Staßfurt l Einen gelungenen Sonntagvormittag stellt man sich auch etwas anders vor. Mike Weinert jedenfalls verschlug es fast die Sprache, als er durch die „Horst“ (auch Bruchwiesen genannt), zwischen Hecklinger Straße und Wiesenbrücke durch die Natur radelte. „Da lag plötzlich dieser Wildschweinkopf direkt am Fahrradweg“, ist der Staßfurter noch ganz beeindruckt von dem Fund, den er gleich fotografierte.

Ob das Wilderer waren?, sei es ihm durch den Kopf geschossen. Oder vielleicht haben es auch Jäger vergessen? „Aber so etwas kann doch niemand so einfach liegen lassen“, ist Weinert letztendlich empört.

Starke Frequentierung

Der Weg durch diese weitgehend unberührte Natur mit viel Schilf und einigen Waldstücken, wird relativ stark freqentiert. Offensichtlich nicht nur von Menschen.

Der Staßfurter Oberbürgermeister, selbst Jäger aus Passion, beauftragte einen zuständigen Jäger, nachdem er von dem Fund informiert worden war. „Der Jagdfreund wird sich vor Ort begeben und dem Problem nachgehen“, so Sven Wagner.

Generell müssten von Jagdfreunden die nicht verwertbaren Reste so eines Tieres waidgerecht entsorgt werden, erklärt Wagner. Allerdings erst, nachdem genommene Proben das Okay von der Veterinärbehörde bekommen hätten. Dann müssten die Reste so tief im Revier vergraben werden, dass kein anderes Tier rankäme.

„Wir haben noch keinen entsprechenden Hinweis bekommen, um aktiv zu werden“, sagt Marco Kopitz vom Polizeirevier Salzland am Montag. Wenn da was „Fragwürdiges“ dran wäre, würde die Polizei ermitteln. „Wenn das Tier jemand unberechtigterweise geschossen und ausgeweidet hätte, wäre das Jagdwilderei“, sagt Kopitz. Aber es könnte auch eines natürlichen Todes gestorben und von Artgenossen angefressen worden sein. Auch so etwas gibt‘s.

Der Polizeisprecher rät, wenn jemand so einen Fund macht, die Einsatzleitstelle des Salzlandkreises anzurufen (Tel. 03925/28 90 40). Die Diensthabenden wissen, wer der zuständige Jagdpächter für das entsprechende Revier ist, der dann informiert werde.