Groß Börnecke l In der Ortschaftsratssitzung stellten die Vertreter des Konzerns für Mitteldeutschland, Bolko Weilandt, und Horst Schulz von der Telekom-Tochter Deutsche Funkturm GmbH den Ortschaftsräten und den Besuchern ihr Projekt vor.

Als geplanten Standort für den neuen Gittermast mit drei Antennen für die Mobilfunkstandards GSM, LTE und HSR nannten sie das Gehöft des ehemaligen Schweinestalls in Richtung Stadtwegsiedlung, also im Süden des Ortes.

Geeignete Standorte gesucht

Die Stadt Hecklingen sei bereits im November 2017 über die Absichten und Wünsche des Konzerns, die Mobilfunkversorgung in Groß Börnecke verbessern zu wollen, informiert worden, sagte Weilandt. Danach seien geeignete Standorte untersucht worden.

„Wir haben Vermessungen durchgeführt, um die weißen Flecken zu ermitteln. Wir sind dann nach Absprache mit der Ortsbürgermeisterin so weit wie möglich aus dem Ort rausgegangen“, fügte Weilandt hinzu. Man habe sich dann für ein privates Grundstück entschieden, weil es sich im Umfeld um Flächen der Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) handele. Das Treuhand-Unternehmen verwaltet, verpachtet und verkauft land- und forstwirtschaftliche Flächen auf dem Gebiet der neuen Bundesländer.

„Der private Besitzer hatte nichts dagegen einzuwenden. Die Stadt Hecklingen verfügt in Groß Börnecke nicht über die geeigneten Grundstücke“, sagte Ortsbürgermeisterin Ethel-Maria Muschalle-Höllbach (Wählergemeinschaft). Ihr sei es wichtig, die Bürger des Ortsteils ausführlich über das Projekt zu informieren und ihre Meinung zu hören, sagte sie. Anders als in Schneidlingen, wo man die Anlage der Telekom Anfang des Jahres gegenüber von der Tankstelle in Betrieb genommen habe.

Einige Bedenken

Bedenken äußerte Sophie Klann, die rund 436 Meter von dieser Station entfernt wohnen wird. „Ich bin eine besorgte Bürgerin, die Angst hat, dass ihre Kinder jahrzehntelang den Strahlen ausgesetzt sein werden“, sagte sie unter Hinweis auf Studien, die gesundheitliche Beeinträchtigungen für die Anwohner nicht ausschließen. Die junge Frau sprach von einem 500 Meter-Gefahrenbereich.

Diese Aussage wiesen die Telekom-Vertrer als falsch und die von ihr zitierte Studie als unseriös zurück. „Wir stellen sicher, dass sensible oder empfindliche Menschen, wie zum Beispiel Schwangere oder ältere Bürger, geschützt werden“, sagte Weilandt. Die Sicherheitsabstände seien in der 26. BImsch-Verordung festgelegt. Bei einem 40 Meter hohen Mobilfunkmast seien das 30,55 Meter.

„Auf der Internetseite der Bundesnetzagentur ist jeder Standort mit den Grenzwerten aufgeführt“, sagte Horst Schulz. Von dessen Argumenten, dass es das Ziel sei, dass die Mobilfunkkunden in Groß Börnecke bald besser telefonieren und surfen können, was jetzt trotz der Zuschaltung der Station in Schneidlingen im ganzen Ort immer noch nicht in ausreichender Form möglich sei und dass auch sie dann davon profitiere, ließ sich Sophie Klann nicht überzeugen.

Ein Mann sagte: „Ich kann ihre Bedenken verstehen.“ Aber auch er verwies darauf, dass Strahlen auch vom häuslichen WLAN und von anderen Funkquellen in der Wohnung ausgehen. Bolko Weilandt rechnet mit rund eineinhalb Jahren bis die neue Station in Groß Börnecke in Betrieb geommen werden kann. Zwei Antennen werde man auch der Konkurrenz anbieten.