Staßfurt/Güsten l Klack, klack macht der Greifer. Ein kurzer Druck am oberen Knauf, schon bewegen sich die zwei Zangen am unteren Ende auf und zu. Müll aufsammeln ist damit (fast) ein Kinderspiel. Auf dieses moderne Hilfsmittel griff unter anderem der Heimatverein „Ränzelstecher“ aus Güsten beim diesjährigen Frühjahrsputz zurück. Man könnte unken: Gut, dass es solche Greifer gibt. So brauchen sich nicht mehr alle bücken. Das wäre bei der notwendigen Häufigkeit bei einigen Freiwilligen nämlich ganz schön ins Kreuz gegangen.

Wie jedes Jahr rief der Salzlandkreis zum Frühjahrsputz auf, ein symbolischer Aufruf, der nötig ist. Denn gerade auf Feldfluren und an Wegrändern liegt viel Müll. Unachtsam von Passanten in die Natur geworfen. Irgendeiner wird es schon wegräumen? Ein egoistischer Gedanke. Gut, dass es die Freiwilligen beim Frühjahrsputz gibt, die das Problem angehen. „Der erste Sack war in fünf Minuten voll“, sagt Sylvia Fischbeck vom Grünflächenamt in Staßfurt. Zusammen mit Doreen Jüngst vom Fachdienst Planung, Umwelt und Liegenschaften stand Fischbeck als Vertreterinnen der Verwaltung bereit, um Handschuhe am Neumarkt zu verteilen. Der einzige, der kam, war Harald Weise, Fraktionsvorsitzender der UBvS. Ganze drei Personen säuberten also das Landschaftsschutzgebiet „Bodeniederung“ im Bereich der Horst. „Die Beteiligung wird leider jedes Jahr weniger. Das ist traurig, dabei wird der Müll immer mehr“, sagt Jüngst. Nicht nur innerorts, sondern vor allem in den Ortschaften und den Feldfluren.

Schuhe und Glas im Feld

Aber auch in Staßfurt war der Putz nötig. Weise fischte dabei Schuhe, Glas und viel Plastikmüll von den Wegen und den Wiesen. Auch er schüttelt den Kopf. „Ich hoffe, dass die Wege ein paar Tage sauber bleiben“, sagt er. Mehrmals musste er den Sack leeren, um ihn erneut füllen zu können.

Bilder

Richtig Spaß hatten die Kinder beim traditionellen Frühjahrsputz am Dr.-Frank-Gymnasium Staßfurt rund um den Königsplatz. Mehrere Dutzend Kinder rannten lachend über die Wiesen vor der St. Petri-Kirche. „Die Kinder sind immer begeisterte Müllsammler. Wir werden das im Nachgang auch aufbereiten“, erklärt Matthias Mann, Klassenlehrer der 5/2. Hier gilt es vor allem, den Blick der Kinder auch auf den Klassenraum zu richten. „Auch da wollen wir es ja schön haben“, so Mann. Der Nachhaltigkeitsgedanke wird besprochen. Mit älteren Kindern finden dabei auch schon mal Diskussionsrunden statt.

Traditionell beteiligt sich auch der Heimatverein „Ränzelstecher“ in Güsten am Frühjahrsputz. Seit 18 Jahren macht der Verein mit. Acht Freiwillige liefen mit drei Müllsäcken über die Wege hinter dem Freiheitsdamm und an den Kleingärten vorbei. „So eine große Runde waren wir noch nie. Die Handschuhe haben gerade so gereicht“, freut sich der Vereinsvorsitzende Joachim Rosenthal. „Wir waren auch schon mal nur zu dritt. Diesjahr haben wir erfreulich wenig Müll.“ Trotzdem gingen die Müllsammler ihre etwa 1,5 Kilometer lange Route sorgfältig ab. Auch hier galt: Gut, dass es den Frühjahrsputz gibt, um den eigenen Ort müllfreier zu machen.