehabt, was die Übernahme von Leistungen durch die Bestatter angeht.

Uwe Wetterling vertritt die Meinung: „Mit uns drei alteingesessenen Unternehmen, die hier in Staßfurt Steuern zahlen, hat man nicht gesprochen.“

Es sei einfach keine Option für die Branche, Friedhofsarbeiten zu übernehmen, die die Stadt durch den Stadtpflegebetrieb zu erledigen hat, so Kahle. „Von uns gibt‘s dazu eine klare Absage. Wir lassen uns diese Arbeiten nicht aufdrücken.“

Konkret geht es um das Bemühen der Stadt, Urnenbestattungen auf den Friedhöfen vom Ausheben der Urnengräber bis zum Schließen der Grabstätte künftig von den Bestattern erledigen zu lassen. Ralf Kahle unterstreicht: „Man kann mit uns immer sprechen, aber nicht über Dinge, die klar definiert sind.“

Sein Kollege Ralf Witschaß vom Bestattungshaus Kaiser erklärt: „Wir haben gar nicht die Technik dazu, auch nicht die Leute.“

Und von wegen, es gäbe Einsparungen. „Für Bürger auf keinen Fall“, sagt Uwe Wetterling. Unsere Leistung für das Öffnen eines Urnenlochs bis zum Schließen würde für die Bürger höher ausfallen als die Gebühr, die die Stadt verlangt. Im Moment beträgt die Beisetzungsgebühr für Urnen auf den Nebenfriedhöfen 130 Euro, in der Kernstadt 150, egal übrigens, ob auf der „Grünen Wiese“ oder in Wahlgräbern.

Man könne keine allgemeinen Gebühren nehmen, da beispielsweise der Aufwand bei verschiedenen Bodenverhältnissen immer unterschiedlich sei, erklärt Wetterling. Hinzu komme, dass man seine Mitarbeiter auch nicht mit „Hungerlöhnen“ bezahle, was die Stadt durch den Vergleich mit öffentlichen Tariflöhnen suggeriere.

Ein kommunaler Mitarbeiter müsste so und so vor Ort auf dem Friedhof sein. Die Bestatter hätten zum Beispiel keine Schlüsselgewalt für die Trauerhallen. „Wir sollten auch schonmal die Säuberung der Trauerhallen übernehmen“, erinnert Wetterling, „Die Reinigung sollte bei einer Nutzungsgebühr von 300 Euro aber doch abzudecken sein. Diese Übernahme haben wir auch schon abgelehnt.“

Ralf Kahle sieht Möglichkeiten, wo die Stadt Mehreinnahmen generieren könnte – durch höhere Gebühren bei Sonnabend-Bestattungen beispielsweise. In die Planung des Stadtpflegebetriebs könne und wolle man nicht hineinreden, ergänzt Uwe Wetterling, aber während der Wartezeit auf den Friedhöfen könnten die Beschäftigen auch andere Arbeiten erledigen.

Andere Städte hätten vor Ort nach wie vor genügend Personal. Wetterling führt Schönebeck als Beispiel an: „Der Friedhof dort ist picobello.“

Ralf Kahle wünscht sich abschließend, dass auch Stadträte mit Bestattern wie Friedhofsmitarbeitern sprechen, bevor sie was beschließen würden.